Sumpf-Heusenkraut
- lat. Ludwigia palustris -

Haltung:
Zucht:
Größe: bis 50cm
Temperatur:
PH:
GH:
KH:

Das Sumpf-Heusenkraut - Ludwigia palustris

Das Sumpf-Heusenkraut ist die einzige Art unter den aquatischen Ludwigien, die fast weltweit vorkommt, auch in Deutschland, wo sie allerdings vom Aussterben bedroht ist. Ludwigia palustris ist äußerst anpassungsfähig und wächst sowohl an als auch in den unterschiedlichsten Gewässertypen. Entsprechend variabel ist das Sumpf-Heusenkraut. Im Aquarium ist Ludwigia palustris einfach zu pflegen und zu vermehren. Die Wuchsform und auch die Färbung sind in hohem Maße von der Beleuchtung und dem Nährstoffangebot abhängig. Ludwigia palustris gedeiht sowohl im Warmwasseraquarium als auch als Freilandpflanze am Rand eines Gartenteiches.

Das Sumpf-Heusenkraut
Ludwigia palustris im Botanischen Garten von Oahu/Hawaii-Inseln (Foto: Forest & Kim Starr, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Verbreitung des Sumpf-Heusenkrauts

Das Sumpf-Heusenkraut kommt fast weltweit vor, auch in Deutschland, wo es allerdings auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten steht. Ursprünglich war es in Asien und Australien nicht heimisch, wurde dorthin jedoch eingeschleppt und hat sich dann ausgebreitet. Bei dieser weiten Verbreitung ist es nicht weiter verwunderlich, dass Ludwiga palustris extrem anpassungsfähig an die jeweiligen Standortbedingungen ist. Es wächst sowohl submers in als auch emers in kriechender Form an stehenden, kleineren Gewässer und langsam fließenden Gewässern.

Aussehen des Sumpf-Heusenkrauts

Zunächst eine Erklärung zum deutschen Namen Sumpf-Heusenkraut, der Aquarianern, die regelmäßig Ludwigia-Arten in ihren Becken pflegen, sicher ungewöhnlich scheinen mag. Die Gattung Ludwigia umfasst weltweit etwa 80 Arten; von diesen sind die wenigstens reine Wasserpflanzen, sondern terrestrisch und wachsen bestenfalls auf feuchtem Untergrund. Und diese terrestrischen Arten werden allgemein Heusenkräuter genannt, einzig allein die halb-aquatische Ludwigia palustris wird im deutsch auch als (Sumpf-)Heusenkraut bezeichnet. Auch Aquarianern ist Ludwiga palustris seit langem bekannt; in Aquarianerkreisen wird die Pflanze jedoch nicht Sumpf-Heusenkraut, sondern Rote Ludwigie genannt. Skurrilerweise bietet eine Firma, bekannt für ihre aus eigener Wasserpflanzengärtnerei stammenden Pflanzen, eine rein grüne Variante unter der Bezeichnung Ludwigia palustris „Rot“ an, die bestenfalls im emersen Stadium einen leicht bräunlichen Farbton annehmen kann. Abgesehen davon gibt es aber auch tatsächlich rotes, submeerse Formen von Ludwigia palustris. Da das Sumpf-Heusenkraut sehr variabel in Form und Färbung ist, kommt es oft zu Verwechslungen mit anderen Arten oder der Hybride Ludwigia palustris x L. repens. Eindeutig identifizieren lässt sich die Art nur anhand ihrer Blüten, die aber nur in emerser Kultur entwickelt werden. Die Blüten setzen sich aus 4 grünen Kelchzipfeln und 4 gelben Staubblättern zusammen. Die Blüten haben aber keine Kronblätter, und das eben unterscheidet sie von anderen Ludwigia-Arten (abgesehen von der Hybride L. palustris x L. repens, die ebenfalls keine Kronblätter hat).

Haltungsbedingungen des Sumpf-Heusenkrauts im Aquarium

Will man eine möglichst rötlich gefärbte und buschig wachsende Ludwigia palustris im Aquarium haben, dann braucht die Pflanze viel Licht. Sie wächst zwar auch bei geringer bis mittlerer Lichtintensität, bleibt dann aber grün und bildet lang gestreckte Stängel. Man kann Ludwigia palustris zwar auch in nährstoffarmem Wasser kultivieren, besser, robuster und widerstandsfähiger wächst sie jedoch heran in nährstoffreichem Milieu mit einem ausgewogenen NO3 zu PO4-Verhältnis. Eine zusätzliche CO2-Düngung (bis zu 30mg pro Liter) ist förderlich, aber nicht essentiell notwendig. Bei sehr hoher Beleuchtungsintensität und sehr nährstoffreichem Bodengrund breitet sich Ludwigia palustris eher horizontal über dem Boden aus und bildet dabei viele bewurzelte Seitentriebe, die bewurzeln und zur vegetativen Vermehrung abgetrennt werden können. Aus den aufrecht wachsenden Stängelpflanzen lassen sich dagegen die Kopfstecklinge zur Vermehrung nutzen. Anstatt im Aquarium kann man das Sumpf-Heusenkraut auch im Gartenteich oder am Teichrand auf feuchtem Boden pflegen. In der Feuchtzone kommt es dann als emerse Landform auch zum Blühen. Die Blüten sind allerdings recht unscheinbar, da ihr – wie bereits erwähnt – die Kronblätter fehlen.

Literatur

HUMMEL,S., C.HOMRIGHAUSEN & U.GAIDA (2012): Ludwigia palustris „Rot“.- in: Aquarienpflanzen – Natur erleben unter Wasser.- Dennerle GmbH, Vinningen.
KASSELMANN, C. (2005): Taschenatlas Aquarienpflanzen. – E. Ulmer Verlag, Stuttgart.