Aquarienpflanzen richtig düngen

Während Landpflanzen ihre Nährstoffe über die Wurzeln aufnehmen, können Wasserpflanzen dies teilwiese auch über ihre Blätter. Prinzipiell kann man bei Aquarienpflanzen 3 Typen der Nährstoffaufnahme unterscheiden:

Typ 1. Nährstoffaufnahme ausschließlich über die Wurzeln
Typ 2. Nährstoffaufnahme ausschließlich über Blätter und Stängel
Typ 3. Nährstoffaufnahme sowohl über die Wurzeln als auch über die Blätter und Stängel

Folgerichtig brauchen Pflanzen des Typ 1 einen nährstoffreichen, gut gedüngten Bodengrund. Pflanzen des Typs 2 sollten dagegen in einem möglichst nährstoffarmen, ungedüngten Bodengrund aus Sand und Kies ohne Lehmbeigabe eingesetzt werden, während das Aquarienwasser ein ausreichendes und ausgewogenes Nährstoffangebot enthalten muss.

Stängelpflanzen nehmen ihre Nährstoffe über die Blätter auf, die Wurzeln dienen in der Regel nur zur Verankerung im Boden. Wasserkelche (Cryptocoryne) und Schwertpflanzen (Echinodorus) haben dagegen ein stark entwickeltes, leistungsfähiges Wurzelsystem, mit dem sie die benötigten Nährstoffe dem umgebenden Boden entziehen können.

Pflegeaufwand und Schwierigkeit der Pflege

Da in einem Aquarium in der Regel verschiedene Pflanzentypen zusammen gepflegt werden, ist es sinnvoll die Flüssigdüngung des Aquarienwassers mit einem Nährboden zu kombinieren, aus dem die Pflanzen mit ihren Wurzeln die Spurenelemente entnehmen können. Zusätzlich muss in den meisten Fällen mit Kohlendioxid gedüngt werden. Kohlenstoff ist das für den Baustoffwechsel wichtigste Element für die Pflanzen und in aller Regel nehmen sie diesen Kohlestoff in Form des leicht verfügbaren, im Wasser gelösten Kohlendioxids auf.

Der Pflegeaufwand, der für jede Aquarienpflanzenart betrieben werden muss, ist vor allem von zwei Faktoren abhängig, dem Lichtangebot und dem Bedarf an Kohlendioxid. Pflegeleichte Pflanzen kommen mit wenig Licht aus und benötigen eigentlich auch keine zusätzliche CO2-Düngung. Sind jedoch keine oder nur wenige Fische im Becken, dann kurbelt die CO2-Zufuhr auch bei geringer Beleuchtung das Pflanzenwachstum an.

Solche Pflanzen sind in der Artbeschreibung im Steckbrief unter Pflege mit einfach oder anspruchslos gekennzeichnet. Etwas anspruchsvollere Pflanzen (Pflegekategorie: mittel) brauchen eine mittlere bis hohe Beleuchtungsintensität. Eine künstliche Zufuhr von CO2 ist nicht lebensnotwendig, wird aber empfohlen, damit sich vor allem farbintensive Pflanzen auch entsprechend prachtvoll und dicht entwickeln. In die Kategorie 3 fallen die besonders anspruchsvollen oder schwierig zu pflegenden Pflanzenarten (Pflegekategorie: hoch, schwierig oder anspruchsvoll): Sei brauchen in der Regel eine sehr intensive Beleuchtung von mindestens 1 Watt pro Liter und eine kontinuierliche Zufuhr von Kohlendioxid. Wobei der optimale Bereich der CO2-Konzentraion pro Liter, der für jede Art unterschiedlich sein kann, eingehalten werden kann. Denn auch ein Zuviel an CO2 schadet den Pflanzen.

Kohlendioxid

Das Kohlendioxid kommt aus der Luft und der Atmung von Fischen, Mikroorganismen und Pflanzen ins Wasser, wo es zum großen Teil in Kohlensäure umgewandelt wird. Kohlendioxid und Kohlensäure sind für die Wasserpflanzen als C-Quelle sofort verfügbar. Sind beide aufgezehrt, dann holen sich die Aquarienpflanzen den Kohlenstoff aus dem im Wasser gelösten Kalk, charakterisiert durch die Karbonathärte des Wassers. Dadurch sinkt die Karbonathärte, durch diese „Biogene Entkalkung“ fällt Kalk aus, der sich als grauer Belag auf den Pflanzenblättern niederschlägt. Vor allem wird durch die Senkung der Karbonathärte der pH-Wert instabil, was im Aquarium möglichst vermeiden werden muss.

Da die Wasserpflanzen nur bei Licht Photosynthese betrieben, brauchen sie auch nur tagsüber eine Kohlendioxid-Düngung. Es gibt verschiedene technische Möglichkeiten der CO2-Düngung. Die beste Lösung ist eine kontrollierte Abgabe von CO2, die sich am tagesaktuellen Bedarf der Pflanzen orientiert. Zusätzlich zeigt ein Dauertest über verschiedene Farben an, ob das Wasser zu wenig, die richtige Menge oder zu viel Kohlendioxid enthält.

Weitere wichtige Makronährstoffe

Weitere wichtige Makronährstoffe, was die benötigten Mengen angeht, sind der Stickstoff (in der Regel als Nitrat, teilweise auch als Ammonium von den Pflanzen aufgenommen), der Phosphor (vor allem im Wasser gelöstes Ortho-Phosphat) und Kalium. Stickstoff und Phosphor sind in der Regel durch die Zersetzungsprodukte von Fischfutterresten und den Exkrementen der Fische im Wasser vorhanden und müssen nicht nachdosiert werden. Ist das Aquarium dicht bewachsen und mit relativ wenigen Fischen besetzt – das ist zum Beispiel bei den sogenannten Naturaquarien meist der Fall – dann sollte man mit einem speziellen NPK-Dünger nachhelfen.

Unter den Mineralen und Spurenelementen ist vor allem das Eisen sehr wichtig, vor allem als Baustein des Chlorophylls, aber auch bei der Rotfärbung der Pflanzenblätter. Bei Eisenmangel bleichen die Laubblätter aus. Aber auch eine zu hohe Konzentration an im Wasser gelöstem Eisen kann den Pflanzen schaden.

Düngemittel werden bei der Neueinrichtung des Aquariums erst nach einigen Wochen zugegeben, wenn die Pflanzen angewachsen sind. Kohlendioxid wird jedoch von Anfang an zudosiert, um Wachstum und die Farbintensität der Pflanzen zu fördern.

Literaturhinweise

HUMMEl,S., C.HOMRIGHAUSEN & U. GAIDA (2012). Aquarienpflanzen – Natur erleben unter Wasser.- Dennerle GmbH, Vinningen.
JAMES,B. (1988): Aquarienpflanzen .- Tetra Verlag, Melle.
PAFFRATH, K. (1978): Bestimmung und Pflege von Aquarienpflanzen. – Landbuch Verlag, Hannover.
SCHMIDT, J: (2001). Aquarienpflanzen .-bede-Verlag, Ruhmannsfelden.
TROPICA (Hrsg.): Erfolg mit Ihrem Aquarium .-Tropica Aquarium Plants, Egaa (Dänemark).