Brasilianisches Tausendblatt
- lat. Myriophyllum aquaticum -

Haltung:
Zucht:
Größe: 40 bis 60cm
Temperatur:
PH:
GH:
KH:

Das Brasilianische Tausendblatt - Myriophyllum aquaticum

Das Brasilianische Tausendblatt stammt aus dem Süden Südamerikas, ist aber auch in andere Regionen verschleppt worden. Wegen seiner lebhaften, feingegliederten Blattstruktur gehört es seit langem zu den beliebtesten Aquarienpflanzen, obwohl es nicht einfach zu pflegen ist. Neben der Nominatform gibt es einige weitere Varianten, die sich in der Form und Färbung der Blätter und Stängel etwas voneinander unterschieden. Besonders die Sorte Red Stem scheint auch gut als Gartenteichpflanze geeignet zu sein. Da es bei uns fast nur Pflanzen mit weiblichen Blüten gibt, kann man das Brasilianische Tausendblatt nur vegetativ mit Hilfe von Kopfstecklingen vermehren.

Das Brasilianische Tausendblatt
Brasilianisches Tausendblatt (Foto: André Karwath, Creative Commons Attr. Share Alike 3.0 Unported)

Verbreitung des Brasilianischen Tausendblatts

Das Brasilianische Tausendblatt hat sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet im südlichen, tropischen Südamerika. Es ist aber weltweit in viele andere tropische und subtropische Gewässer u.a. in Australien und Neuseeland eingeschleppt worden und gehört dort inzwischen stellenweise zum festen Bestand der Wasserpflanzengesellschaften. Es besiedelt die Uferbereiche von Fließgewässern, wobei seine lange Triebe an der Wasseroberfläche flotieren. Als Aquarienpflanze ist Myriophyllum aquaticum schon lange geschätzt. Oft wird es aber im Fachhandel noch unter seinem alten, ungültigen Synonym Myriophyllum brasiliense angeboten.

Aussehen des Brasilianischen Tausendblatts

Das Brasilianische Tausendblatt ist eine feingliederige Stängelpflanze, deren fein gefiederten, grünen bis blaugrünen Blätter zu viert bis sechst in regelmäßigen Quirlen um die Stängel stehen. Bei intensiver Beleuchtung färben sich die Blätter der Triebspitzen hellbraun bis rötlichorange. In den Aquarienkulturen kommen fast nur weibliche Pflanzen vor. Die Blüten werden über Wasser gebildet. Sie sitzen ohne Stiele direkt in den Blattachseln. Ihre Kelchblätter sind weiß, Kronblätter fehlen. Auf den ersten Blick könnte man das Brasilianische Tausendblatt mit unserer einheimischen Wasserfeder Hottonia palustris verwechseln. Hottonia palustris bildet aber im Gegensatz zu Myriophyllum aquaticum Quirle mit wechselständig statt gegenständig angeordnete Fiederblättern.

Neben der Stammform gibt es einige Varianten, darunter die Sorte Myriophyllum aquatium Grün mit dunkelgrünen Blättchen, deren Spitzen rötlich braun gefärbt sind. Die Triebe sind insgesamt schmaler als bei der Stammform. Bei dieser Sorte gibt es vor allem männliche Blüten. Myriophyllum cf aquaticum Red Stem ist eine Variante mit dunkelrot gefärbten Stängeln, die sich besonders gut für die Kultur im Gartenteich eignet. Oft sind auch die Blätter rötlich gefärbt; diese Blätter sind nicht so dicht gefiedert wie die der Stammform. Red Stem wird vor allem als Gartenteichpflanze angeboten, meist unter dem irreführenden Namen Myriophyllum brasiliensis. Red Stem entwickelt sich auch gut als emerse Sumpflanze oder als halb-emerse, über die Wasseroberfläche hinauswachsende Pflanze.

Myriophyllum aquaticum Santa Catarina ist eine weitere Variante, die bisher ausschließlich im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina gefunden wurde. Sie scheint weniger Ansprüche an die Kultur zu stellen und ist daher leicht im Aquarium zu pflegen. Sie ist weniger stark gefiedert und heller grün als die Stammform. Bei intensiver Beleuchtung färben sich aber auch ihre Blättchen rötlich-braun. Sie bleibt etwas kleiner und ähnelt im Wuchs Myriophyllum mattogrossense. Roraima ist eine submers völlig rotbraun gefärbte Variante, die Überwasserblätter sind allerdings blau-grün.

Haltungsbedingungen des Brasilianischen Tausendblatts im Aquarium

Das Brasilianische Tausendblatt ist eine nicht ganz einfach zu pflegende Aquarienpflanze. Damit es schön kompakt wächst, benötigt das Tausendblatt vor allem viel Licht. Bei Lichtmangel bildet es lange Triebe mit großen, unschön wirkenden Zwischenräumen (Internodien genannt) zwischen den Quirlen. Das gilt natürlich ganz besonders für die Formen mit rötlich-braunen Blättern. Daneben brauchen diese Pflanzen genügend Eisen- und Mangandünger, außerdem kann eine zusätzliche CO2-Düngung nicht schaden. Und es darf nicht zu warm gehalten werden. Unter zusagenden Bedingungen wächst das Brasilianische Tausendblatt rasch heran und bildet dann lange, girlandenförmige Triebe, die zuerst senkrecht empor wachsen und dann an der Wasseroberfläche entlang weiter wachsen. Diese besonders kräftigen Triebe kann man als Kopfstecklinge verwenden.

Da es in unseren Aquarien praktisch ausschließlich weibliche Pflanzen gibt, ist nur eine vegetative Vermehrung möglich. Als Stängelpflanze kommt das Brasilianische Tausendblatt am besten in einer Gruppe zu Geltung. Als Pflanze der Tropen und Subtropen ist das Brasilianische Tausendblatt nicht winterhart und frostresistent, kann aber bei uns während der Sommermonate auch sehr gut im Gartenteich gepflegt werden.

Literaturhinweise

KASSELMANN, C. (2005): Taschenatlas Aquarienpflanzen.- E. Ulmer Verlag, Stuttgart.
SCHIMDT,J. (2001): Aquarienpflanzen.- bede verlag, Ruhmannsfelden.