Gitterpflanze
- lat. Aponogeton madagascariensis -

Haltung:
Zucht:
Größe: bis 50cm
Temperatur:
PH:
GH:
KH:

Die Gitterpflanze - Aponogeton madagascariensis

Aponogeton madagascariensis fällt vor allem durch die eigenartige Gitterstruktur ihrer Blätter auf. Man weiß inzwischen, dass die Gitterpflanze ganz gezielt einzelne alternde oder kranke Zellen absterben lässt, wodurch sich diese regelmäßige Gitterstruktur herausbildet. Mit dem Studium dieses programmierten Zelltodes versucht man neue Bekämpfungsmöglichkeiten in der Krebs- und AIDS-Therapie entwickeln zu können. Auch wenn diese Aquarienpflanze beliebt ist, sie lässt sich nicht einfach pflegen und auch die Vermehrung mit Hilfe ihrer Samen oder durch Teilung der Wurzelknolle setzt einige Erfahrung voraus.

Gitterpflanze Aponogeton madagascariensis
Gitterpflanze Aponogeton madagascariensis (Graphik: Sir William Jackson Hooker 1856, Public Domain)

Verbreitung und Gewässertyp der Gitterpflanze

Die Gitterpflanze stammt aus Madagaskar, wo sie in beschatteten, kühleren Fließgewässern siedelt. Aponogeton madagascariensis ist aber auch auf Mauritius eingeführt und in einigen Fließgewässern der Insel ausgewildert worden. Die fortschreitende Abholzung der madagassischen Regenwälder hat dazu geführt, dass die Gitterpflanze in Madagaskar vom Aussterben bedroht wird. Jedoch bieten einige Wasserpflanzengärtnereien bereits eigene Nachzuchten an.

Aussehen der Gitterpflanze

Mit ihrer einmaligen Blatttextur gilt die Gitterpflanze als die Königin der Wasserähren. Die gestielte, grüne Blattspreite haben ein auffallendes Gittermuster und können bis zu 60cm lang und 6cm breit werden. Der Blütenstand kann sich aus bis zu sechs Ähren zusammensetzen. Diese Ähren haben weiße Blüten, während die Hüllblätter violett gefärbt sind. Wissenschaftler haben vor einigen Jahren festgestellt, dass das Gittermuster von Aponogeton madagascariensis durch einen programmierten Zelltod der Pflanze entsteht. Damit leitet die Pflanze das gezielte Absterben einzelner, alternder und nutzlos oder gefährlich gewordener Zellen ein. In fünf Schritten schaltet die Pflanze nach einem festgelegten Zeitplan innerhalb weniger Stunden die einzelnen Funktionen der betroffenen Zellen ab und baut nacheinander Zellinhaltsstoffe und Zellwände ab. Zurück bleiben dann die regelmäßigen Fenster im Gittermuster der Pflanzenblätter. Dies Modell – so hofft man – könnte vielleicht einmal helfen, neue Krebs- und AIDS-Therapien zu entwickeln. Die zurückbleiende Gitterstruktur der Pflanze ist sehr viel kräftiger und bullöser, als man beim Anblick des filigranen Blattmusters vermuten würde. Es gibt 2 Unterarten, bzw. Varietäten der Gitterpflanze, Aponogeton madagascariensis henkelianus und Aponogeton madagascariensis major, die beide breitere Blätter als die Nominatform haben und zweiährige gelbe und weiße Blütenstände entwickeln. Diese Blüten können mit Hilfe eines Pinsels zur Selbstbestäubung gebracht werden und entwickeln dann Früchte mit Samen. Das ist bei der Gitterpflanze selbst, Aponogeton madagascariensis, nicht möglich; bei ihr werden nur nach Fremdbestäubung Samen gebildet; dazu sind also mindestens zwei Pflanzen in Kultur notwendig. Die Nominatform bildet Blütenstände mit rosa- bis lilafarbenen Blüten.

Haltungsbedingungen der Gitterpflanze im Aquarium

Die Pflege der Gitterpflanze gilt als ausgesprochen schwierig. Sie braucht weiches Wasser mit einem pH-Wert von um etwa 6, eine ausreichende Strömung und klar gefiltertes Wasser, eine gute Bodendüngung und reichlich CO2-Düngung. Die Wassertemperatur darf nicht zu hoch sein; die Lichtansprüche der Gitterpflanze liegen im mittleren Bereich. Sobald das Wachstum der Gitterpflanze stagniert, tritt sie in die Ruhephase ein. In der Ruhephase wird das Becken abgedunkelt und die Wassertemperatur auf 16 bis 20°C gesenkt. HUMMEL, HOMRIGHAUSEN & U.GAIDA (2012) empfehlen sogar, die Pflanze dann in ein separates, kleines Becken umzusetzen, welches verdunkelt und etwas kühler gehalten wird. Die Gitterpflanze lässt sich mit Hilfe von Samen vermehren.

Literaturhinweise

JAMES,B. (1998): Aquarienpflanzen .- Tetra-Verlag, Melle.
HUMMEL,S., C.HOMRIGHAUSEN & U.GAIDA (2012): Aquarienpflanzen – Natur erleben unter Wasser.- Dennerle GmbH, Vinningen.
KASSELMANN, C. (2005): Taschenatlas Aquarienpflanzen. – E. Ulmer Verlag, Stuttgart.
SCHMIDT,J. (20019: Aquarienpflanzen.- bede Verlag, Ruhmannsfelden
http://www.flowgrow.de/db/wasserpflanzen/aponogeton-madgaascariensis
http://www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/programmierter-zelltod-laesst-gitterblaetter-entstehen-1839/