Wassernabel-Arten im Überblick

Die Arten der Wassernabel (Gattung Hydrocotyle) gehören zur Familie der Araliengewächse. Weltweit gibt es schätzungsweise etwa 100 Arten, allein aus China sind bisher 14 Hydrocotyle-Arten bekannt. Die meisten Arten kommen in der südlichen Hemisphäre in den Subtropen und Tropen vor, einige aber auch in Nordamerika. In Europa gibt es dagegen nur eine einzige Art, den Gewöhnlichen Wassernabel Hydrocotyle vulgaris. Der Name Wassernabel ist etwas irreführend, die meisten Arten können zeitweise, zum Teil auch vollständig außerhalb von Gewässern auf feuchtem Untergrund als emerse Landpflanzen leben. In Aquarien werden bisher nur 5 Arten regelmäßig gepflegt. Das liegt zum einen wohl daran, dass sich die vielen Arten untereinander sehr ähnlich sehen und auch ähnliche Milieuansprüche haben. Eine Ausweitung auf weitere Arten aus anderen Regionen würde daher für Hobby-Aquarianer relativ uninteressant sein und für die Wasserpflanzengärtnereien keinen Zugewinn bringen. Außerdem könnten sich unter einigen Arten oder Sorten, weitere noch nicht wissenschaftlich beschriebene Arten verbergen. Ein möglicher Kandidat zur Erweiterung des Angebotes an Wassernabelarten, die sich fürs Warmwasseraquarium eignen, wäre zum Beispiel der Hahnenfußähnliche Wassernabel Hydrocotyle ranunculoides, der in den Tropen Afrikas, in Amerika und Teilen der Arabischen Halbinsel zuhause ist und sich in der Form seiner Blätter deutlich von den anderen Arten unterscheidet.

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Wissensch. Name Deutscher Name Verbreitungsgebiet Gewässertyp Haltung Vermehrung
Hydrocotyle leucocephala Brasilianischer Wassernabel Süd- und Mittelamerika Verschiedenste Gewässer einfach durch Stecklinge
Hydrocotyle sibthorpioides Kleinblättriger Wassernabel Tropische Asien Als Land- u. Wasserpflanze schwierig durch Stecklinge
Hydrocotyle cf. tripartita Dreiteiliger Wassernabel Australien Kriechender Bodendecker einfach durch Stecklinge
Hydrocotyle verticillata Amerikanischer Wassernabel Amerika, Afrika, Australien Kriechender Bodendecker einfach durch Teilung
Hydrocotyle vulgaris Gewöhnlicher Wassernabel Europa Moore und Sümpfe einfach durch Ausläufer

Aussehen der Wassernabel-Arten

Einige Hydrocotyle-Arten sind einjährig, die bisher in Aquarien regelmäßig gepflegten Arten aber mehrjährig. Sie bilden meist längere, kriechende, aufrecht stehende oder an der Wasseroberfläche flotierende Sprossen, die sich an den Knoten leicht bewurzeln. Die relativ kleinen Blätter sind von runder oder nierenförmiger Gestalt mit glattem oder gezähntem Rand. Beim Dreiteiligen Wassernabel Hydrocotyle cf. tripartita sind die Blätter dagegen drei- bis fünffach gelappt. Im Verhältnis zu den kleinen Blattspreiten sind die Blattstiele relativ lang. Sie setzen entweder an der tief gespaltenen Blattbasis an, die Blätter stehen dann im schrägen Winkel oder schwach geneigt zur Sprossachse. Oder der Blattstiel inseriert in der Blattmitte, sodass die Blätter wie kleine Schirme waagerecht im Wasser stehen – wie dies beim Amerikanischen und gewöhnlichen Wassernabel der Fall ist (Hydrocotyle verticillata und Hydrocotyle vulgaris). Die Blüten bilden meist einen kleinen doldenförmigen Blütenstand. Die Blüten selbst sind klein und unscheinbar, von weißlicher oder grüngelber Färbung.

Haltungsbedingungen der Wassernabel-Arten im Aquarium

Bis auf den aus Asien stammenden Kleinblättrigen Wassernabel Hydrocotyle sibthorpioides gelten die in Aquarien gehaltenen Arten als ausgesprochen pflegeleicht. Wassertemperatur und Härtegrade des Wassers scheinen eine untergeordnete Rolle zu spielen. Wichtig ist aber eine ausreichend helle Beleuchtung, so verkümmern die Pflanzen, ihre unteren Blätter beginnen zu faulen oder die an und für sich normalerweise über dem Substrat kriechenden Arten beginnen senkrecht dem Licht entgegen in die Höhe zu wachsen. Auch ein ausgewogenes Verhältnis an Nährstoffen ist für ein gesundes Wachstum der Pflanzen wichtig. Die zierlichen, an dünnen Ranken über dem Boden kriechenden oder im Wasser flotierenden Pflanzen kommen am besten in kleinen Gruppen – je nach Wuchshöhe im Vorder- oder Mittelgrund des Beckens zur Geltung. Kleinblättrige, niedrige Arten, die sich in Polstern langsam über Hindernisse wie größere Steine oder Holzstücke schieben, erfreuen sich wachsender Beliebtheit beim Aquascaping. Lediglich der einheimische Gewöhnliche Wassernabel Hydrocotyle vulgaris kommt auch für das Kaltwasseraquarium oder einen Platz in der Flachwasserzoen des Gartenteiches infrage. Die meisten Hydrocotyle-Arten lassen sich recht einfach vegetativ mit Hilfe von Kopfstecklingen oder Seitentrieben vermehren. Da sie unter Aquarienbedingungen nur selten blühen, spielt die generative Vermehrung mit Hilfe der Samen keine Rolle.

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