Kleines Papageienblatt
- lat. Alternanthera reineckii -

Haltung:
Zucht:
Größe: 30 bis 50cm
Temperatur:
PH:
GH:
KH:

Das Kleines Papageienblatt - Alternanthera reineckii

Vom Kleinen Papageienblatt gibt es zahlreiche Form- und Farbvarianten: Neben einer rein grünen Form – vermutlich handelt es um die natürliche Stammform – solche, deren Blätter oben grün und auf der Unterseite rot oder braun gefärbt sind und völlig rote oder violette Formen. Diese Papageienblätter sind eigentlich emerse Sumpfpflanze, die nur mit Einschränkungen und unter optimalen Milieubedingungen auf Dauer auch submers im Aquarium gehalten werden. Die Pflanzen wachsen rasch dem Licht entgegen; bei schwacher Beleuchtung werden die Internodien zwischen den Blättern so lang und dünn, dass sie leicht brechen.

Unterwasserform des Kleinen Papageienblattes
Unterwasserform des Kleinen Papageienblattes (Foto: Drhyperlaur, Public Domain)

Verbreitung des Kleinen Papageienblatts

Etwa 170 Arten der Papageienblätter aus der Gattung Alternanthera sind bekannt, von denen sich aber nur ganz wenige für ein Leben unter Wasser eignen. Alternanthera reineckii, das Kleine Papageienblatt, besiedelt die Ufer südamerikanischer Flüsse und lebt zeitweise während der Regenzeit in den Überschwemmungsgebieten auch submers. Es gibt eine ganze Reihe von Farbvarianten, von denen meist nicht bekannt ist, ob es sich um auch in der Natur vorkommende Varianten handelt oder um Zuchtsorten, die so im Verbreitungsgebiet von Alternanthera reineckii nicht vorkommen.

Aussehen des Kleinen Papageienblatts

Das Kleine Papageienblatt Alternanthera reinickii gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Es gibt zahlreiche Farbvarianten, wobei es meist unklar bleibt, ob es sich um Naturformen oder Zuchtsorten handelt.

Bei Alternanthera reicnickii “Grün” handelt es sich vermutlich um die Stammform der verschiedenen Farbschläge und Zuchtsorten. Sie wird aber seltener als die farbintensiveren Varianten von Alternanthera reinickiii gepflegt und ist in den letzten Jahren fast vollkommen von den anderen Sorten aus der Aquaristik verdrängt worden. Nach KASSELMANN (2010) wird diese Stammform mit einer Höhe von nur 10 bis 30cm und Unterwasserblättern von 2cm Länge und 1cm Breite dem Namen Kleines Papageienblatt am ehesten gerecht. Die submersen Blätter sind bei mittlerer Beleuchtung grün, bei intensiver Lichtintensität rötlich gefärbt. Bei zu schwachen Lichtbedingungen sterben die unteren Blätter allerdings ab.

Alternanthera reinickii „Rosa“, auch unter dem Beinamen Roseafolia oder Pink bekannt ist die Farbvariante, die am häufigsten in Aquarien gepflegt wird, vermutlich weil - sie verglichen mit anderen Sorten - etwas einfacher zu pflegen ist. Es handelt sich um eine Stängelpflanze mit relativ großen Blättern von eiförmiger bis lanzettartiger Gestalt, einer Länge zwischen 7,5 und 10,5cm und einer Breite zwischen 1,25 und 3,5cm Breite. Die Blätter haben nur sehr kurze Stiele und sind kreuzgegenständig am Stängel angeordnet. Die stark gewellten Blätter der submersen Formen sind auf der Blattoberseite hell bis intensiv rot, auf der Blattunterseite weinrot, pink oder purpur gefärbt. Bei der Form Roseafolia handelt es sich um die größte und am schnellsten wachsende Variante des Kleinen Papageienblattes.

Alternanthera reinickii „Rot“ ähnelt in der Wuchsform der Sorte „Rosa“. Die submerse Unterwasserpflanze hat jedoch blutrot gefärbte Blätter.

Alternanthera reinickii „Lila“ oder „Lilacina“ hat im Gegensatz zu Alternanthera reinickii „Rosa“ nicht gewellte Blätter von eiförmigem Aussehen und einer Länge von bis zu 9,5cm und 3,2cm Breite. Die Blattoberseite ist dunkelrot, die Blattunterseite lila gefärbt. Diese Sorte fällt aber auch durch ihre kräftigere Wurzelbildung auf.

Alternanthera reinickii „Bronze“ gilt als relativ pflegeleicht und soll auch für Aquarienanfänger gut geeignet sein. Auch bei mittlerer Lichtintensität behält sie ihre herrlichen Blattfarben: Die Oberseite der Unterwasserblätter ist dunkel- bis oliv-grün gefärbt, die Unterseite rotbräunlich oder bronzefarben.

Alternanthera reinickii „Mini“ ist eine neue Zuchtsorte, die erst seit wenigen Jahren im Fachhandel angeboten wird. Ursprünglich wurde sie unter der Handelsbezeichnung Alternanthera reinickii „Roseafolia minor“ im Jahr 2007 in Europa als Aquarienpflanze angeboten. Sie wird nicht mehr als 10cm hoch, allerdings nur unter Wasser. Als emerse Sumpf- oder Landpflanze steht sie den anderen Formen von Alternanthera reinickii an Wuchshohe nicht nach. Die Blätter sind deutlich gestielt, die Blattoberseite dunkelgrün bis rotbraun überlaufen, die Blattunterseite rötlich, die Stängel dunkelrot gefärbt. Alternanthera reinickii „Mini“ ist eine der wenigen rotgefärbten Wasserpflanzen für einen Platz im Vordergrund des Aquariums.

Haltungsbedingungen des Kleinen Papageienblatts im Aquarium

Alternanthera reinickii „Rosa“ ist zwar etwas pflegeleichter als die anderen Farbvarianten, wächst aber bei geringer Beleuchtung und ohne CO2-Düngung nur langsam heran. Außerdem neigt auch die Alternanthera reinickii-Sorte dazu, bei schwacher Beleuchtung die unteren Blätter abzuwerfen. Die Pflanzen brauchen ein nährstoffreiches Bodensubstrat mit einem relativ hohen Nitrat- (>10mg/l) und Phosphatanteil (ab 5mg/l). Wie alle rotblättrigen Wasserpflanzen ist auch diese Aquarienpflanze auf eine regelmäßige Zugabe von einem eisenhaltigen Dünger angewiesen. Das Wasser sollte vorzugsweise leicht sauer sein (pH<7), die Härtegrade scheinen dagegen keine entscheidende Rolle für das Wachstum zu spielen. Die Pflanze sollte regelmäßig gekürzt werden, damit sie schön buschig und kompakt wächst. Die Triebspitzen und die Seitentriebe kann man als Stecklinge zur vegetativen Vermehrung verwenden. Daneben ist aber auch die generative Vermehrung mit den Samen bildenden Landpflanzen möglich. Generell sind die robusteren Landformen von Alternanthera reinickii auch vegetativ einfacher zu vermehren. Daher bekommt man im Zoohandel in der Regel Exemplare angeboten, die aus der Kultur emerser Landpflanzen stammen. Die Umgewöhnung an das Leben unter Wasser im Aquarium ist dann entsprechend heikel. Die Sorte „Rosa“ kommt am besten in einer größeren Gruppe von 6 bis 7 Trieben im Mittel- oder Hintergrund zur Geltung.

Die Sorte “Lila” des Kleinen Papageienblattes wächst deutlich langsamer als die anderen Farbvarianten. Sie braucht vor allem eine intensivere Düngung mit gelöstem Kohlendioxid, sonst bilden sich auf den Blättern der Pflanze Kalkablagerungen. Die Sorte kommt am besten als größere Gruppe zum Beispiel in einer sogenannten Pflanzstraße zur Geltung.

Alternanthera reinickii “Rot” ist eine besonders eindrucksvolle, intensiv rot gefärbte Sorte, die am besten in einer größeren Gruppe im Mittelgrund des Beckens oder in einer Pflanzstraße zur Geltung kommt. Allerdings hat sie einen hohen Lichtbedarf und braucht noch mehr Nährstoffe als die anderen Sorten. Nach HUMMEL, HOMMRIGHAUSEN & GAIDA (2012) hat sie ein CO2-Bedarf von 20 bis 30mg/l bei einer Wachstumsgeschwindigkeit im mittleren Bereich, sodass sie etwa alle 6 bis 8 Wochen etwas zurückgeschnitten werden kann.

Alternanthera reinickii „Bronze“ gilt als relativ pflegeleicht und wird daher auch für Anfänger unter den Hobbyaquarianern empfohlen. Man setzt die Stecklinge in etwa 3 bis 4cm Abstand zueinander am besten in den Hintergrund des Aquariums. So erhält man mit der Zeit eine dichte Pflanzengruppe. Die Pflanzen können bei Erreichen der Endgröße von etwa 50cm eingekürzt und die Triebspitzen und Seitentriebe als Stecklinge zur vegetativen Vermehrung genutzt werden.

Alternanthera reinickii „Mini“ ist mit einer maximalen Wuchshöhe von nur 10cm sehr gut zur Bepflanzung für Nanobecken geeignet. In Kombination mit einem Polster aus hell-grünen Hemianthus-Arten kommen die Rottöne dieser Sorte besonders gut zur Geltung. Damit die Sorte wirklich schön kompakt und buschig wächst, braucht sie eine intensive Beleuchtung.

Literaturhinweise

HUMMEL,S., C.HOMRIGHAUSEN & U.GAIDA (2012): Aquarienpflanzen – Natur erleben unter Wasser.- Dennerle GmbH, Viningen.
JAMES,B. (1988): Aquarienpflanzen.- Tetra Verlag, Melle.
KASSELMANN,C (2005): Taschenatlas Aquarienpflanzen.- E. Ulmer Verlag, Stuttgart.
KASSELMANN, C. (2010): Aquarienpflanzen. - DATZ, E. Ulmer Verlag, Stuttgart
SCHIMDT,J. (2001): Aquarienpflanzen.- bede-Verlag, Ruhmannsfelden.