Regelmäßige Arbeiten am Aquarium

Aquarien sind einfach schön anzusehen: Hier wird versucht, ein biologisches System nachzuahmen, in dem sich unterschiedlichste Tiere und Pflanzen wohlfühlen. Das Beobachten von Fischen, Garnelen und anderen Tieren, die in einem Aquarium ein Zuhause finden können, macht Spaß und entspannt ungemein. Sicherlich auch aus diesem Grund findet man mittlerweile Aquarien nicht nur in Privathaushalten vor, sondern zum Beispiel auch in Lobbys von Hotels oder in Geschäften, in denen eine ganz besondere Atmosphäre erzeugt werden soll. Leider wird vor dem Hintergrund, dass ein Aquarium entspannend wirkt und schön anzusehen ist, allerdings zu oft vergessen, dass ein Aquarium auch relativ viel Arbeit verursacht. Wer nicht bereit ist, den Aufwand, der in diesem Zuge entsteht, in Kauf zu nehmen, wird nicht lange Freude an seinem Aquarium haben. In einem ungepflegten Aquarium bilden sich häufig Algen und im Extremfall können die Wasserwerte derart kippen, dass Tiere und Pflanzen eingehen. Um dieses zu vermeiden, muss der Aquarianer regelmäßige Arbeiten – wobei vor allem der Wasserwechsel, das Reinigen des Filters und eventuell das Absaugen von Mulm zentrale Rollen spielen – durchführen. Im Folgenden erfahren Sie mehr darüber, wie zeitintensiv die Pflege eines Aquariums ist, welche weiteren Arbeiten anfallen können und inwiefern sich ein Aquarium überhaupt für Kinder, die oft von der Aquaristik schwärmen, eignet. Zu den wichtigen Themen Wasserwechsel, Reinigung des Filters und Mulm absaugen, haben wir separate Texte erstellt, um Sie mit den wichtigsten Basisinformationen zu versorgen.

Eimer für Wasserwechsel Schlauch

Zeitaufwand für die Pflege eines Aquariums

Einen sehr hohen Zeitaufwand muss man bereits in Kauf nehmen, wenn man mit dem Gedanken spielt, ein Aquarium anzuschaffen. Bevor es losgehen kann, sollte man sich in das Thema genau einlesen und unter anderem in Erfahrung bringen, welches Equipment und auch welcher Besatz an Pflanzen und Tieren für Anfänger infrage kommen. Nach dieser theoretischen Einarbeitungsphase geht es an den Kauf des Beckens, des Zubehörs, diverser Einrichtungsgegenstände und an das Aufbauen des Beckens. Tiere spielen hier aber noch lange keine Rolle: Jedes Aquarium muss zunächst eingefahren werden, damit es ein gutes Zuhause für Aquarientiere darstellen kann. Hier gilt es also, Geduld unter Beweis zu stellen und mit Hilfsmitteln wie Wassertests herauszufinden, wann die Wasserqualität geeignet erscheint.

Auch das Einbringen von Aquarienbewohnern, das nach dem Einfahren des Beckens erfolgt, ist keine Aufgabe, die sich im Handumdrehen erledigen lässt. Selbstverständlich sollte man einen Händler bzw. Züchter ausfindig machen, dem man getrost sein Vertrauen schenken kann. Hinzu kommt, dass man Aquarientiere nie einfach unmittelbar in ein Aquarium einbringen sollte, wenn man sie gekauft hat. Die Tiere werden in der Regel zunächst in dem Beutel, in dem sie transportiert wurden, in das Aquarium gegeben, damit sich die Wassertemperatur angleichen kann. Nach und nach gibt man dann ein wenig des Aquarienwassers in den Beutel, damit sich die Tiere an die neuen Wasserwerte gewöhnen können. Man sollte an dieser Stelle sehr umsichtig und mit Bedacht vorgehen – schließlich hat man es mit Lebewesen zu tun, die – wie wir auch – auf Veränderungen des Lebensraums sensibel reagieren können.

Neben den Arbeiten, die im Vorfeld, beim Einrichten des Aquariums und beim ersten Einbringen von Tieren in das Aquarium anfallen, muss man zudem damit rechnen, viele weitere Arbeiten erledigen zu müssen, wenn das Aquarium bereits eingefahren ist. Wie oben schon erwähnt, gehören hier vor allem das regelmäßige Wechseln eines Teils des Aquarienwassers, das Reinigen des Filters und ggf. das Absaugen von Mulm hinzu. Dies sind aber längst nicht alle Arbeiten, die auf den Aquarianer warten. Besondere Aufmerksamkeit muss er zum Beispiel auch den Pflanzen, die er in sein Aquarium eingebracht hat, widmen. Je nachdem, welche Ansprüche diese stellen, müssen sie vielleicht gedüngt oder regelmäßig beschnitten werden. Letztere Arbeit dient auch dazu, dass die Pflanzen das Aquarium nicht zu sehr zuwuchern und der Aquarianer noch in Ruhe die Aquarientiere beobachten kann.

Beobachten ist dabei ein gutes Stichwort: Dies ist eine der Hauptaufgaben für den Aquarianer, der er aber natürlich gerne nachkommt. Er muss einen Blick dafür entwickeln, wie es Tieren und Pflanzen in seinem Aquarium geht, und bei Bedarf eingreifen. Auch in einem gut gepflegten Aquarium versterben zum Beispiel ab und an einzelne Tiere: Diese müssen unbedingt schnell aus dem Aquarium entfernt werden, da einsetzende Verwesungsprozesse die Wasserqualität schnell verschlechtern könnten. Weitere Arbeiten bestehen zum Beispiel darin, die Scheiben des Aquariums ab und an zu reinigen und am besten täglich zu kontrollieren, ob das technische Equipment noch funktionsfähig ist.

Richtig viel Arbeit fällt allerdings dann an, wenn in einem Aquarium nicht alles so läuft, wie man es sich wünscht. Macht der Aquarianer die Beobachtung, dass sich Tiere seltsam verhalten, sich übermäßig viele Algen bilden oder Pflanzen eingehen, muss er schnell handeln und die Ursache ausfindig machen. Fehlt die Zeit für ein schnelles Umsetzen geeigneter Maßnahmen, ist das Aquarium manchmal nicht mehr zu retten.

Als Fazit kann man an dieser Stelle festhalten, dass jeder, der sich ein Aquarium anschafft, mit einigen Stunden Arbeit in der Woche rechnen sollte. Wie hoch der Zeitaufwand im Detail ausfällt, ist immer auch vom Besatz, von der Bepflanzung und selbstverständlich auch von der Größe des Beckens abhängig. Wer sich für ein Aquarium entscheidet, sollte in jedem Fall aber auch bereit sein, dann Arbeiten auszuführen, wenn es ihm eigentlich gerade nicht in die Freizeitgestaltung passt – nur so hat man eine Chance, bei ernsthaften Problemen das Schlimmste vermeiden zu können.

Was ist aufwendiger – ein kleines oder ein großes Aquarium?

Dass das Hobby Aquaristik mit vielen Arbeiten verbunden ist, sollte klar geworden sein. Manch ein Aquaristikneuling wird allerdings sicherlich verleitet sein zu denken, dass sich der Aufwand reduzieren ließe, wenn er nur ein sehr kleines Aquarium anschafft. Diese Überlegung ist insofern richtig, als dass zum Beispiel in einem kleinen Aquarium nicht derart viele Pflanzen kultiviert und gepflegt werden müssen, wie in einem großen Aquarium. Vergessen wird allerdings, dass in einem großen Becken die Wasserwerte oftmals stabiler sind als in einem kleinen. Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass es zum Beispiel weniger wahrscheinlich ist, dass es zu ernsten Problemen im Aquarium kommt, wenn die Gestaltung überarbeitet wird. Aquaristikneulinge sollten dies bedenken und nicht dem Trugschluss erliegen, dass klein immer auch einfach bedeutet.

Ist ein Aquarium auch für Kinder geeignet?

Keine Frage, ein Aquarium ist auch für Kinder faszinierend und lädt zu stundenlangen Beobachtungen ein. Gerade jüngeren Kindern kann man im Grunde aber nicht die alleinige Verantwortung für ein Aquarium übergeben. Die Arbeiten, die im Zuge der Pflege eines Aquariums anfallen, sind oft zu kompliziert und erfordern ein wenig Feingefühl, das Kinder häufig erst noch entwickeln müssen. Zudem sind grundlegende Kenntnisse über biologische Prozesse von Nöten. Wünschen sich Kinder also ein Aquarium, sollten die Eltern abwägen, ob sie selbst bereit sind, die regelmäßigen Arbeiten am Aquarium durchzuführen. Sicherlich können Eltern ihre Kinder miteinbeziehen, wenn zum Beispiel wieder einmal ein Teilwasserwechsel ansteht, die Verantwortung für das Wohlergehen von Fischen, Garnelen und Co. liegt aber schlussendlich bei den Eltern selbst. Hier gibt es also keinen Unterschied zur Anschaffung anderer Haustiere: Immer sollten die Eltern über eine Anschaffung entscheiden, da sie sich im Ernstfall um die Tiere kümmern müssen. Dies kann auch dann passieren, wenn Kinder, die zwar aufgrund ihres Alters durchaus schon in der Lage wären, alle Aufgaben rund um die Haustiere zu übernehmen, einfach das Interesse an den angeschafften Tieren verlieren.