Höhlen im Aquarium

Wer sich ein Aquarium anschaffen möchte, sollte bemüht sein, den Tieren und den Pflanzen, die dort ein neues Zuhause finden sollen, ein möglichst artgerechtes Leben zu ermöglichen. Gleichzeitig soll ein Aquarium aber natürlich auch optischen Kriterien genügen, damit sich der Besitzer desselben ausgiebig an ihm erfreuen kann. In beiden Kontexten spielt die Dekoration eines Aquariums eine wichtige Rolle. Neben Dekosteinen und Wurzeln finden häufig auch Höhlen aus unterschiedlichen Materialien Verwendung beim Einrichten eines Beckens. Im Folgenden erfahren Sie, warum Höhlen oft mehr sind als reine Dekorationsgegenstände sind, welche unterschiedlichen Varianten angeboten werden, wie Sie eine geeignete Höhle auswählen können und welche naheliegenden Möglichkeiten es gibt, Höhlen für das Aquarium selbst zu bauen.

Der Nutzen von Höhlen

Höhlen in einem Aquarium leisten oft mehr, nur als ansprechend auszusehen. Zahlreiche Aquarientiere schätzen den Schutz, den Höhlen bieten können. Dieser Schutz ist oft dann besonders willkommen, wenn ein Gemeinschaftsaquarium errichtet werden soll. Scheuere und kleinere Fische können sich so zum Beispiel vor größeren, lebhafteren Fischen bei Bedarf verstecken. Mitunter werden Höhlen von Aquarientieren auch zum Ablaichen genutzt. Für den Aquarianer selbst ist die Aquariumgestaltung mit einer oder mit mehreren Höhlen ebenfalls attraktiv: Er kann beobachten, wie seine Fische emsig in die Höhlen hinein und wieder hinausschwimmen und somit ein natürliches Verhaltensmuster zeigen.

Höhlen in den unterschiedlichsten Varianten

Das Angebot an unterschiedlichen Höhlen für die Aquariumeinrichtung ist groß. Grundsätzlich zu unterscheiden sind solche Höhlen, die gänzlich aus natürlichen Materialien bestehen, von solchen, die unter Verwendung künstlicher Stoffe hergestellt wurden. Zu Letzteren zählen zum Beispiel Höhlen aus Polyrin bzw. Polyresin. Diese gibt es in allen erdenklichen Formen – manche sind Steinen nachempfunden und wirken mitunter verblüffend natürlich, andere stellen Gebäude oder Ähnliches dar und tendieren somit leicht in das Kitschige. In vielen Herstellerhinweisen ist zu lesen, dass diese künstlichen Dekorationsgegenstände ungiftig seien und das biologische Gleichgewicht im Aquarium nicht gefährden sollen. Bei der Auswahl künstlicher Höhlen sollte man mindestens auf diese Zusage bauen. Alternativ ist der Verzicht auf alles Künstliche natürlich auch eine Option. Künstliche Dekoelemente in das Aquarium einzubringen, die anders als die Polyrin- oder Polyresin-Höhlen überhaupt nicht für die Aquaristik konzipiert wurden, erscheint in jedem Fall grundsätzlich risikoreich.

Im Bereich der Höhlen, die aus natürlichen Materialien bestehen, sind unter anderem Höhlen aus Kokosnussschalen, aus Lochgestein, Ton und Schiefer zu nennen. Lochgestein dient selbstverständlich nur dann als Höhle, wenn es entsprechende größere Aussparungen aufweist, allerdings werden gerade von jungen und kleinen Fischen auch schon die kleinsten Ritzen als Versteckmöglichkeiten genutzt. Solche Ritzen weist Lochgestein zur Genüge auf. Nachteilig an Lochgestein ist allerdings, dass es unter Umständen Kalk enthält, welcher zu einer Aufhärtung des Wassers führen könnte, und dass die Reinigung von Lochgestein mitunter mühsam ist. Mittlerweile gibt es auch Nachbildungen von Lochgestein aus Polyrin bzw. Polyresin.

Den Werkstoff Ton zählen wir an dieser Stelle zu den natürlichen Materialien, da er aus Tonmineralien besteht, die natürlichen Ursprungs sind. Selbstverständlich entsteht eine Höhle aus Ton für das Aquarium allerdings erst durch menschliches Zutun. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verzichtet also besser auf Glasuren, Farbzusätze etc., wenn deren Inhaltsstoffe und Auswirkungen nicht bekannt sind. Dass reine Tonhöhlen die Wasserwerte verändern, erscheint eher unwahrscheinlich – jedenfalls ist uns dies nicht bekannt. Die poröse Oberfläche von Tonhöhlen eignet sich im Übrigen gut, um Moose und andere geeignete Aquarienpflanzen aufwachsen zu lassen. Höhlen aus Ton für das Aquarium gibt es in zahlreichen Formen: angefangen von relativ unscheinbaren Halbkugeln bis hin zu relativ kitschigen Amphoren oder sonstigen Nachbildungen von Gegenständen. Eine Besonderheit sind Tonröhren, die mitunter hinten geschlossen sind. Sie werden oft genutzt, wenn Welse, Garnelen oder Krebse im Aquarium gehalten werden.

Höhlen aus Schiefer lassen sich relativ einfach selbst bauen, indem einzelne Schieferplatten entsprechend drapiert bzw. mit Kleber, der für das Aquarium geeignet ist, zusammengefügt werden. Bei Schiefer wird die Auswirkung auf die Wasserwerte immer wieder diskutiert: Mitunter ist es möglich, dass Kalkeinschlüsse das Wasser aufhärten. Ob Schiefer größere Mengen Kalk enthält, kann allerdings bei Bedarf mit den üblichen Methoden getestet werden. Abstand zu nehmen ist beim Kauf oder Basteln von Aquarienhöhlen in jedem Fall von Ölschiefer, der eine Vorstufe von Erdöl enthält.

Die richtige Auswahl der Höhlen

Die passende Höhle für das eigene Aquarium findet man, indem man ein paar wesentliche Aspekte berücksichtigt. Zum einen sollte die Höhle immer aus unbedenklichem Material bestehen und derart geformt sein, dass für die Aquarienbewohner keine Verletzungsgefahr (zum Beispiel durch scharfkantige Ecken) entsteht.

Des weiteren sind artspezifische Vorlieben zu berücksichtigen. Bestes Beispiel hierfür sind die oben bereits erwähnten, besonders geformten Höhlen für Welse, Krebse und Garnelen. Aus praktischen Gründen ist auch das Gewicht der jeweiligen Höhlen zu berücksichtigen: Wer beispielsweise nicht zahlreiche größere und schwere Steine nutzen möchte, um Höhlen zu bauen, könnte auf leichtere Nachbildungen aus Polyrin bzw. Polyresin zurückgreifen.

Eine Höhle für das Aquarium selbst bauen?

Solange vor allem die oben benannten Aspekte zur richtigen Auswahl der Höhle berücksichtigt werden, kann man Höhlen für sein Aquarium natürlich auch selbst bauen. Infrage kommt hier vor allem das Basteln mit Schieferplatten, Kokosnussschalen und Ton. Beim Bau einer Höhle aus Schieferplatten oder anderem geeigneten Stein ohne eine Verklebung muss allerdings zwingend auf eine verlässliche Statik geachtet werden, damit das „Bauwerk“ nicht unerwartet zusammenbrechen und Aquarienbewohner verletzen kann. Beim Bau von Höhlen aus Kokosnussschalen ist vor allem das gründliche Entfernen der Milch, des Fruchtfleisches, das Pfeilen von Schnitträndern, um Verletzungsgefahren zu eliminieren, sowie das Auskochen (ruhig mehrfach) und anschließende Trocknen der hohlen Nusshälften wichtig. In der Regel werden halbe Nusshälften verwendet, die zusätzlich mit einem Loch versehen werden, durch das die Aquarientiere in die Höhle vorstoßen können.