Die Rückwand im Aquarium

Die Rückwand in einem Aquarium ist oft eine Schwachstelle, wenn es um eine attraktive Gestaltung des Beckens geht. Widmet man sich der Rückwand nicht, wird die Gesamtoptik oft beeinträchtigt, da Kabel und Schläuche häufig hinter dem Aquarium verlegt werden und somit sichtbar bleiben. Um dieses zu vermeiden und gleichzeitig ggf. den natürlichen Lichteinfall in ein Aquarium zu begrenzen, können Aquarianer auf diverse Gestaltungsoptionen zurückgreifen. Manch eine Rückwandgestaltung kann dabei sehr schnell und kostengünstig realisiert werden, manch eine erfordert aber auch einen höheren finanziellen Einsatz oder aber handwerkliches Geschick und Kreativität. Welche unterschiedlichen Optionen es zur Gestaltung einer Aquarienrückwand gibt, erfahren Sie im Folgenden.

Die einfachsten Lösungen: Poster, Tonpapier, Klebefolie oder Farbe

Wer sich nicht lange mit der Gestaltung der Rückwand aufhalten möchte – zum Beispiel, weil das Aquarium später ohnehin dicht bepflanzt werden soll – kann auf die handelsüblichen Poster zurückgreifen, mit denen eine Rückwand gestaltet werden kann. Angeboten werden hier sehr viele unterschiedliche Motive, von denen manche ohne Frage auch leicht kitschig sein können – die Auswahl des Motivs ist aber natürlich wie so vieles Geschmackssache. Fällt die Wahl auf ein solches Poster, muss der Aquarianer dieses lediglich an der Rückwand befestigen – eine Aufgabe, die in wenigen Minuten erledigt sein sollte. Wem die im Handel angebotenen Poster nicht gefallen, kann natürlich auch ein eigenes Motiv vergrößern und abziehen lassen, um dieses dann schlussendlich für die Gestaltung der Rückwand zu verwenden. Noch simpler ist die Variante, die Rückwand einfach mit einfarbigem Tonpapier zu bekleben. Dies ist zwar eine sehr minimalistische Spielart, werden in das Aquarium später allerdings ohnehin größere Wurzeln, Steine und viele Pflanzen eingebracht, fällt diese einfache Gestaltung in der Regel gar nicht mehr nachteilig auf, sondern bringt im Gegenteil ein wenig Ruhe in das Aquarium.

Einen Nachteil hat die Verwendung von Tonpapier und Co. allerdings auch: Auch wenn es natürlich hinter der Rückwand befestigt wird, kann es – zum Beispiel beim Teilwasserwechsel – mit Feuchtigkeit in Kontakt kommen. Geschieht dieses, kann sich das Tonpapier unschön wellen, sodass man die Rückwand eventuell des Öfteren austauschen oder zumindest neu befestigen muss. Wer sich dieses ersparen möchte, aber dennoch wert auf eine minimalistische Gestaltung der Rückwand legt, kann alternativ zum Beispiel auf Klebefolie zurückgreifen, mit der die Rückwand im Aquarium abgedunkelt werden kann. Beim Befestigen einer solchen Folie muss man allerdings recht sorgfältig vorgehen, da sich beim Aufkleben schnell unschöne Bläschen bilden können. Zudem glänzen Folien ab und an recht stark, was mitunter unerwünscht sein kann. Dies legt sich allerdings in der Regel, wenn sich auf den Scheiben des Aquariums die ersten normalen Rückstände absetzen. Eine weitere relativ einfach zu realisierende Möglichkeit besteht darin, die Rückwand einfach von außen mit Farbe zu streichen. Aber auch hierbei gibt es ein paar Haken: Dazu gehört vor allem, dass man eine einmal gestrichene Rückwand nicht ohne Weiteres wieder umgestalten kann, dass die Farbe eine gewisse Zeit benötigt, um zu trocknen, und dass die Farbe zum Beispiel bei Stößen mitunter auch wieder abplatzen kann.

Eine Lösung für Pflanzenliebhaber

Wer in einem Aquarium Tiere hält, die auf eine ausreichende Bepflanzung wert legen, kann auch auf eine „grüne Rückwand“ setzen. Besonders gerne werden für solche Rückwände Moosarten wie zum Beispiel das Javamoos verwendet. Hier stellt sich allerdings die Frage, wie man Pflanzen dieser Art dazu kriegt, die Rückwand zu überziehen. Diesbezüglich muss der Aquarianer ein wenig Kreativität an den Tag legen und den Pflanzen etwas bieten, an dem sie festwachsen können. Diverse Lösungen scheinen hier praktikabel, wobei allerdings immer wert darauf gelegt werden sollte, dass die einzelnen Konstruktionen nicht die Sicherheit der Aquarienbewohner gefährden und nicht die Wasserqualität negativ beeinflussen. Am einfachsten funktioniert die Begrünung der Rückwand mit zum Beispiel Javamoos sicherlich dann, wenn man sich gleichzeitig für einen Mattenfilter entscheidet. Auf dieser Grundlage kann sich das Moos gut festsetzen und somit im Laufe der Zeit die gesamte Wand begrünen.

Die 3D-Lösung

Rückwände, die wie oben beschrieben mit Tonpapier, Klebefolie oder einfach mit Farbe gestrichen werden, weisen einen Nachteil auf, auf den wir noch nicht zu sprechen gekommen sind. Die Rückwand bleibt, wenn sie gestrichen oder mit Papier oder Folie beklebt wird, eindimensional. Der Betrachter sieht somit, wenn er einen Blick in das Aquarium wirft, lediglich eine ebene Fläche, die nicht sehr lebendig wirkt. Wer mehr Schwung in sein eigenes Aquarium bringen und dabei eine natürliche Gestaltung nicht außer Acht lassen möchte, setzt besser auf eine sogenannte 3D-Rückwand. Eine solche Rückwand weist eine gewisse Struktur auf, wobei einzelne ihrer Bestandteile in den Raum leicht hineinragen. Dies sieht auf der einen Seite sehr natürlich aus, führt auf der anderen Seite allerdings auch dazu, dass sich das Platzangebot im Aquarium ein wenig verringert. Solche Rückwände kann man im Aquaristikfachhandel erwerben oder aber selbst bauen. Für letzteres Vorhaben sollte man allerdings ein wenig handwerklich begabt sein und ausreichend Zeit aufbringen können. Belohnt wird man für seine Mühe allerdings dadurch, dass die Materialkosten für den Eigenbau in der Regel sehr viel niedriger sind als die Kosten, die beim Kauf einer fertigen 3D-Rückwand anfallen. Alle verwendeten Materialien müssen dabei allerdings unbedenklich sein, damit sie im Aquarium keinen Schaden anrichten können, und die fertige Rückwand sollte vor dem Einbringen in das Aquarium eine Zeit lang separat gewässert werden.