Dekosteine im Aquarium

Geht es um Steine, die in ein Aquarium eingebracht werden sollen, ist der Begriff „Dekosteine“ eigentlich nicht ganz zutreffend. Steine in einem Aquarium erfüllen nämlich weit mehr Funktionen, als lediglich dekorativ zu sein. Wer Dekosteine – bleiben wir dennoch einmal bei diesem Begriff – in sein Aquarium einbringt, tut nicht nur etwas für eine ansprechende Optik, sondern gestaltet den Lebensraum seiner Aquarientiere auch abwechslungsreicher und somit lebenswerter.

Bei der Auswahl der passenden Steine ist somit auf mehr zu achten, als auf die eigenen menschlichen Vorlieben. Von größter Bedeutung ist es dabei, dass die Dekosteine möglichst keine Stoffe an das Aquarienwasser abgeben und derart im Becken positioniert sind, dass auch andere Gefahren für die Aquarienbewohner ausgeschlossen sind. Im Folgenden erfahren Sie mehr dazu, wie Sie geeignete Dekosteine für Ihr Aquarium finden, wie Sie mit diesen ein Aquarium effektvoll dekorieren und welche Steinarten in der Aquaristik unter anderem beliebt sind.

Auswahl der passenden Dekosteine

Alles, was in ein Aquarium eingebracht wird, sollte sorgfältig ausgewählt werden. Dies gilt selbstverständlich auch für Dekosteine. Der Fachhandel hält ein breites Angebot an Steinen parat, die sich für die Gestaltung eines Aquariums verwenden lassen. Mitunter sammeln Aquarianer auch Steine in der freien Natur, um sie später gereinigt in das Becken einbringen zu können.

Vor allem die letztere Variante erfordert allerdings einiges an Know-how. Nicht nur, dass die Steine aus einem möglichst natürlichen Umfeld stammen sollten, um Verschmutzungen mit chemischen Mitteln zu vermeiden, die Steine sollten auch keine Öle, Metalleinschlüsse und keinen Kalk (hier gibt es Ausnahmen bei speziellem Tierbesatz im Aquarium) enthalten. Die Auswahl geeigneter Steine aus der freien Natur ist für den Laien also in der Regel schwierig. Auch im Handel ist allerdings nicht alles Gold, was glänzt.

Egal ob es sich also um gekaufte oder selbst gesammelte Steine handelt, mit zwei Kniffen lässt sich zumindest ermitteln, ob Öl und Kalk nicht in großen Mengen im Gestein enthalten sind. An der Oberfläche eines stark kalkhaltigen Steines bildet sich Schaum, wenn man ihn mit Essigessenz beträufelt. Ein ölhaltiger Stein gibt in der Regel Teile des Öls ab, wird er längere Zeit in einem Eimer mit klarem Wasser eingeweicht. Das ausgetretene Öl ist an den Schlieren im Wasser zu erkennen.

Darüber hinaus verrät selbstverständlich auch schon die Optik oft, ob ein Dekostein für den Einsatz im Aquarium geeignet ist: Mitunter lassen sich mit bloßem Auge Metalleinschlüsse erkennen. Auf jeden Fall erkennbar sind scharfe Kanten. Auf Steine, die solche aufweisen, sollte man zuliebe des Tierbesatzes ebenfalls verzichten: Das Verletzungsrisiko wäre ansonsten einfach zu hoch.

Vorbereitung der Steine für ihren Einsatz im Aquarium

Hat man die individuell passende Auswahl an Dekosteinen getroffen und ggf. die Steine auf Metalleinschlüsse, Kalk, Öl und scharfe Kanten überprüft, ohne dass es zu Beanstandungen kam, steht zunächst das Reinigen der Dekosteine auf dem Plan. Im Regelfall wird man jeden Stein, der ins Aquarium gegeben werden soll, zunächst eine Zeit lang in sauberem Wasser einweichen, danach gründlich mit frischem Wasser abspülen und schlussendlich abbürsten, um oberflächliche Verschmutzungen zu entfernen.

Da diese Behandlung unter bestimmten Umständen allerdings noch nicht gänzlich ausreichen könnte, folgt danach oft noch das Auskochen der Dekosteine, wie man es auch von der Reinigung anderer Dekogegenstände für das Aquarium kennt. Dieselbe Prozedur kann man im Übrigen auch absolvieren, möchte man Steine, die bereits längere Zeit in einem Aquarium lagen, von Verunreinigungen und Algenaufwuchs befreien, um sie wieder optisch attraktiver zu machen.

Mit Dekosteinen ein Aquarium aufwerten

Es gibt zahlreiche Optionen, wie Steine ein Aquarium optisch aufwerten und zugleich den Aquarientieren mehr Lebensqualität bieten können. Bei recht schlichten Gestaltungen werden einfach ein paar Steine in einer kleinen Gruppe angeordnet. Dabei sollten die Steine allerdings nie zu nahe an den Wänden des Aquariums zum Liegen kommen: Zum einen ist bei einer solchen Positionierung nicht ausgeschlossen, dass es beim Dekorieren oder bei einem ungeplanten Verrutschen der Dekosteine zu unsanften Berührungen mit den empfindlichen Glaswänden kommt. Zum anderen wird der Platz zum Beispiel zwischen Stein und Aquariumrückwand gerne von Aquarientieren als Versteckmöglichkeit genutzt. Hierfür muss der Platz aber auch ausreichend bemessen sein, damit kein Tier in eine Falle gerät.

Sollen Dekosteine gestapelt werden – zum Beispiel, um eine Höhle zu bauen, die von diversen Aquarientieren gerne genutzt wird, – ist zwingend auf die Stabilität des Bauwerkes zu achten. Käme es zum Einsturz, könnten Fische und Co. ansonsten stark verletzt oder gar getötet werden. Für alle Aquarianer, die zahlreiche Dekosteine in ihr Becken einbringen möchten, ist es zudem wichtig, das hohe Gewicht der Steine bei der Auswahl des Aquariumunterschrankes zu berücksichtigen.

Steine sind ohne Frage optisch reizvoll, manch einem Aquarianer genügt es allerdings nicht, bloß blanke Steine in das Becken einzubringen. Mit ein wenig Geschick und der passenden Auswahl an Pflanzen kann es auch gelingen, Dekosteine zu begrünen. Zu diesem Zwecke werden gerne geeignete Pflanzen wie Moose auf Steine aufgebunden, bis sie hier selbst ausreichend Halt finden können. Manche Gesteinsarten sind auch derart gut zu bearbeiten, dass man sie mit Bohrlöchern versehen kann, in die dann effektvoll Pflanzen eingesetzt werden können.

Bekannte Steinarten in der Aquaristik

Zu den Steinarten, die in der Aquaristik relativ häufig einen Einsatz finden, zählen ohne Frage Lochgestein, Lavasteine und Schiefersteine. Darüber hinaus gibt es weitere Gesteinsarten, die sich für die Aquaristik eignen. Während Lavasteine weitestgehend als unproblematisch zu bewerten sind, ist bei Lochgestein der mitunter hohe Kalkgehalt zu beachten. Schiefersteine gelten in der Regel ebenfalls als unproblematisch – zumindest solange man ausschließen kann, dass man es nicht mit Ölschiefer, der eine Vorstufe von Erdöl enthält, zutun hat. Ab und an werden aber auch bei Schiefer Auswirkungen auf die Wasserqualität diskutiert, wobei mitunter ebenfalls Kalk im Fokus steht. Lochgestein, Lavasteine und Schiefersteine stellen wir Ihnen in kurzen separaten Texten detaillierter vor.