Afrikanische Killifische im Überblick

Die Killifische sind keine „Killerfische“, sondern im Allgemeinen eher friedlich. Ihr Namen geht vielmehr auf das alt-niederländische Wort Kil zurück, welches kleine Gewässer bezeichnet. Kleine Gewässer sind der hauptsächliche Lebensraum vieler Killifische. Aber eigentlich steht die Bezeichnung Killifische historisch gesehen nur den amerikanischen Fundulus-Arten zu. Heute versteht man in Aquarianerkreisen aber darunter mindestens die farbenprächtigen Arten der Gattungen Nohtobranchius, Aphyosemion, Fundulopanchax und einiger anderer Gattungen.

Die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den einzelnen Gattungen sind immer noch nicht restlos geklärt. Man nimmt heutzutage aber allgemein an, dass die Ahpyosemion und die Fudlopanchax eng mit miteinander verwandt sind und mit den Nothobranchius einen gemeinsamen Ast im Stammbaum der westafrikanischen Killifische bilden, während die Callopanchax und die Epiplatys den anderen Zweig darstellen.

Seit Ende der 1990-ziger Jahre werden die Killifische auch molekulargenetisch untersucht, womit die leidige Namensdiskussion und die Umbenennung und Ausgliederung einzelner Gattungen endlich ein Ende finden dürfte.

Übersicht der Killifische aus Afrika

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Wissenschaftlicher Name Deutscher Name Verbreitung Gewässertyp Pflege Nachzucht
Aphyosemion (Fam.Nothobrachiidae) Prachtkärpflinge
Aphyosemion australe Bunter Prachtkärpfling Gabun und Zaire Regenwald-gewässer einfach mittel, Haftlaicher
Aphyosemion bivittatum Gebänderter Prachtkärpfling Kamerun und Nigeria Bäche in Regenwald und Savanne einfach mittel, Haftlaicher
Aphyosemion cameronense Kamerun-Prachtkärpfling Im tropischen Westafrika weitverbreitet Langsam fließende Gewässer mittel mittel, Übergangstyp
Aphyosemion cognatum Gepunkteter Prachtkärpfling Zaire Einzusgbereich des Stanley-Pools einfach mittel, Bodenlaicher
Aphyosemion elberti Elberts-Prachtkärpfling Kamerun, Nigeria, Zentralafr.Republik Bäche, Flüsse und Sümpfe der Savanne k.A. k.A.
Aphyosemion lujae Kongo-Prachtkärpfling Kongo Einzugsgebiet des Kasave Rivers mittel mittel, Übergangstyp
Aphyosemion striatum Gestreifter Prachtkärpfling Kongo und Gabun Uferzone und verkrautete Gewässer einfach mittel, Haftlaicher
Callopanchax (Fam.Nothobrachiidae) Prachtkärpflinge
Callopanchax monroviae Monrovia-Prachtkärpfling Liberia, Sierra Leone Temporäre Kleingewässer mittel mittel, Bodenlaicher
Callopanchax occidenatlis Goldfasan-prachtkärpfling Liberia, Sierra Leone Temporäre Kleingewässer mittel mittel, Bodenlaicher
Callopanchax toddi - Sierra Leone Quelltümpel mittel mittel, Bodenlaicher
Diapteron (Fam.Nothobrachiidae) Prachtkärpflinge
Diapteron fulgens - Kongo Sumpfige Zonen der Fließgewässer im Regenwald schwierig schwierig, Haftlaicher
Diapteron georgiae Georgias-Prachtkärpfling Gabun Ähnliche Biotope wie D.fulgens schwierig schwierig, Haftlaicher
Epiplatys (Fam.Nothobrachiidae) Prachtkärpflinge
Epiplatys annulatus Ringelhechtling Sierra Leone, Guinea und Liberia Küstennahe pflanzenreiche, sumpfige Gewässer einfach mittel, Haftlaicher
Epiplatys bifasciatus Zweistreifen-Hechtling In Westafrika weit verbreitet Savannengewässer einfach einfach, Haftlaicher
Epiplatys chaperi Ghana-Hechtling Ghana und Elfenbeinküste Langsam fließende Gewässer und Sümpfe einfach einfach, Haftlaicher, Eier lichtempfindlich
Epiplatys chevalieri Zier-Hechtling Zaire Einzugsgebiet des Stanley-Pools einfach einfach, Übergangsform
Epiplatys dageti Querband-Hechtling Sierra Leone bis Ghana Bäche u. Sümpfe der Küstenregion einfach einfach, Haftlaicher
Epiplatys fasciolatus Bronze-Hechtling Sierra Leone, Guinea und Liberia Bäche und Wasserstellen mittel einfach, Haftlaicher
Epiplatys grahami Grahams Hechtling Gabun, Kamerun, Nigeria Küstennahe Lagunen, Seitenarme u. Wasserlöcher einfach einfach, Haftlaicher
Epiplatys lamottei Blauer Hechtling Guinea, Liberia Quellgebiet des Niger mittel einfach, Haftlaicher
Epiplatys roloffi Roloffs Hechtling Guinea, Liberia und Elfenbeinküste Flache Gewässer einfach mittel, Haftlaicher
Epiplatys sexfasciatus Sechsbandhechtling In Westafrika weit verbreitet Gewässer in Regenwald und Savanne mittel mittel
Epiplatys singa Großpunkthechtling Unterkauf des Zaire Rivers mittel mittel, Haftlaicher
Fundulopanchax (Fam.Nothobrachiidae) Prachtkärpflinge
Fundulopanchax amieti Amiets Prachtkärpfling SW-Kamerun Sanaga-River einfach mittel, Haftlaicher
Fundulopanchax cinamomeum Zimt-Prachtkärpfling Kamerun Gewässer der Ruompi Bergregion einfach mittel, Boden- u. Haftlaicher
Fundulopanchax fallax Schwalbenschwanz-Prachtkärpfling Ghana, Kamerun, Nigeria Wasserlöcher u. Resttümpel der Küstenregion einfach mittel, Bodenlaicher
Fundulopanchax filamentosum Faden-Prachtkärpfling Nigeria und Togo Sumpfige Gewässer einfach mittel, Bodenlaicher
Fundulopanchax gardneri Gardners Prachtkärpfling Nigeria, Kamerun Kleingewässer in Regenwald und Savanne einfach einfach, Haftlaicher
Fundulopanchax scheelii Scheels Prachtkärpfling Nigeria, Galerie- und Regenwälder, Nigerdelta Bäche mittel mittel, Haftlaicher
Fundulopanchax sjoestedti Blauer Prachtkärpfling Kamerun, Nigeria Wasserlöcher und Resttümpel einfach mittel, Bodenlaicher
Nothobranchius (Fam.Nothobrachiidae) Prachtkärpflinge
Nothobranchius eggersi Orchideen-Prachtgrundkärpfling Ost-Tansania Überschwemmungszone Ruhoi-Flusses einfach mittel, Bodenlaicher
Nothobranchius furzeri Türkiser Prachtgrundkärpfling Simbabwe einfach mittel, Bodenlaicher
Nothobranchius orthonotus Anamalugo Südliches Afrika Überschwemmungszone großer Flüsse mittel mittel, Bodenlaicher
Nothobranchius rachovii Rachovs Prachgrundkärpfling Mozambique Tümpel und Wasserlöcher einfach mittel, Bodenlaicher
Pachypanchax (Fam.Aplocheilidae)
Pachypanchax omalonotus Madagaskar-Hechtling NW-Madagaskar und Insel Nosi Bé einfach einfach, Haftlaicher
Pachypanchax playfairii Tüpfel-Hechtling Seychellen Bäche und Tümpel einfach einfach, Haftlaicher
Aplocheilichtys Leuchtaugenfische
Aplocheilichtys katangae Katanga-Leuchtaugenfisch In Afrika weit verbreitet Uferzone stehender und fließender Gewässer einfach einfach, Haftlaicher
Aplocheilichtys pumilus Vielfarbiger Leuchtaugenfisch Ostafrikanische Seen u. Einzugsgebiet Stehende und fließende Gewässer mittel mittel, Haftlaicher
Lamprichthys
Lamprichthys tanganicus Tanganjika-Leuchtaugenfisch Tanganjikasee Freiwasserzone, laicht aber an Felsen ab schwierig schwierig
Micropanchax
Micropanchax macrophthalmus Blauer Leuchtaugenfisch Benin und Nigeria Regenwaldbäche mittel mittel, Haftlaicher
Poropanchax
Poropanchax normani Normans Leuchtaugenfisch Tschad und Weißer Nil Gewässer der Savanne mittel mittel, Haftlaicher

Familie der Prachtkärpflinge Nothobranchiidae

Gattung Aphyosemion:

Aphysemion, das heißt wörtlich übersetzt kleiner Fisch mit Fahne. Die Prachtkärpflinge dieser Gattung sind im tropischen Westafrika verbreitet. Die zahlreichen Arten, Unterarten, geographischen Rassen, Formenkreise und Standortvarietäten bereiten den Systematikern unter den Fischspezialisten immer wieder Kopfzerbrechen und führen zu zahlreichen Umbenennungen und Ausgliederungen in eigene Gattungen. Das macht es selbst erfahrenen Killifisch-Spezialisten nicht immer leicht, die von ihnen gepflegten Aphyosemion-Arten sicher einzuordnen. Hinzu kommt, dass sich die Weibchen, die wesentlich schlichter gefärbt sind als die Männchen, untereinander sehr ähneln.

Elberts Prachtkärpfling - Aphysemion elberti

Aphyosemion elberti-Männchen, Foto: Montykillies, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Im Allgemeinen haben die Aphyosemion-Arten einen schlanken Körperbau, der dem hechtähnlichen Typus nahekommt. Dazu trägt die leicht abgeflachte Stirn und das breite, nach oben gerichtete Maul bei. Die Männchen haben farbenprächtige, teilweise spitz ausgezogene Flossen. Die Flossen der Weibchen sind meist weniger bunt und haben eine abgerundete Form.

Trotz des oberständigen Maules sind die Aphyosemion keine ausgesprochenen Oberflächenfische. Sie halten sich genauso regelmäßig in der Mitte oder dicht über dem Gewässerboden auf. Ohnehin haben die von Aphysemion-Arten besiedelten, seichten Gewässer keine stabilen horizontalen Zonen. Die Aphysemion kommen in den unterschiedlichsten Kleingewässern vor, die, je nach Saison, ganz verschiedene Wasserverhältnisse und Temperaturen aufweisen. Vielen dieser Kleingewässer gemeinsam ist jedoch, dass sie außerhalb der Regenzeiten austrocknen. Aphysosemion-Arten haben ihren Entwicklungszyklus solchen temporären Gewässern angepasst. Viele Prachtkärpflinge sind ausgesprochene Saisonfische, die rasch aufwachsen, die Geschlechtsreife erreichen, sich fortpflanzen und kurze Zeit darauf eingehen. Ihre Eier können lange Trockenperioden im feuchten Schlamm überdauern, um dann kurz nach dem ersten Regenguss zu schlüpfen.

Je nach Gewässertyp kann man zwischen Haftlaichern und Bodenlaichern unterscheiden. Die Weibchen der Haftlaicher legen ihre Eier an und zwischen feinfiedrige Wasserpflanzen ab. Die Eier blieben daran mit ihren kurzen Klebefäden haften. Die Embryonen dieser Gelege entwickeln sich relativ rasch und schlüpfen in wenigen Wochen. Bodenlaicher legen die Eier dagegen am Bodengrund ab. Im Aquarium bietet man ihnen dazu z.B. langfaserigen Torf. Nach der Eiablage werden die Gelege zusammen mit dem Laichsubstrat leicht entwässert und können dann über viele Monate im feuchten Torf aufbewahrt werden. Ist die Embryonalentwicklung abgeschlossen, dann schlüpft der Nachwuchs nach einem kühlen Wasseraufguss innerhalb weniger Stunden. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es Arten, deren Embryonen sich sowohl ohne Ruhepause im Wasser, als auch im sogenannten Trockenansatz in einem feuchten Substrat entwickeln können.

Gattung Diapteron:

Zur Gattung der Diapteron gehören 4 bis 5, nur wenige cm große Killifisch-Arten, die eng begrenzte Verbreitungsgebiete im Kongo und in Gabun haben. Von ihnen sind jedoch nur 2 in der Aquaristik von Bedeutung.

Diapteron-Arten lassen sie sich morphologisch von den Aphyosemion-Arten an der Stellung der Flossen unterscheiden. Bei den Diapteron-Arten liegen Rücken- und Afterflosse etwa auf gleicher Höhe. Die Männchen sind intensiv blau und rot gefärbt und haben auf der Schwanz- und der Afterflosse orange gefärbte Streifen. Die Weibchen sind dagegen relativ schlicht gefärbt. Sie sind nicht-annuelle Haftlaicher. Die Pflege und die Zucht gelten als schwierig. Die Jungfische neigen zu Kannibalismus und müssen rechtzeitig nach Größenklassen getrennt werden.

Gattung Callopanchax:

Die Fische der Gattung Callopanchax werden im Deutschen ebenfalls Prachkärpflinge genannt, was zu Verwechslungen mit den Prachtkärpflingen der Gattung Aphyosemion führen kann. Diese Killifsche kommen in den Küstenregionen von Sierra Leone, Guinea oder Liberia vor. Sie besiedeln dabei vor allem kleinere Gewässer und Sümpfe, die außerhalb der Regenzeit regelmäßig trockenfallen. Als Saisonfische sind sie an diese extremen Lebensbedingungen optimal angepasst.

Die Weibchen sind Bodenlaicher. Die Eier können im feuchten Schlamm meist einige Monate überdauern, bis erneut Regen fällt. Dann schlüpfen die Jungfische innerhalb weniger Stunden und sind bereits nach kaum mehr als 2 Monaten geschlechtsreif. Entsprechend kurz ist ihr Lebensalter in freier Wildbahn. Im Aquarium, also bei ausdauerndem Wasserstand, können sie allerdings bis zu 2 Jahre alt werden.

Bisher sind 5 Callopanchax-Arten bekannt. Nur drei von ihnen sind auch aquaristisch von Bedeutung und in der Tabelle aufgeführt. Der Callopanchax monroviae, der Callopanchax occidentalis und der Callopanchax toddi.

Gattung Epiplatys:

Epiplatys, das bedeutet „oben flach“ und weist auf die gerade Kopf-Rücklinie mit dem oberständigen Maul hin, die diese Hechtlinge, als ausgesprochene Oberflächenfische, ausweisen. Die Epiplatys lauern meist im Schutz von Schwimmpflanzen oder im Schatten der Uferböschung auf Anflugnahrung und andere Beute, die auf die Wasseroberfläche fällt oder sich dicht darunter aufhält. Das sind z.B. Mückenlarven, die mit ihrem Atemrohr kopfunter an der Wasserfläche hängen.

Ringelhechtling - Epiplatys annulatus

Männchen des Ringelhechtlings Epiplatys annulatus, Foto: Oscar le Poisson, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Die Hechtlinge sind vor allem im Westen Afrikas von Senegal bis Nordangola im Süden und östlich bis zum Südsudan verbreitet. Sie besiedeln Bäche und andere Kleingewässer des Regenwaldes und auch in der offenen Savanne.

Wie bei Killifischen üblich, sind auch bei diesen Hechtlingen die Geschlechter stark differenziert. Die Weibchen sind in der Regel kleiner und unscheinbarer gefärbt, als die Männchen. Die Weibchen sind Haftlaicher und heften jeweils nur einige wenige Eier pro Tag an feinfiedrige Wasserpflanzen, wie z.B. das Javamoos. Die Embryonalentwicklung im Ei dauert rund 2 Wochen. Nach mehr oder weniger als einem halben Jahr sind die Fische bereits geschlechtsreif. Im Aquarium liegt die Lebensdauer bei 1 bis 2 Jahren.

Gattung Fundulopanchax:

Gardners-Prachtkärpfling

Gardners-Prachtkärpfling, Foto: Heiko Fröhlich

Die Vertreter der Gattung Fundalopanchax sind eng mit den Aphyosemion-Arten verwandt. Sie wurden aus der Gattung Aphyosemion ausgegliedert und sind in der älteren Aquarienliteratur noch unter dem alten Gattungsnamen aufgeführt. Das Verbreitungsgebiet liegt im tropischen Westafrika.

Gattung Nothobranchius:

Die Prachtgrundkärpflinge der Gattung Nothobrachius sind im Gegensatz zu den westafrikanischen Aphyosemion- und Diapteron-Arten in Zentral- und vor allem Ostafrika verbreitet. Die Gewässer dieser Savannengebiete sind einem jahreszeitlichen Wechsel von Regen- und Trockenzeiten ausgesetzt. Daran sind diese annuellen Saisonfische hervorragend angepasst.

Sie sind Bodenlaicher, deren Eier über viele Monate im Dauerzustand im noch feuchten Bodenschlamm der ausgetrockneten Gewässer ausharren können, bis die Brut nach den ersten heftigen Regenfällen innerhalb weniger Stunden schlüpft. Die Notobranchiud-Arten müssen allerdings mit extremen Unterschieden in den Wassertemperaturen, die von 0 bis 40oC reichen können, zurechtkommen.

Luft-Nothobranchius-Arten haben im Vergleich zu anderen Killifischen eine deutlich gerundetere Körperform, die Männchen wirken sogar etwas bullig. Die Männchen aller Nothobranchius-Arten sind sehr farbenprächtig, während die Weibchen schlicht und unauffällig gefärbt sind.

Rachows Prachtgrundkärpfling - Nothobranchius rachovii

Männchen von Nothobranchius rachovii, Foto: Andreas Wretström, Creative Commos Attr.-Share Alike 2.5 Generic

Als Laichsubstrat wird in der Regel faseriger Torf gewählt. Nach der Eiablage wird der Torf herausgenommen, etwas entwässert und dann in halb-feuchtem Zustand aufbewahrt, bis die Embryonalentwicklung im Ei abgeschlossen ist. Das kann je nach Art zwischen 2 und 6 Monate dauern. Danach wird das Laichsubstrat mit kühlem Wasser aufgegossen und der Nachwuchs schlüpft nach wenigen Stunden. Die Jungfische wachsen sehr schnell heran und sind bereits nach wenigen Wochen geschlechtsreif. Die Haltung und die Zucht der Nothobranchius unter Aquarienbedingungen gelten als unproblematisch und einfach.

Familie der Aplocheilidae

Gattung Pachypanchax:

Die Killifische haben mit der Gattung Aplocheilus ihren Verbreitungsschwerpunkt in Asien. Lediglich die Gattung Pachypanchax ist mit mehreren Arten vor den Küsten Südostafrikas, auf Madagaskar und mit einer Art auf den Seychellen vertreten. Der Tüpfel-Hechtling Pachypanchax playfairii kommt in den Fließgewässern und nur während der Regenzeit in wasserführenden Sumpflöchern der Zentralen Seychellen-Inseln vor. Auf Sansibar wurde die Art ausgesetzt und ist dort inzwischen ebenfalls weit verbreitet. Von den madagassischen Arten ist lediglich der Madagaskar –Hechtling Pachypanchax omalonotus aquaristisch von Bedeutung.

Madagaskar-Hechtling - Pachypanchax omalonotus

Madagaskar Hechtling Pachypanchax omalonotus, Foto: Tino Strauss, Creatve Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Diese Hechtlinge sine Haftlaicher. Die Weibchen legen die Eier an Wasserpflanzen ab. Die Eientwicklung ist bereits nach rund 2 Wochen abgeschlossen.

Leuchtaugenfische

Die Leuchtaugenfische Afrikas gehören zur Unterfamilie Procatopodinae mit mehr als 80 Arten aus 8 Gattungen. Sie sind sowohl im tropischen, als auch im subtropischen Afrika verbreitet.

Es handelt sich in der Mehrzahl um Schwarmfische, die dicht unter der Wasseroberfläche auf Nahrungssuche gehen. Während die adulten Leuchtaugenfische vorwiegend in der Freiwasserzone umherziehen, halten sich die Jungfische eher in ruhigen, geschützten Buchten versteckt.

Kennzeichnend für alle Arten ist ihre leuchtende oder irisierende Iris. Es ist anzunehmen, dass sie sich im trüben Wasser daran erkennen und zusammenhalten, denn der übrige Körper ist relativ farblos. Lediglich der Tanganjikaleuchtaugenfisch bildet da eine Ausnahme. Die meisten Arten gehören zur Gattung Aplocheilichthys. In der Aquaristik führen die Leuchtaugenfische im Vergleich zu den eigentlichen Killifischen eher ein Schattendasein, da sie nicht sehr farbenprächtig sind und obendrein noch schwierig zu pflegen und zu züchten sind.

Gattung Aplocheilichthys:

Diese Gattung umfasst mit ca. 50 Arten die Leuchtaugenfische im engeren Sinne. Sie sind je nach Art in West-, Zentral-, Südost-Afrika oder im Nilgebiet verbreitet. Es handelt sich um relativ keine Arten, deren Flanken bei schräg einfallendem Licht metallisch irisierend sind. Auffallend ist die hell leuchtende Iris der Augen. Meist bleiben der Körper und die Flossen durchsichtig oder sind höchstens leicht pastellfarben gefärbt. Es handelt sich um schlanke Fische mit abgerundeten Flossen.

Gattung Lamprichthys:

Der Tanganjika-Leuchtaugenfisch ist der einzige Vertreter der Gattung Lamprichthys. Er lebt in Schwärmen in der Freiwasserzone des Tanganjikasees, laicht aber an der Felsküste ab. Die Weibchen drücken die Eier in Risse und Spalten zwischen die Felsen. Die Brut schlüpft nach 3 bis 6 Wochen und kann im Aquarium relativ leicht aufgezogen werden. Ein Salzzusatz im Aquarium fördert die Widerstandskraft und Farbenpracht der Fische.

Tanganjika-Leuchtaugenfisch - Lamprichthys tanganicanus

Männchen des Tanganjika-Leuchtaugenfisches Lamprichtys tanganicus, Foto: Pass3456, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Gattung Micropanchax:

Die Leuchtaugenfische der Gattung Micropanchax gehören, zusammen mit dem Tanganjika-Leuchtaugenfisch Lamprichtys tanganicanus und einigen anderen kleineren Gattungen, zur Unterfamilie der Procatopodinae. Zur Gattung Micropanchax zählen 9 Arten, von denen der Blaue Leuchtaugenfisch Micropanchax macrophthalmus am häufigsten im Aquarium gehalten wird.

Die Populationen können je nach Fundort ganz unterschiedlich gefärbt werden. Manche Stämme werden daher auch eher als Roter Leuchtaugenfisch bezeichnet.

Gattung Poropanchax:

Normans Leuchtaugenfisch - Poropanchax normani

Normans Leuchtaugenfisch Pororpanchax normani, Foto: Cisamarc, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Diese Gattung der afrikanischen Leuchtaugenfische umfasst 6 Arten, von denen der im Weißen Nil lebende Poropanchax normani am weitesten verbreitet ist und am meisten auch im Aquarium gepflegt wird. Die Poropanchax-Arten sind, bis auf die leuchtenden Augen, relativ farblos. Die Männchen unterscheiden sich von den Weibchen vor allem durch die längeren Flossen. Die Weibchen des Poropanchax normani sind Haftlaicher, die die Eier im Aquarium an Javamoos oder anderen feinfiedrigen Wasserpflanzen ablegen.

Literatur

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