Friedlicher Kampffisch
- lat. Betta imbellis -

Haltung: einfach
Zucht: mittel
Größe: bis 5cm
Temperatur: 24 bis 25°C
PH: 6,5 bis 7,0
GH: 6 bis 10°dGH
KH:

Der Friedliche Kampffisch - Betta imbellis

Der Friedliche oder Kleine Kampffisch Betta imbells kommt in kleinen stehenden Gewässern und Gräben in Südthailand und in Malaysia vor. Er gehört zwar auch den schaumnestbauenden Arten, ist aber trotzdem ein friedlicher Fisch, der weder gegenüber seinesgleichen noch gegenüber anderen Beckengenossen aggressiv wird. An Farbenpracht steht dieser kleine Kampffisch den Wildformen von Betta splendens nicht nach. Pflege und Zucht sind recht unproblematisch. Die Wassertemperatur sollte möglichst nie 25°C übersteigen, da diese Art sonst anfällig gegenüber Infektionen werden kann.

Betta imbellis-Männchen
Foto: DefenderRegina, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Verbreitung und Lebensraum

Betta imbellis kommt auf der südthailändischen Insel Phuket und auf der Malaiischen Halbinsel vor. LINKE (1980), der die Art auf der Insel Phuket, in Entwässerungsgräben von Reisfeldern in der Nähe von Kuala Lumpur und auf der Insel Penang fing, gibt für den Fundort auf Phuket folgende Werte an: Wasserfärbung milchig trübe bis klar, Wassertemperatur 34°C, pH-Wert 7, Gesamthärte 8 bis 10°dHGH, elektrische Leitfähigkeit 270 bis 540 µS, Nitrit 0,05mg NO2-N/l.

Merkmale, Form und Färbung des Friedlichen Kampffisches

Die Körperfärbung der Männchen von Betta imbellis reicht von dunkelblau bis tief schwarz, die der Weibchen ist eher bräunlich. Außerdem sind die Flossen der Männchen gräßer als die der Weibchen. Die Schuppenränder, teile der Kiemendeckel und die Flossen der Männchen sind leuchtend aquamarin-blau gefärbt. Die Weibchen haben rot-blaue Flossen.

Biologie und Verhalten des Friedlichen Kampffisches

Betta imbellis gehört zu den friedlichen Vertretern der Kampffische. Sie sind weder untereinander noch gegenüber anderen Zierfischarten aggressiv und können deshalb gut mit ähnlich kleinen Fischen vergesellschaftet werden.

Haltung des Friedlichen Kampffisches im Aquarium

Die Pflege von Betta imbellis ist recht unproblematisch. Man kann sogar zwei bis drei Paare dieses ausgesprochen friedlichen Kampffischs zusammenhalten. Dann sollte das Aquarium allerdings eine Mindestlänge von 70 bis 80cm haben und dicht bepflanzt sein. Die Fische fühlen sich in weichem, leicht saurem Wasser mit bräunlicher Färbung hervorgerufen durch Huminstoffe, die von einem Torfzusatz im Filter abgegeben werden, wohl. Das Aquarium wird stellenweise dicht bepflanzt, Moorkienwurzeln und kleinere Höhlen aus Steinaufbauten dienen den Fischen als zusätzliche Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten.

Nachzucht des Friedlichen Kampffisches unter Aquarienbedingungen

Als Zuchtansatz setzt man jeweils ein Pärchen von Betta imbellis in ein separates Becken von 20 bis 30cm Länge. Der Wasserstand wird auf 15 bis 20cm Höhe reduziert. Laichbereite Weibchen erkennt man nach VIERKE (1978) an ihrem stark gerundeten Bauch und der weißen Genitalpapille. Das Männchen umschlingt das Weibchen beim Ablaichen. Dann löst sich das Männchen vom Weibchen, das weiterhin S-förmig gekrümmt in Laichstarre unter dem Nest verharrt. Das Männchen schwimmt unter das Weibchen und fängt die herabrieselnden Eier auf und trägt sie in das Schaumnest. Das Männchen baut ein kleines Schaumnest. Damit es den nötigen Halt bekommt und nicht an der Wasseroberfläche zerfließt, fügt man dem Becken einige feinfiedrige Wasserpflanzen hinzu, von denen dann einige Teile zur Verstärkung ins Nest eingebaut werden. Manchmal wird das Schaumnest nicht an der Wasseroberfläche, sondern unter einer Holzwurzel oder einem überstehenden Stein angelegt. Nach dem Ablaichen fängt man das Weibchen heraus und setzt es ins Artbecken zurück. Die Brut schlüpft bei einer Wassertemperatur von 25 bis 26°C bereits nach einem Tag. Sobald schließlich ihr Dottersack nach weiteren 2 bis 3 Tagen aufgezehrt ist und die Jungfische zu schwimmen beginnen, füttert man sie mit sehr feinem Staubfutter oder durch ein Sieb passiertes gekochtes Eigelb. Jetzt entfernt man auch das Männchen und setzt es ins Artbecken zurück. Auch während der weiteren Aufzucht sollte nach MEYER (1989) die Wassertemperatur 25°C nicht übersteigen, da die Fische sonst anfällig für Krankheiten werden können. Später können die Jungfische mit Artemia-Nauplien gefüttert werden. Die Nachzucht von Betta imbellis ist also unkompliziert; allerdings ist diese Art nicht sehr produktiv und kann höchstens ein bis zweimal im Jahresverlauf ablaichen. Nach VIERKE (1978) werden vom Weibchen pro Laichgang zwischen 130 und 160 relativ große Eier gelegt.

Literatur

LINKE,H. (1980): Farbe im Aquarium-Labyrinthfische.- Tetra-Werke (Melle), 122 S.
MEYER,R. (1989): Aquarienfische – Bibliographisches Institut Leipzig, 415 S.
VIERKE,J. (1978): Labyrinthfische und verwandte Arten.- Engelbert Pfriem Verlag (Wuppertal-Elberfeld), 232 S.