Penang-Betta
- lat. Betta pugnax -

Haltung: mittel
Zucht: mittel
Größe: bis 10cm
Temperatur: 22 bis 28°C
PH: 6,0 bis 7,2
GH: 5 bis 12°dGH
KH:

Der Penang-Betta - Betta pugnax

Betta pugnax besiedelt in Thailand und Malaysia Fließgewässer im Bergwald. Da er zuerst auf der Insel Penang entdeckt wurde, wird er auch Penang-Kampffisch genannt. Auch im Aquarium benötigt dieser Kampffisch strömendes, sauerstoffreiches und nicht allzu warmes Wasser. Er ist ausgesprochen friedlich. Betta pugnax gehört zu den Maulbrütern unter den Kampffischen. Das Männchen behält die bis 130 Eier zählende Brut in seinem Maul, bis nach etwa 10 Tagen die voll entwickelten Jungfische entlassen werden.

Lebensraum des Penang-Bettas

Betta pugnax kommt in Thailand, auf der Malaiischen Halbinsel und auf der Insel Penang vor. Dieser Kampffisch besiedelt schnell fließende Gewässer der Bergwälder, wobei er sich aber vor allem im Strömungsschatten der Uferbereiche aufhält. LINKE (1980) gibt für einen auf 300m Höhe gelegenen Fundort auf Penang folgende Werte an: Wassertemperatur (während der Trockenzeit) 26°C, pH 6,5, Gesamt- und Karbonathärte nicht nachweisbar, elektrische Leitfähigkeit 25 µS. Nach VIERKE (1978) soll Betta pugnax in Südostasien aber weiter verbreitet sein und in verschiedenen Rassen vorkommen. Dies hat in der Vergangenheit zu zahlreichen Fehldeterminationen geführt. Inzwischen ist hinreichend sicher festgestellt worden, dass alle auf der Malaiischen Halbinsel vorkommenden Kampffische entweder zur Art Betta pugnax oder Betta smaragdina gehören.

Merkmale, Form und Färbung

Die Weibchen von Betta pugnax haben kürzere Flossen und eine schwächere Färbung als die Männchen. Die Männchen zeigen auf einer braunroten Körpergrundfärbung leuchtend aquamarin-blaugrüne Schuppen. Zusätzlich haben diese Kampffische einen undeutlichen dunkleren Längsstreifen, der sich vom Auge bis zum Ansatz der Schwanzflosse hinzieht. Die Bauchflossen sind metallisch grün leuchtend, die Schwanz-, die Rücken- und die Afterflosse sind dagegen rötlich gefärbt. Diese 3 unpaaren Flossen haben außerdem einen Saum, der gold-grünlich schimmert.

Biologie und Verhalten des Penang-Bettas

Trotz ihres martialischen Namens ist Betta pugnax ein ausgesprochen friedlicher Vertreter der Kampffische; Betta pugnax kann ohne weiteres mit Artgenossen und anderen Fischarten im Aquarium gepflegt werden.

Haltung des Penang-Bettas im Aquarium

Betta pugnax-Paare kann man zusammen mit anderen Fischen im Gesellschaftsaquarium ab 80 bis 100cm Länge pflegen. Soll eine Gruppe von Betta pugnax gehalten werden, dann muss das Becken entsprechend größer sein (ab 130cm Länge). Über einem dunklen Bodengrund fühlen sich diese Kampffische wohl und zeigen dann ihre ganze Farbenpracht. Das Aquarium sollte stellenweise dicht mit feinfiedrigen Wasserpflanzen ausgestattet werden; aber auch einige Schwimmpflanzen dürfen nicht fehlen. Betta pugnax sind Bergbachbewohner, man muss ihnen also ein gut durchströmtes, sauerstoffreiches Wasser bieten. Daher sind eine kräftige Belüftung und eine gute Filteranlage unabdingbar. Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 26°C liegen; bei höheren Temperaturen und stehendem Wasser verkümmern diese Kampffische. VIERKE (1978) empfiehlt als Futter für diese recht gefräßigen Kampffische kleine Regenwürmer, Wasserkäfer und anderes Tümpelfutter. Aber auch Trockenfutter wird von den Fischen angenommen.

Nachzucht des Penang-Bettas unter Aquarienbedingungen

Voraussetzung für eine erfolgreiche Zucht ist ein weiches, leicht saures Aquarienwasser bei einer Temperatur von 26°C. Der Wasserstand kann auf 10 bis 15cm abgesenkt werden. Betta pugnax sind Maulbrüter. Während der Paarung umschlingt das Männchen sein Weibchen in Bodennähe. Das Weibchen gibt nach und nach 10 bis 20 Eier ab und zwar so, dass sie auf die Schwanzflosse des Männchens fallen. Von dort nimmt sie dann das Weibchen mit dem Maul auf und spuckt sie dem Männchen einzeln vor das Maul, das sie dann aufschnappt. LINKE (1980) beschreibt dabei, dass das Männchen dem Weibchen manchmal dann wieder die Eier zuspuckt, welches sie dann an das Männchen zurückgibt. Das geht manchmal regelrecht zu, wie beim Ping-Pong-Spiel. Aber schließlich sammelt das Männchen dann doch alle Eier in seinem Maul. Pro Laichsaison produziert das Weibchen bis zu 130 Eier. Am besten man fängt das Männchen nun vorsichtig heraus und setzt es in ein kleineres Aufzuchtbecken um, da es sonst weiter von laichbereiten Weibchen bedrängt werden könnte und die bereits aufgenommen Eier in der Aufregung verschlucken könnte (MEYER 1989). Das Männchen zieht sich nun ins Pflanzendickicht zurück, bis die nach 10 Tage bereits voll entwickelten Jungfische aus dem Fischmaul des Vaters entlassen werden und mit der Futtersuche beginnen. Von jetzt an versorgt man sie mit Staubfutter und Mikrozooplankton wie Pantoffeltierchen und Rädertierchen. Später geht man zu Artemia-Nauplien als Nahrungsangebot über. Das Wasser im Aufzuchtbecken muss sauber und klar; neben einer optimalen Filterung sollte daher ein 14-tägiger Teilwasserwechsel zur regelmäßigen Gewohnheit werden.

Literatur

LINKE,H. (1980): Farbe im Aquarium-Labyrinthfische.- Tetra-Werke (Melle), 122 S.
MEYER,R. (1989): Aquarienfische – Bibliographisches Institut Leipzig, 415 S.
VIERKE,J. (1978): Labyrinthfische und verwandte Arten.- Engelbert Pfriem Verlag (Wuppertal-Elberfeld), 232 S.