Breitflossenkärpfling
- lat. Poecilia latipinna -

Haltung: einfach
Zucht: einfach
Größe: bis 15cm
Temperatur: 20 bis 28°C
PH: 7,5 bis 8,5
GH: bis 20°dGH
KH:

Der Breitflossenkärpfling - Poecilia latipinna

Der Breitflossenkärpfling hat ein weites Verbreitungsgebiet, welches im Norden von North Carolina über Florida die Golfküste entlang bis nach Mexiko reicht. Sie besiedeln die Fließgewässersysteme, die in den Atlantik münden.

Breitflossenkärpfling
Foto: Tikinias, Public Domain

Form und Färbung des Breitflossenkärpflings

Breitflossenkärpflinge haben einen verhältnismäßig lang gestreckten Körper, aber einen kurzen, abgeflachten Kopf mit einem leicht nach oben gerichteten Maul. Der Schwanzstiel ist relativ breit. Die Weibchen haben einen nahezu runden Körperquerschnitt; der Körper des Männchens ist dagegen seitlich abgeflacht.

Männchen in Erregung spreizen ihre segelförmig vergrößerte Rückenflosse auf, klappen sie aber nicht bis zur Stirn vor, wie dies beim Männchen des Segelkärpflings zu beobachten ist. Dazu wird die Rückflosse von 14 bis 16 Weichstacheln gestützt; bei kurzflossigen Mollys sind es im Vergleich dazu nur 8 bis 11. Die Rückenflosse des Breitflossenkärpfling-Männchens reicht vom Ansatz der Bauchflosse bis auf die Höhe der Schwanzflosse. Die Rückenflosse ist perlmuttfarben mit dunkelblauen bis schwarzen Flecken und einem orange-roten, oberen Rand. Die orange-farbige Schwanzflosse hat ebenfalls dunkelblaue Flecken. Bei den in der Gruppe dominierenden Männchen ist auch die Brustregion orange gefärbt. Ansonsten ist die Körpergrundfärbung der Breitflossenkärpflinge hellgrau bis olivgrün mit mehreren Reihen aus dunklen Punkten, die aber auch zu Linien verschmelzen können. Die Schuppen leuchten bei Lichteinfall silbrig bis perlmuttartig. Die Flossen der Weibchen sind transparent. Ähnlich wie beim Spitzmaulkärpfling gibt es auch vom Breitflossenkärpfling gescheckt und völlig schwarze Zuchtformen; die schwarzen Exemplare werden Mitternachtmollys genannt. Lyraflossige Exemplare kommen sowohl bei gescheckten als auch bei normal farbigen Breitflossenkärpflingen vor.

Haltung des Breitflossenkärpflings im Aquarium

Der Breitflosskärpfling ist ein lebhafter Schwarmfisch; Männchen sind untereinander oft zänkisch. Diese Fische brauchen einen größeren Freiraum zum Schwimmen, das Aquarium sollte bereits für ein Paar deshalb eine Mindestlänge von 1m, bei einer kleinen Gruppe von 5 bis 7 Tieren bereits 1,5m haben. Je größer das Aquarium, desto größer werden auch die Breitflossenkärpflinge. Das Aquarium sollte aber auch Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten hinter Steinen, unter Wurzeln und im Dickicht derbblättriger Wasserpflanzen (Anubias, Cryptocorynen, Javafarn oder Riesenvallisnerien) bieten. Die Breitflossenkärpflinge haben unter optimalen Haltungsbedingungen eine Lebenserwartung von immerhin 6 Jahren. Bei höheren Wassertemperaturen (27 bis 28°C) sind die Fische am aktivsten. Ein geringer Salzzusatz (0,3% Salinität) ist dabei von Vorteil. Aus diesem Grund sollten die Breitflossenkärpflinge auch besser im Artbecken, als im Gesellschaftsbecken gehalten werden. Am ehesten kann man sie mit einigen Brackwasserfischen wie dem Silberflossenblatt oder dem Grünen Argusfisch zusammen halten. Der Segelkärpfling hat zwar ähnliche Ansprüche an die Wasserqualität wie der Breitflossenkärpfling; man sollte bei eng verwandte Arten aber nicht zusammensetzen, um ungewollte Bastardierungen zu vermeiden.

Gefüttert wird mit handelsüblichem Trockenfutter, aufgeweichten Haferflocken, etwas Salat und Algennahrung. Lebendfutter wie Wasserflöhe, Cyclops, Tubifex und Mückenlarven sollte nur an ausgewachsene Tiere verfüttert werden. Jungfische würden mit Lebendfutter zu schnell heranwachsen und weit unter Normalmaß geschlechtsreif.

Nachzucht des Breitflossenkärpflings unter Aquarienbedingungen

Gut eingewöhnte, geschlechtsreife Weibchen bekommen in regelmäßigen Abständen von annähernd vier Wochen bis zu 100 Jungfische. Diese sind bereits fast 1cm lang und gehen sofort auf Futtersuche. Werden sie anfangs zu warm gehalten, dann entwickeln sich Männchen zu geschlechtsreifen Kümmerformen, die das imposante Erscheinungsbild normal entwickelter Männchen auch nicht annähernd erreichen können. Aus dem gleichen Grund sollte nur in den ersten Lebenswochen mit feinem Lebendfutter wie Artemia salina, Cyclops u. ä. gefüttert werden, danach bis auf Weiteres nur noch mit Trockenfutter und Grünkost.