Messerschwanzkärpfling
- lat. Alfaro cultratus -

Haltung: schwierig
Zucht: mittel
Größe: bis 9cm
Temperatur: ca. 25°C
PH: ca 7,0
GH: ca 15°dGH
KH:

Der Messerschwanzkärpfling - Alfaro cultratus

Der Messerschwanzkärpfling, auch einfach Messerkärpfling oder Amazonenkärpfling englisch „Knife-edgded LiveBearer“ genannt, hat sein natürliches Verbreitungsgebiet auf der dem Atlantik zugewandten Seite Mittelamerikas vom Süden und Nicaragua bis nach Costa Rica und Panama. Er ist dort in den schnellfließenden, klaren Abschnitten kleinerer Fließgewässer und im Uferbereich von Flüssen zu finden.

Messerschwanzkärpfling
Foto: Haplochromis, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Form und Färbung des Messerschwanzkärpflings

Der Messerschwanzkärpfling hat eine langgestreckte, seitlich abgeflachte Körperform. Die Bauchunterseite ist vom Ende der Afterflosse bis zum Basis der Schwanzflosse gekielt. Dieser Messerkiel wird aus einander überlappenden Schuppenreihen gebildet. Auf diesen Messerkiel lässt sich auch der Name Messerschwanzkärpfling zurückführen. Die Männchen haben sichelförmige Bauchflossen, das Gonopodium des Männchens ist im Vergleich zu anderen Lebendgärenden Zahnkarpfen noch recht einfach gebaut. Die Afterflosse der Weibchen ist großflächig ausgezogen. Die Messerschwanzkärpflinge sind hell grünlich oder ockerfarben mit einem Anflug von Blau gefärbt. Die Flossen sind in der Regel farblos transparent oder hell gelblich gefärbt. Diese gelbliche Flossenfärbung tritt vor allem dann auf, wenn sich die Fische wohl fühlen. Zusätzlich können die Flossen dann auch schwarz gerandet sein.

Haltung des Messerschwanzkärpflings im Aquarium

Die Messerschwanzkärpflinge halten sich am liebsten in Gruppen in den mittleren Wasserschichten auf. Als etwas größerer, schwimmfreudiger Lebendgebärender Zahnkarpfen braucht er ein Becken von mindestens 80, besser 100cm Länge. Das Aquarium sollte ausreichend Freiraum zum Schwimmen bieten. In älterer Aquarienliteratur ist zu lesen, dass Messerschwanzkärpflinge recht bissig und untereinander unverträglich wären. Trotzdem war der Messerschwanzkärpfling bis zum Zweiten Weltkrieg einer der beliebtesten Aquarienfische. Neuimporte ab 1980 und deren Nachzuchten zeigten jedoch, dass diese neuen Stämme durchweg friedlich sind.

Messerschwanzkärpflinge nehmen keine Nahrung vom Boden an, in der Natur sind sie auf Anflugnahrung von Insekten angewiesen. Also mit schwimmfähigem Trockenfutter, Fruchtfliegen u. ä. füttern. Jungfische nehmen dagegen vor allem im Wasser lebende Insektenlarven zu sich. Diese Futterspezialisierung macht die Haltung der Messerschwanzkärpflinge im Aquarium natürlich nicht einfacher!

Nachzucht des Messerschwanzkärpflings unter Aquarienbedingungen

Bei einzelnen Paaren kann es Schwierigkeiten bei der Paarung geben, im Schwarm treten solche Probleme nicht auf. Eine Zuchtgruppe sollte deshalb aus etwa acht Exemplaren bestehen. Die Männchen stehen für einige Zeit dicht über dem Kopf der Weibchen und fächeln ihnen mit ihren Bauchflossen Wasser zu oder streicheln sie direkt mit den Bauchflossen, um auf diese Art die Paarungsbereitschaft der Weibchen anzuregen. Geschlechtsreife, fortpflanzungsbereite Weibchen bekommen etwa alle 3 bis 7 Wochen bis zu 70 Junge. Diese Jungfische nehmen zunächst nur sehr feines Staubfutter in der Nähe der Wasseroberfläche zu sich. Nach etwa 3 Wochen gehen sie dann auch in tieferen Zonen auf Futtersuche. Bei ausreichendem Nahrungsangebot wachsen sie schnell heran.