Papageienplaty
- lat. Xiphophorus variatus -

Haltung: einfach
Zucht: einfach
Größe: bis 7cm
Temperatur: 2 bis 26°C
PH:
GH:
KH:

Der Papageienplaty

Der Papageienplaty, auch Papageienkärpfling oder Veränderlicher Spiegelkärpfling genannt, stammt aus dem mittleren Mexiko und dem Norden von Guatemala. In Mexiko ist der Papageienplaty im Einzugsgebiet des Rio Soto la Marian zu finden. Bereits die Basisart bildet lokale Wildformen, die sich in Färbung und Zeichnung unterscheiden.

Merkmale, Form und Färbung des Papageienplatys

Die Männchen des Papageienplatys sind im Anfang ziemlich unscheinbar, die typische Färbung der Wildform mit gelb-schwarz gemusterter Rückenflosse und rötlicher Schwanzflosse entwickelt sich erst spät. Mit zunehmendem Alter nehmen die Papageienplatys eine hochrückige, abgeflachte Körperform an. Die Männchen sind leicht am Gonopodium (der zum Begattungsorgan ausgezogenen Afterflosse), die Weibchen am dunklen Trächtigkeitsfleck voneinander zu unterscheiden. Ältere Männchen haben keinen unteren Fortsatz der Schwanzflosse und nähern sich im Aussehen etwas dem Schwertträger (Xiphophorus helleri) an.

Vom Papageienplaty gibt es eine ganze Reihe häufig gehaltener Zuchtformen, die sich Färbung und Zeichnungsmuster deutlich voneinander unterscheiden. Klassische Farbvarianten sind neben der Wildfarbe, der Albino, gelb oder rot gefärbte Sorten, neben gefleckten und linierten Formen. Der Tuxedo hat ein breites schwarzes Band, welches vom Kiemendeckelhinterrand bis zur Basis der Schwanzflosse reicht. Beim Halbschwarz ist die hinter Körperpartie auf Höhe des hinteren Rückenflossenansatzes bis zur Schwanzbasis schwarz gefärbt, während die Rückenflosse und die vordere Körperpartie hell bleiben. Bei der schwarzen Form sind Dreiviertel der Körperseite zwischen Kiemendeckelhinterrand und Schwanzflossenbasis schwarz, während die restliche untere Körperpartie, Kopf und Rückenflosse hell bleiben. Bei der Zuchtform Mond sieht man zwei dunkle Flecken an der Basis der Schwanzflosse und der Kamm der Rückenflosse ist ebenfalls dunkel gefärbt. Beim Wagtail sind ähnlich wie beim Schwertträger nur die Flossenstrahlen dunkel. Bei der sogenannten Nadel sind lediglich die oberen und unteren Außenkanten der Schwanzflosse dunkel.

Haltung des Papageienplatys im Aquarium

Der Papageienplaty ist ein friedlicher, aber lebhafter Schwarmfisch, der neben einer dichten Bepflanzung viel freien Schwimmraum benötigt. Man kann ihn gut im Aquarium (ab 80cm Kantenlänge) halten, sollte aber nicht mit anderen Lebendgebärenden vergesellschaften, um unkontrollierbare Bastardierungen zu vermeiden. Der Papageienplaty hält sich vor allem in der oberen Wasserhälfte auf, wo er dicht unter Wasseroberfläche nach Futter schnappt. Wasserflöhe, Mückenlarven, Tubifex und Futterflocken. Wie viele andere Lebendgebärende auch braucht einen höheren Anteil an pflanzlichen Stoffen im Futter (z.B. Tetraphyll). Daher sollte man die Fische gelegentlich auch kleingeschnittenen, überbrühtem Kopfsalat oder Algenpulver (Spirulina) füttern.

Nachzucht des Papageienplatys unter Aquarienbedingungen

Die Nachzucht des Papageienplatys ist unproblematisch. Ein Fortpflanzungszyklus dauert bei den Weibchen etwa 1 Monat, ausgewachsene Weibchen können alle 24 bis 30 Tage bis zu 100 Junge bekommen. Entsprechend klein sind Fische anfangs; sie dürfen in den ersten Tagen nur mit feinem Staubfutter gefüttert werden. Und die Aufzuchttemperaturen sollten anfangs lieber etwas niedriger liegen, denn sonst wachsen die Männchen zu schnell zu farblich blassen und unattraktiven Zwergformen heran. Auf einigen Internetportalen ist immer noch zu lesen, dass die eigentlichen Platys (Xipohophorus maculatus) aus einer Kreuzung von Papageienplaty mit dem Spiegelkärpfling (X.maculatus) hervorgegangen sei, wobei die eigentliche Stammform des Platys der Schwertträger (X.helleri) gewesen sein soll. Sieht man sich unvoreingenommen die am Zuchtprodukt Platy angeblich beteiligten Arten (darunter wiederum der Platy selbst!) an, merkt man diese Theorie völlig absurd sein muss. Solche Gedankenspiele und etliche Neubeschreibungen von Arten und Unterarten gehen auf eine Zeit zurück, als man noch nicht wusste, wie Variabel bereits die Wildform des Papageienplatys ist. Nicht ohne Grund trägt er den Artnamen variatus = veränderlich.