Spitzmaulkärpfling
- lat. Poecilia sphenops -

Haltung: einfach
Zucht: einfach
Größe: bis 9cm
Temperatur: 23 bis 28°C
PH: 7,0 bis 8,0
GH: 15 bis 30°dGH
KH:

Der Spitzmaulkärpfling - Poecilia (Mollienesia) sphenops

Der Spitzmaulkärpfling hat ein Verbreitungsgebiet, welches vom Süden Nordamerikas über Mittelamerika bis in den Norden Südamerikas reicht.

Eine ungescheckte Wildform des Spitzmaulkärpflings
Foto: Hugo Torres, Creative Commons Attr. 2.5 Spain

Form und Färbung des Spitzmaulkärpflings

An den weit verstreuten Fundorten bildet der Spitzmaulkärpfling Populationen, die sich in Größe, Körperproportionen und Flossenform erheblich voneinander unterscheiden können. Die wesentlich kleineren Männchen sind jedoch leicht an ihrem Gonopodium, der zu einem Begattungsorgan umgewandelten Afterflosse, zu erkennen. Die Weibchen sind wesentlich größer und korpulenter gebaut.

Haltung des Spitzmaulkärpflings im Aquarium

Der Spitzmaulkärpfling ist fast ständig Bewegung und braucht deshalb viel Freiraum zum Schwimmen. Das Aquarium sollte eine Mindestlänge von 80 bis 100cm haben. Daneben ist für Rückzugsmöglichkeiten aus Steinen, Wurzeln und hartblättrigen, robusten Wasserpflanzen zu sorgen. Der Spitzmaulkärpfling ist ein wärmebedürftiger Fisch, die Wassertemperaturen sollten deshalb über 25°C liegen. Das Wasser sollte weder zu weich, noch sauer sein (pH nicht unter 7). Am wohlsten fühlt sich die Art in sauberem, „abgestandenem“, gut eingefahrenem Altwasser. Er ist wie kaum ein anderer Lebendgebärender Zahnkarpfen auf pflanzliche Kost angewiesen. Man füttert den Spitzmaulkärpfling mit Algenpulver, Kopfsalat, handelsüblichem Trockenfutter, Wasserflöhen und Cyclops, Mückenlarven und Tubifex. Er ist aber ein friedlicher und ausdauernder Schwarmfisch, der sich auch gut für das Gesellschaftsbecken eignet. Um unkontrollierte Kreuzungen zu vermeiden, sollte man die jeweilige Zuchtform (neben der Stammform gibt es die sogenannten Black Mollys, Lyratail-Mollys und Liberty-Mollys) halten und auch nicht dem Breitflossenkärpfling oder Segelkärpfling mischen.

Nachzucht des Spitzmaulkärpflings unter Aquarienbedingungen

Die Fortpflanzung im Aquarium ist unproblematisch. Die geschlechtsreifen Weibchen bekommen alle 25 bis 32 Tage Junge. Ein Seesalzzusatz von etwa 20 Gramm auf 10 Liter kann dabei hilfreich sein. Die Jungfische sind mit fast 1cm Länge schon recht groß und wachsen bei entsprechender algenreicher Ernährung auch sehr schnell heran. Bleibt die Wassertemperatur konstant über 25°C, dann wachsen die Fische zu schnell heran und es bilden sich kleinbleibende Frühmännchen.

Die bei Aquarianern beliebte Zuchtsorte Black Molly ist vermutlich durch die Kreuzung verschiedener gescheckter Wildstämme unter Aquarienbedingungen und die gezielte Auslese auf völlig schwarze Exemplare entstanden. Es gelingt aber unabhängig davon immer wieder, aus gescheckten Wildpopulationen Black Mollys herauszuzüchten. Der Name Molly entstand aus einer Kurzform des ursprünglichen Gattungsnamen Mollienesia.

Erstaunlicherweise werden in den Aquarien ausschließlich Black Molly-Weibchen gehalten. Man hat inzwischen bei einer verwandten Art, dem Amazonas-Kärpfling (Poecilia formosa) festgestellt, dass es ebenfalls nur Weibchen gibt, die sich aber von Männchen verwandter Arten begatten lassen, sodass zwar die Embyronalentwicklung der Jungen im Mutterleib in Gang gebracht wird, aber dabei kein Erbgut von den beteiligten Männchen auf die Brut übertragen wird. Dies könnte auch auf andere Arten wie den Spitzmaulkärpfling und die schwarze Zuchtsorte Black Molly zutreffen.

Von dem normalflossigen Poecilia sphenops-Typus wurde neben dem bereits erwähnten Black Molly der sogenannte Liberty Molly und der Leierschwanz-Molly (der lyraflossige sphenops-Typ) gezüchtet. Ähnliche Zuchtformen entstanden parallel dazu auch beim Segelkärpfling und dem Breitflossen-Kärpfling.

Beim Liberty-Molly haben die Männchen einen silbrig glänzenden, blau oder grün schimmernden Körper mit einer farbigen Rückenflosse. Die Rückenflosse ist an der Basis weiß, in der übrigen Fläche rot mit schwarzen Punkten oder Flecken und mit einem schwarzen Rand. Beim Idealtyp ist auch die Schwanzflosse rot gefärbt. Bei reinen Stämmen haben auch die Weibchen rötliche oder orangerote Flossen.

Die Rotschwanz-Mollys sind gescheckt oder völlig schwarz gefärbt bis auf einen roten oder gelborange-farbigen Saum der Schwanzflosse. Diese Sorte ist allerdings in den letzten Jahrzehnten nicht mehr gezielt weiter gezüchtet worden und allmählich aus den heimischen Aquarien verschwunden.

Der Leierschwanz- oder Lyratail-Molly trat zuerst beim Breitflossenkärpfling auf, wurde später auch bei dem Black Molly-Typen des Spitzmaulkärpflings herausgezüchtet. Bei ihm sind die oberen und unteren Schwanzflossenspitzen weit ausgezogen, der Hinterrand der Schwanzflosse leicht nach Art einer Lyra leicht geschwungen.