Zehnfleckkärpfling
- lat. Cnesterodon decemmaculatus -

Haltung: mittel
Zucht: schwierig
Größe: bis 4cm
Temperatur: bis 25°C
PH: 7,0 bis 8,0
GH:
KH:

Der Zehnfleckkärpfling - Cnesterodon decemmaculatus

Der Zehnfleckkärpfling, früher auch Dezi genannt, hat sein natürliches Verbreitungsgebiet im Einzugsgebiet des Rio de la Plata, in Uruguay, Paraguay und in den angrenzenden Regionen Argentiniens und Südbrasiliens. Dort besiedelt er Entwässerungsgräben, Teiche und andere stehende, pflanzenreiche Kleingewässer. Es gibt fünf weitere Arten dieser Gattung, die aber aquaristisch gesehen keine Bedeutung haben.

Form und Färbung des Zehnfleckkärpflings

Der Zehnfleckkärpfling ist eine der kleinsten Arten unter den Lebendgebärenden Zahnkarpfen. Er hat einen langgestreckten, transparenten bis hell graugelben Körper mit einer silbern schimmernden Bauchpartie und zehn schwarzen Punkten oder Querstreifen auf den Körperflanken. Die Punkt-, bzw. Querstreifenreihe beginnt auf Höhe des Brustflossenansatzes und endet vor der Basis der Schwanzflosse. Die Männchen des Zehnfleckkärpflings haben ein im Verhältnis zu ihrer geringen Körpergröße lang ausgezogenes Gonopodium mit einem hakenförmigen Fortsatz an der Spitze. Der Zehnfleckkärpfling hat eine entfernte Ähnlichkeit mit dem Glaskärpfling (Quintama atrizona), der allerdings nur 6 bis 7 hauchdünne schwarze Querstreifen hat.

Haltung des Zehnfleckkärpflings im Aquarium

In den Pionierjahren der Aquarien war der Zehnfleckkärpfling bereits einer der beliebtesten Aquarienfische, lange bevor ihm der Guppy diesen Rang ablief. Der „Dezi“, wie er damals genannt wurde, wurde bereits 1899 importiert. Seine Popularität verdankte er der geringen Größe, sodass bereits ein kleines Aquarium von 20 bis 30 Liter Volumen ausreichte, seiner Genügsamkeit und der großen Produktivität. Erst in späteren Generationen traten Probleme in der Nachzucht des Dezi auf und er geriet in Vergessenheit. Es folgten farbenprächtigere Vertreter der Lebendgebärenden Zahnkarpfen. Erst in den Letzten Jahren wurde er wieder vermehrt importiert und erfolgreich gezüchtet.

Der Zehnfleckkärpfling kann in Gruppen von 7 bis 10 Exemplaren bereits in sehr kleinen (Nano-)Becken von etwa 30 Liter gepflegt werden. Er kommt zwar an seien natürlichen Fundorten noch in Gewässern vor, die zeitweilig Wassertemperaturen von 30°C und mehr aufweisen, unter Aquarienbedingungen sollte man ihn aber bei Wassertemperaturen unter 25°C halten, da er sonst verkümmert und nur ein kurze Lebenserwartung hat. Das Wasser sollte gut gefiltert sein und wöchentlich zu einem Teil gewechselt werden. Man füttert ihn mit sehr fein zerriebenen Trockenfutter oder Lebendfutter geringer Größe (Artemia, Wasserflöhe, Cyclops u. ä.).

Man kann den Zehnfleckkärpfling gut mit Zwerggarnelen vergesellschaften oder anderen kleinen Fischarten wie dem Zwergkärpfling zusammenhalten. Der Zehnfleckkärpfling ist jedoch scheu und braucht seine Ruhe. Er hält sich gerne in den oberen Wasserschichten unter einer dichten Decke von Schwimmpflanzen (z.B. Muschelblumen oder Sumatrafarn) auf. Am besten kommt er über dunklem Bodengrund und geringer Aquarienbeleuchtung zur Geltung. Er braucht auch am Boden Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten in Form von Wurzeln oder unter Seemandelbaumblättern, die ja auch von den Garnelen gerne aufgesucht werden.

Nachzucht des Zehnfleckkärpflings unter Aquarienbedingungen

Man hält den Zehnfleckkärpfling am besten paarweise oder in kleinen Gruppen. In einem dicht bepflanzten Aquarium verschonen die Elterntiere ihre Jungen. Die Nachzucht im Aquarium ist allerdings nicht so einfach und produktiv wie bei Guppys und vielen anderen lebendgebärenden Zahnkarpfen. Am besten gelingt die Aufzucht der jungen Zehnfleckkärpflinge mit Artemia-Nauplien und sehr feinem Staubfutter. Unter optimalen Bedingungen bekommen die geschlechtsreifen, ausgewachsenen Weibchen etwa alle vier bis sechs Wochen zwischen 10 und 20 Junge.