Kaiserbuntbarsch
- lat. Aulonocara nyassae -

Haltung: einfach
Zucht: einfach
Größe: bis 18cm
Temperatur: 25 bis 27°C / opt. 25 bis 26°C
PH: 7,5 bis 8,3 / opt. ~8
GH: 10 bis 15°dGH
KH:

Der Kaiserbuntbarsch - Aulonocara nyassae

Der Kaiserbuntbarsch kommt in blauen und roten Standortvarietäten im Malawisee vor. Er lebt im Übergangsbereich von Fels- und Sandlitoral. Entsprechend muss das Aquarium Steinaufbauten mit Höhlen und freien Sandflächen enthalten. Abgesehen von den zur Paarungszeit aggressiven Männchen sind die Kaiserbuntbarsche relativ friedlich und können gut in kleinen Gruppen gehalten und mit anderen, ebenso friedlichen Malawicichliden vergesellschaftet werden. Werden die Kaiserbuntbarsche gut und abwechslungsreich gefüttert und das Aquarienwasser sauber und klar gehalten, dann sollte auch die Nachzucht keine Probleme bereiten.

Lebensraum des Kaiserbuntbarschs

Der Kaiserbuntbarsch Aulonocaranyassae ist der bekannteste Vertreter der Gattung Aulonocara. Es gibt rein blau gefärbte Populationen, die rund um die Mbenji-Inseln vorkommen und im Handel unter der Bezeichnung Blue Regal angeboten werden. Viel seltener wird die rotbäuchige Variante eingeführt, die von der Insel Likoma stammt. Der Kaiserbuntbarsch hält sich vor allem im Übergangsbereich von Fels- zum Sandlitoral auf. Im Malawisee werden Kaiserbuntbarsche bis zu 18cm groß, im Aquarium bleiben sie aber viel kleiner.

Merkmale, Form und Färbung

Der Kaiserbuntbarsch hat einen lang gestreckten, seitlich zusammengedrückten Körper. Die obere Kopflinie der älteren Männchen weist eine deutliche Einbuchtung auf. Die Färbung ist vom Herkunftsort und der jeweiligen Stimmungslage abhängig. Die Männchen haben eine olivgrüne Rückenpartie, die in den Flanken in Blau übergeht. Auch die Kopfpartie ist intensiv blau gefärbt und mit kleinen rostroten Pünktchen besetzt. Vom Blau des Kopfes hebt sich die goldgelbe Iris entsprechend deutlich ab. Die Lippenwülste sind ebenfalls blau gefärbt. Die untere Körperhälfte ist orange bis orangerot gefärbt. Der Schwanzstiel hat eine blaue oder blaugrüne Färbung. Es können außerdem bis zu 10 dunklere Querstreifen auftreten, die je nach Individuum mehr oder weniger stark ausgeprägt sind oder ganz fehlen. Die Rückenflosse der Männchen ist intensiv blau gefärbt, der Flossensaum eher hellblau. Auch die Afterflosse ist blau gefärbt, wobei die Spitzen der ersten Flossenstrahlen orangerot sind. Auf der Afterflosse sind außerdem zwischen 3 und 6 goldgelbe Eiflecken zu sehen. Die Schwanzflosse ist blau, die Flossenstrahlen blauschwarz gefärbt. Die Bauchflossen haben eine orangerote Farbe mit einem weißen Vorderrand. Die Brustflossen haben eine graugrüne Färbung. Die Weibchen sind schlichter gefärbt mit grau-brauner Grundfarbe, aber 9 bis 10 dunkleren Querstreifen. Ihre Rückenflosse zieren im hinteren Abschnitt einige blaue und orangerote Punkte. Die Afterflosse ist dunkelgrau mit einigen wenigen orange gefärbten Punkten. MAYLAND (1986) erwähnt, dass neben den Jungfischen auch die nicht dominanten Männchen das schlichte Farbkleid der Weibchen tragen. In der Natur würden sie sich ein eigenes Revier suchen. Im Aquarium geht das nicht, sodass sie sich unauffällig färben und verhalten müssen, um nicht vom Alpha-Männchen attackiert zu werden. Halbwegs umgefärbte Männchen lauern sozusagen in Wartestellung, ob und wann sie die Führung in der Gruppe übernehmen können.

Haltung des Kaiserbuntbarschs im Aquarium

Kaiserbuntbarsche brauchen ein geräumiges Aquarium von mindestens 120cm Beckenlänge mit höhlenreichen Felsaufbauten, die den Fischen ausreichend Versteckmöglichkeiten bieten, aber auch freie Sand- und Kiesflächen, da diese Malawibuntbarsche im Grenzbereich von Fels- und Sandlitoral heimisch sind. Um das Wasser gut gepuffert in einem leicht alkalischen Milieu (pH ~8) zu halten, sollte man Kalkgestein für die Steinaufbauten verwenden. Will man das Becken zusätzlich bepflanzen, dann nur mit robusten sogenannten Barschpflanzen (z.B. Anubias), am besten als Aufsitzerpflanzen auf einigen Steinen platziert. Feinfiedrige Wasserpflanzen bleiben nämlich nicht unbehelligt und werden von den Buntbarschen bald ausgerissen. Die Kaiserbuntbarsche sind relativ einfach zu pflegen, benötigen aber sauberes und klares Wasser. Auch das Wasser im Malawisee ist ja sehr sauber und hat eine entsprechend große Sichttiefe. Daher sollten auch im Malawibecken eine gute Filterung und ein Teilwasserwechsel wenigstens alle 2 Wochen zur Selbstverständlichkeit werden. Die Kaiserbuntbarsche gehören zu den carnivoren Fischen. Daher kann man ihnen als Nahrung Lebend- und Frostfutter mit Garnelen und Tubifex bieten, aber auch Fischpellets und gutes Zierfischflockenfutter. Gelegentlich versuchen sich die Kaiserbuntbarsche aber auch am Algenaufwuchs, daher sollte man einige Steinflächen mit Algen begrünen lassen. Abgesehen von paarungswütigen Männchen sind Kaiserbuntbarsche friedlich und umgänglich und können gut mit anderen, ebenso friedlichen Fischen aus dem Malawisee vergesellschaftet werden. Die Kaiserbuntbarsche selbst hält man am besten in kleinen Gruppen, wobei das Zahlenverhältnis von Männchen zu Weibchen etwa 1 zu 2 oder 3 betragen sollte.

Nachzucht des Kaiserbuntbarsch

Wie alle Malawibuntbarsche so sind auch die Kaiserbuntbarsche Maulbrüter, wobei ausschließlich das Weibchen die Brutpflege übernimmt. Manche Autoren empfehlen für die erfolgreiche Nachzucht einen paarweisen Ansatz in einem separaten Ablaich- und Aufzuchtbecken. Aber auch wenn man die Fische im Art-oder Gesellschaftsbecken lässt, stellt sich bald Nachwuchs ein. Abgelaicht wird auf einer flachen Steinplatte, die von oben durch ein Höhlendach geschützt ist. Pro Ablaichvorgang kann das Weibchen bis zu 60 Eier ablegen. Wie alle Malawisee-Cichliden, so sind auch die Weibchen des Kaiserbuntbarsches Maulbrüter. Das Weibchen trägt bei Wassertemperaturen von etwa 27°C Eier und Larven etwa 3 Wochen im Maul mit sich herum, bis sich die Jungfische freischwimmen und selbständig auf Nahrungssuche gehen. Die Jungfische sind dann bereits 1cm groß und können mit Staubfutter, Enchyträen, Artemia-Nauplien und Cyclops versorgt werden. Bei guter Fütterung, Wassertemperaturen um etwa 26°C und wöchentlichem Teilwasserwechsel wachsen die Jungfische sehr schnell heran.

Literatur

MAYLAND, H.J. (1986): Buntbarsche Afrikas.- (Econ Verlag, Düsseldorf).
MEYER,R. (1989): BI-Lexikon Aquarienfische.- (Bibliographisches Institut Leipzig.
STERBA,G. (1990): Süßwasserfische der Welt.- (E. Ulmer Verlag, Stuttgart).