Die Faszination der Nanoaquarien

Durch ihren geringen Platzbedarf werden die kleinen Nano-Aquarien immer beliebter. In ihnen lassen sich vor allem sehr kleine Zierfische, Süßwassergarnelen und Zwergflusskrebse pflegen, die in einem großen Becken einfach übersehen oder nicht richtig zur Geltung kommen würden. Aber bekanntlich ist es umso schwerer, ein Aquarium einigermaßen in einem Biologischen Gleichgewicht zu halten, je kleiner das Becken ist. Daher empfiehlt es sich, ein Komplettsystem aus Minibecken, Nano-Aquarien, Mini-Cube oder wie sie auch immer von den verschiedenen Anbietern genannt werden zu erbwerben. Dann hat man ein Aquarium mit optimal aufeinander abgestimmtem Zubehör, wobei ein Großteil der Technik unsichtbar und platzsparend in der Abdeckhaube oder in der Aquarienhinterwand integriert ist. Auch im wortwörtlichen Sinne stellt solch ein Nano-Becken meist ein geschlossenes System mit dicht schließenden Abdeckhauben und lückenlosen Zuleitungen dar. Darauf sollte man beim Erwerb besonderen Wert legen, denn so klein wie sie sind, viele Süßwassercrustaceen und zum Teil auch die Zwergfische sind wahre Ausbruchkünstler.

Die Form des Nanoaquariums

Nano-Aquarien sind meist Quaderförmig gebaut mit einer quadratischen Grundfläche, das hat Vor- und Nachteile. In einem quadratischen Minicube kann man die Pflanzengruppe und Dekoelemente in der Mitte platzieren, sodass das Leben im Aquarium von allen Seiten einsehbar ist. Allerdings stehen auch Miniaquarien selten frei im Raum, sondern an einer Wand.

Weil auch kleine Fische viel Freiraum zum Schwimmen benötigen – und zwar möglichst in eine Richtung – ist ein rechteckiges Format sinnvoll. Miniaquarien werden in den gängigen Größen von 12 Liter (30 x 20 x 20cm), 20 Liter, 25 Liter (40 x 25 x 25cm), 27 Liter, 36 Liter und 45 Liter (50 x 30 x30cm) angeboten.

Wirbellose im Nanoaquarium

Einen regelrechten Boom haben solche Nanoaquarien durch das stetig wachsende Interesse an der Pflege von tropischen Süßwassergarnelen erfahren. Inzwischen werden auch immer mehr formen- und farbenreiche exotische Wasserschnecken im Fachhandel angeboten, von denen sich einige kleinere Arten ebenfalls für eine Pflege im Miniaquarium eignen.

Auch wenn immer mehr winzige Minifische für die Aquaristik entdeckt werden, fürs Miniaquarium sind sie nur bedingt und wenn dann im Artbecken und in kleinen Gruppen geeignet. Auch kleine Fische brauchen viel Raum zum Schwimmen und selbst das größte Aquarium ist immer noch kleiner als ihr natürlicher Lebensraum. Außerdem ist in Deutschland und Österreich die Pflege von Zierfischen – mit wenigen Ausnahmen – nur noch in Aquarien mit einem Mindestvolumen von 60 Litern zulässig.

Nanoaquarium für Einsteiger ??

Wer glaubt, je kleiner ein Aquarium ist, desto besser ist es als „Einsteigermodell“ für Aquaristikneulinge geeignet, der irrt. Das Gegenteil ist der Fall. Je größer das Aquarium, desto stabiler und desto leichter ist ein Biologisches Gleichgewicht im Aquarium aufrecht zu erhalten. Hobbyaquarianer sollten mit einem 100cm langen Becken beginnen; kleinere Becken schaffen am Anfang nur Frusttationen. Platzmangel kann als Gegenargument nicht gelten. Leider fördert die Aquaristikbranche den Trend zum Einsteigerset im Miniformat, indem sie ihre Nanoaquarien passend zum Design von Wohn-, Schlafzimmer oder gar Küche und Bad anpreist. Inzwischen werden sogar Miniaquarien von wenigen Litern angeboten, die man sich als Halbkugel an die Wand hängen oder als Stifte-, Notizblock- und Handyhalter für den Arbeitsplatz aufstellen kann.

So verlockend der Einblick in die faszinierende Unterwasserlandschaften solcher „Bonsai-Aquarien“ auch sein mag, ein solches harmonisches Gesamtbild über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten, erfordert viel Erfahrung – sogar mehr an Erfahrung, als man bei der Einrichtung und Pflege der meist recht großen, vom Japaner Takashi Amano initiierten Naturaquarien mitbringen sollte.

Literaturtipps

DENNERLE (Hrsg.): Faszination Nano-Aquarien .- Dennerle GmbH, Vinningen.
GECK, J. & U. SCHLIEWEN (2008): Nano-Aquarien 12 bis 35cm. – Gräfe & Unzer Verlag, München.
JBL (Hrsg.): Nano-Aquaristik – So geht es richtig. – JBL GmbH & Co KG, Neuhof.
LUKHAUP, C. & R. PEKNY (Hersg., 2008): Nano-Fibel – Faszinierende Mini-Aquarien für Einsteiger. – Dähne Verlag, Ettlingen.