Die Idee, Steine für das Aquarium in Eigenregie zu sammeln, ist wohl jedem Aquarianer schon einmal gekommen. Dies liegt vor allem daran, dass Steine, die man im Fachhandel erwerben kann, ihren Preis haben.

Insbesondere, wenn es gilt, mehrere Steine in einem Becken zu versammeln, kommt schnell eine beachtliche Summe zusammen. Dieses Geld könnte man sich doch eigentlich sparen, oder?

Schließlich haben es die Tiere, die man im Aquarium hält, in ihren natürlichen Habitaten auch mit vielen unterschiedlichen Steinen zu tun. Und Steine fürs Aquarium und somit das Hobby zu sammeln macht auch noch Spaß.

Auf dem Bild sieht man selbst gesammelte Steine im Aquarium

Ganz so einfach ist die Sache dann aber doch nicht. Stein ist nicht gleich Stein und es gehört einiges an Know-how dazu, Steine zu identifizieren, die wirklich für das Aquarium geeignet ist.

Was es dabei unter anderem zu beachten gilt, erfahren Sie im Folgenden.

Welche Stoffe können Steine absondern?

Steine wirken in der Regel sehr massiv. Dennoch können auch sie, wenn sie im Aquariumwasser liegen, nach und nach Stoffe an dieses Wasser abgeben.

Nicht alle Stoffe sind dabei willkommen. Unter Umständen können sie das biologische Gleichgewicht ins Wanken bringen oder direkte negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Aquarientiere haben. Die Liste möglicher Stoffe mit negativen Eigenschaften ist relativ lang.

Stoffe die eigene Steine ans Wasser abgeben

Zu bedenken ist dabei auch immer, dass in einem Aquarium nicht ein solch intensiver Wasseraustausch stattfindet wie zum Beispiel in einem fließenden Gewässer wie einem Fluss. Stoffe, die von Steinen abgegeben werden können und die ab und an zu Problemen im Aquarium führen, sind unter anderem Kalk, Metalle und Öle.

Wer dementsprechend geologisch nicht zumindest ein wenig vorgebildet ist, wird beim eigenständigen Sammeln von Steinen für sein Aquarium immer wieder ein wenig ins Grübeln verfallen.

Es gibt allerdings ein paar Möglichkeiten, wie man zumindest die naheliegenden Gefahren wie einen hohen Kalkgehalt, Öl-Belastungen und Metalleinschlüsse mehr oder weniger ausschließen kann.

Vorbehandlung

Zusätzlich empfiehlt es sich, selbst gesammelte Steine vor dem Einbringen in das Aquarium vorzubehandeln, damit auch Bakterien und Parasiten keine Chancen haben.

Welche Steine dürfen nicht ins Aquarium?

Ölhaltige Steine

Ölhaltige Steine aus der Natur sollte man auf keinen Fall im Aquarium einsetzen.

Einen ölhaltigen Stein kann man häufig schon durch einen kleinen Test erkennen. Man lege den Stein, den es zu überprüfen gilt, einfach eine gewisse Zeit in einen Eimer, der mit frischem Leitungswasser gefüllt ist.

Zeigen sich während des Einlegens Schlieren im Wasser, kann man davon ausgehen, dass der Stein mit Öl verunreinigt ist und sich nicht für die weitere Verwendung im Aquarium eignet.

100-prozentig ausschließen, dass ein auf diesem Wege für gut befundener Stein auch nach langer Zeit im Aquarium kein Öl abgibt, kann man aber selbstverständlich nicht zwingend.

Kalkhaltige Steine

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Kalkhaltige Steine sind in einem Weichwasseraquarium in aller Regel unerwünscht.

Der einfache Grund hierfür ist, dass die Steine den Kalk an das Aquarienwasser abgeben und es somit zu einer höheren Wasserhärte kommen kann.

Ein schneller Test verspricht Hilfe beim Erkennen kalkhaltiger Steine. Man nehme ein paar Tropfen Essigessenz und träufle sie auf einen Teil des Steines.

Schäumt es, wenn auch nur leicht, kann man davon ausgehen, dass der Stein Kalk enthält.

Dieser Stein scheidet dann für die Verwendung im Aquarium aus, es sei denn, dass eine Aufhärtung explizit erwünscht ist. Natürlich lässt sich aber auch mit dieser Methode nicht der gesamte Stein prüfen.

Metalleinschlüsse im Stein

Ob kleine Metalleinschlüsse wirklich negative Folgen für die Wasserqualität haben, ist an dieser Stelle nicht mit Gewissheit zu sagen.

Auf der einen Seite sollten die Metalle in der Regel schwer löslich sein und manchmal werden andere Einschlüsse fälschlicherweise für Metalleinschlüsse gehalten. Auf der anderen Seite möchte man aber natürlich auch das kleinste Risiko für sein Aquarium und für seine Tiere vermeiden.

Hilfreich kann es dabei unter anderem sein, den Stein genauer zu betrachten und ihn zum Beispiel nach Roststellen, grünlich verfärbten Stellen oder metallisch aussehenden Einschlüssen abzusuchen.

Auch das vorige Einlegen des Steines über eine längere Dauer von zum Beispiel einer Woche sowie das Messen der Wasserwerte des Wassers, in dem der Stein lag, kann hilfreich sein.

Feenbuntbarsch im AquariumFoto: Vojce / shutterstock.com

Den Stein trocknet man dann am besten noch eine Weile und beobachtet dabei, ob sich nun rostige Stellen bilden. Eine 100-prozentige Sicherheit werden aber auch die hier genannten Testverfahren nicht liefern.

Sonstige Regeln beim Steinesammeln in Eigenregie

Bereits beim Steine Sammeln für das Aquarium kann man einiges Beachten, bevor man seine eigene kleine Testreihe startet, um zu ermitteln, ob die jeweiligen Steine höchstwahrscheinlich okay sind.

Auf dem Bild sieht man welche Steine fürs Aquarium eignenFoto: BLUR LIFE 1975 / shutterstock.com

Am besten wählt man nur solche Steine aus, die keine scharfen Kanten besitzen, sodass sich die Aquarientiere nicht verletzen können.

Zum Sammeln geht man am besten an einen Ort, der naturbelassen erscheint. Auf diese Weise lässt es sich mit einer höheren Wahrscheinlichkeit vermeiden, dass die Steine auch noch mit chemischen Mitteln, die der Mensch für diverse Zwecke einsetzt, verunreinigt sind.

Selbst gesammelte Steine behandeln

Bevor ein selbst gesammelter Stein nach den gängigen Tests in das Becken gelangt, sollte man ihn natürlich noch ausgiebig reinigen.

Am besten gelingt das, indem man ihn wässert, gut abschrubbt und schlussendlich auch noch auskocht.

Selbstverständlich muss der Stein nach dem Auskochen noch eine Weile auskühlen. Ansonsten würde er, je nach Beckengröße, das Aquariumwasser unerwünscht erwärmen, was manche Aquarientiere nicht vertragen.

Was würde gut in ihr Aquarium passen?

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