Neben den allseits bekannten Cichliden aus den ostafrikanischen Grabensee finden sich auf dem Kontinent noch eine Reihe an kleinbleibenden, farbenprächtigen Zwergbuntbarschen, die in der Aquaristik ein wenig ein Schattendasein führen, Afrikanische Zwergbuntbarsche.

Dabei sind diese meist aus westafrikanischen Flusssystemen stammenden Fische wesentlich einfacher zu vergesellschaften und bieten ein breites Spektrum an Verhaltensweisen.

Wenn es Ihnen möglich ist, afrikanische Zwergbuntbarsche zu erwerben, lohnt sich in jedem Fall ein Blick auf diese zu Unrecht übersehene Fischfamilie.

Aquarium für Afrikanische Zwergbuntbarsche einrichten

Stellen Sie unbedingt vor der Anschaffung und Einrichtung des Beckens sicher, welche Arten Sie später in dem Aquarium halten wollen, da sich teilweise die Anforderungen eklatant unterscheiden.

Größe

Während Sie ein Paar der kleineren friedlichen Arten (wie dem Afrikanischen Schmetterlingsbuntbarsch) bereits auf 60 cm Kantenlänge halten können, sollten es für größere und ruppigere Arten mindestens 100 cm sein.

Nach oben hin stehen Ihnen für praktisch alle Arten alle Aquariengrößen offen. Bei Buntbarschen mit einem ausgeprägten Revierverhalten sollten Sie im Zweifelsfall zu einem größeren Becken greifen.

Bodengrund

Fast alle Buntbarsche durchwühlen den Bodengrund nach Fressbarem. Sie sollten sich daher für feinen Sand mit abgerundeten Körnern entscheiden. Gehen Sie beim Kauf sicher, dass der Sand auch für den Einsatz im Aquarium geeignet ist.

Die Farbe des Sandes ist für die Tiere unerheblich, entscheiden Sie daher nach optischen Gesichtspunkten.

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Pflanzen

Anders als im Malawi oder Tanganjikabecken können Sie das Aquarium für westafrikanische Zwergbuntbarsche ausreichend bepflanzen. Eine dichte Bepflanzung gehört für manche Arten zur artgerechten Haltung sogar dazu.

Die Pflanzen werden in der Regel nicht angefressen, durch das grabende Verhalten der Bewohner aber mitunter entwurzelt. Entscheiden Sie sich daher dennoch für robuste Pflanzen.

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Technik

Da viele westafrikanische Zwergbuntbarsche aus Fließgewässern stammen, schätzen sie eine mehr oder weniger starke Strömung. Wählen Sie daher einen leistungsstarken Filter oder gar eine Strömungspumpe.

Artgerechte Haltung von Afrikanische Zwergbuntbarsche

Westafrikanische Zwergbuntbarsche bilden eine sehr diverse Gruppe. Informieren Sie sich daher eingehend schon vor der Einrichtung über Ihre Wunschart.

So benötigen Höhlenbrüter beispielsweise Kokosnussschalen oder Steinaufbauten, während Maulbrüter eher ein Pflanzendickicht bevorzugen.

Afrikanische Zwergbuntbarsche vergesellschaften

Das Sozialverhalten Ihrer afrikanischen Zwergbuntbarsche ist entscheidend bei der Zusammenstellung Ihres Besatzes. So gelten die Roten Cichliden der Gattung Hemichromis als äußerst aggressiv und sollten daher nur paarweise im Artbecken gehalten werden.

Unser Tipp

Setzen Sie neue Tiere zu revierbildenden Fischen hinzu, sollten Sie diese mit Futter von den Neuankömmlingen ablenken.

Die meisten anderen Arten können problemlos im Gesellschaftsbecken mit größeren Salmlern oder Welsen vergesellschaftet werden.

Von den Buntbarschen selber sollten Sie sich aber mit einem einzigen Paar begnügen. Sonst kommt auch bei diesen vergleichsweise friedlichen Buntbarschen Unruhe ins Becken, da die Reviergrenzen ständig neu verteidigt werden wollen.

Charakter und Eigenheiten

Zwergbuntbarsche halten sich vorwiegend in den unteren Beckenregionen auf. Dort suchen sie den Boden nach Fressbarem ab und stecken ihre Reviere ab. Sorgen Sie daher für viele Strukturen in Bodennähe.

Lieblingsfutter und gesunde Ernährung

In der Regel haben Sie es bei westafrikanischen Zwergbuntbarschen mit Allesfressern zu tun. Wählen Sie Futtersorten, die schnell zu Boden sinken, da Futter an der Wasseroberfläche ignoriert wird.

Greifen Sie zu abwechslungsreichem Futter. Neben Trockenfutter, das am besten in Tablettenform gereicht wird, sollten Sie daher auch Lebend- und Frostfutter in verschiedenen Geschmacksrichtungen reichen.

Hin und wieder freuen sich Ihre Buntbarsche über Pflanzenkost in Form von Gemüse. Die Aquarienpflanzen werden von den meisten Arten in Ruhe gelassen.

Zucht und Vermehrung

Allgemeingültige Tipps zur Zucht sind bei keiner Fischfamilie so schwierig zu geben wie bei westafrikanischen Zwergbuntbarschen. Die Gruppe ist sehr vielfältig und besteht sowohl aus Höhlen- und Offenbrüter als auch aus Maulbrütern, Bodenbrütern und einigen mehr.

Achten Sie in jedem Fall darauf, dass Ihr Zuchtpärchen ein Becken für sich alleine hat und gut im Futter steht. Eier und Nachwuchs werden von den Elterntieren der meisten Arten erbittert verteidigt.

Beibesatz bringt daher nur Stress und sollte daher vor dem Zuchtversuch von dem Pärchen getrennt werden.

Viele Arten beeindrucken mit einem aufwendigen Balzverhalten und mit faszinierenden Farbwechseln während der Balzzeit. Allein deswegen verdienen sich afrikanische Zwergbuntbarsche mehr Aufmerksamkeit in der Aquaristik.

Häufige Fragen zu Afrikanischen Zwergbuntbarschen

Kann man afrikanische Zwergbuntbarsche mit Malawi oder Tanganjika Cichliden vergesellschaften?

Das sollten Sie lieber vermeiden. Zwar gehören all diese Tiere zur selben Fischfamilie und sind sogar am selben Kontinent zu Hause, doch die bevorzugten Bedingungen könnten unterschiedlicher nicht sein.

Während die Zwergbuntbarsche eher weiches, saures Wasser bevorzugen, ist bei den Cichliden der Grabenseen bei beiden Werten kaum ein Limit nach oben festgesetzt. Von den Wasserwerten her passen westafrikanische Zwergbuntbarsche daher tatsächlich besser zu südamerikanischen Fischen.

Beachten Sie auch, dass Pflanzen im Malawi und Tanganjika Aquarium nur spärlich eingesetzt werden, während Sie bei westafrikanischen Zwergbuntbarschen zu einer größeren Pflanzenvielfalt greifen sollten.

Wo bekommt man afrikanische Zwergbuntbarsche?

Nur wenige Arten, wie der Purpurprachtbuntbarsch oder der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch, tauchen regelmäßig im Zoofachhandel auf. Andere Arten kommen nur selten in den regulären Handel und sind daher nicht immer einfach zu beziehen.

Interessieren Sie sich für solche Fische, sollten Sie sich am besten mit Interessensgruppen im Internet oder in Ihrer Umgebung in Verbindung setzen. Viele dieser Arten reicht man in Mitteleuropa beinahe ausschließlich zwischen Liebhaberzüchtern herum.

Manche Großhändler können seltenere Arten aber auch auf Wunsch bestellen.

Gattung Anomalochromis

Der einzige Vertreter der Gattung Anomalochromis ist der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch. Er ist zugleich auch der einzige Offenbrüter und Substratlaicher.

Die Eier werden auf flachen Steinen abgelegt und die Brut und die Jungfische von beiden Eltern betreut.

Eine weitere Besonderheit dieser Schmetterlingsbuntbarsche ist ihre Leidenschaft für Wasserschnecken. Ins Aquarium eingesetzt, räumen sie bald, zumindest unter den kleineren Schnecken, auf.

Gattung Nanochromis

Die Kongo-Cichliden der Gattung Nanochromis sind dagegen Höhlenbrüter. Sie brauchen daher auch im Aquarium viele Steinaufbauten und Höhlen, die sie sich aber selbst auswählen und freischaufeln.

Nanochromis-Arten sind monogame Höhlenbrüte, bei denen meist das Weibchen die Brutpflege übernimmt. Nach dem Freischwimmen der Jungfische kümmern sich aber beide Elterntiere um ihren Nachwuchs.

Auch für die kleineren Arten richtet man ein gut strukturiertes Becken mit vielen Steinen, Wurzeln und anderen Versteckmöglichkeiten ein, denn die Männchen setzen ihren Weibchen arg zu. Verletzungen mit Todesfolge sind keine Seltenheit.

Ihre ganze Farbenpracht zeigen die Kongo-Cichliden nur unter optimalen Milieubedingungen. Arten aus dem dichten Regenwald, wie die Nanochromis transvestitus, brauchen saures und extrem weiches Wasser. Arten aus dem unteren Kongo River dagegen eher mittelhartes, leicht alkalisches Wasser.

Gattung Pelvicachromis

Die Prachtbuntbarsche der Gattung Pelvicachromis sind ebenfalls Höhlenbrüter. Fast immer kümmert sich bei ihnen das Weibchen um die Brutpflege. Sie sind aktiver bei der Balz und, eine Ausnahme unter den Zierfischen, auch prächtiger gefärbt.

Nachdem die Jungfische ihre Bruthöhle verlassen haben, werden sie aber von beiden Eltern geführt und beschützt. Die Pelvicachromis-Arten sind durchweg friedlich. Man kann sie gut mit anderen, friedlichen Zierfischen aus dem Kongobecken vergesellschaften.

Sie besiedeln in der Natur die kleineren Fließgewässer der Regenwälder. Typisch für diese Habitate sind die tiefwurzelnden Wasserlilien. Zwischen diesen Wurzeln legen die Fische dann ihre Bruthöhlen an.

Gattung Pseudocrenilabrus

Die drei fürs Aquarium geeigneten Pseudocrenilabrus-Arten sind Maulbrüter, wobei die Brut vom Weibchen ausgetragen wird. Nachdem die Jungfische die schützende Maulhöhle verlassen haben, werden sie weiter von der Mutter geführt und betreut.

Die Männchen beschränken sich dagegen auf ihre Balzrituale und die Paarung. Da sie ständig auf der Suche nach Partnerinnen sind, hält man am besten ein Männchen mit mehreren Weibchen. So stellt das Männchen nicht ständig einem einzigen Weibchen nach, welches sonst unter Dauerstress steht.

Am besten setzt man das Weibchen kurz vor dem Ende der Tragzeit in ein separates Aufzuchtbecken. Im Übrigen sind die Maulbrüter unter Afrikas Zwergbuntbarschen recht anspruchslos gegenüber den Milieubedingungen.

Nur sehr saures und weiches Wasser vertragen sie nicht. Sie stammen aus dem Süden oder Osten Afrikasund besiedeln die unterschiedlichsten Gewässertypen.

Besonders groß ist das Verbreitungsgebiet des Messingbuntbarsches, welcher sich in drei Unterarten und mehrere Lokalformen aufteilt.

Die Männchen sind größer und farbenprächtiger als die Weibchen und von diesen auch leicht, anhand der länger ausgezogenen Flossen, zu unterscheiden.

Gattung Steatocranus

Die Buckelkopfbuntbarsche der Gattung Steatocranus sind eine größere Gruppe von Bewohnern der Stromschnellen und schnell fließenden Flussabschnitten im Kongo und seinen Zuflüssen.

Die Männchen fallen vor allem durch ihren stark aufgewölbten Buckel auf der Kopfoberseite auf. Allerdings ist nur der Zwergbuckelkopfbuntbarsch Steatocranus ubanguiensis klein genug, um zu den Zwergbuntbarschen gezählt werden zu können.

Die anderen Arten, ähnlich in der Körperform, werden deutlich größer. Alle sind typische Bodenfische mit einer reduzierten Schwimmblase.

Sie raspeln und rupfen vor allem die Aufwuchsalgen auf den Steinen in den Flüssen ab und brauchen deshalb auch im Aquarium Spirulina-Pulver und pflanzenreiche Nahrung.

Auch die Zwergbuckelkopfbuntbarsche sind Höhlenbrüter. Hier balzt vor allem das Weibchen sein Männchen an. Im hintersten Winkel einer Steinhöhle oder unter lose aufliegenden Steinplatten legt das Weibchen die Eier ab.

Nach rund 2 Wochen verlassen die Jungfische den Schutz der Höhle. Erstaunlicherweise übernimmt bei den Buckelkopfcichliden das Männchen die Brutpflege, während das Weibchen sich darauf beschränkt, das Brutrevier gegen Eindringlinge zu verteidigen.

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