Der Wasserwechsel

Der Wasserwechsel ist eine der elementarsten Aufgaben, der sich der Aquarianer regelmäßig stellen muss. Aquaristikneulinge könnten in Bezug auf den Wasserwechsel denken, dass man regelmäßig das komplette Wasser in einem Aquarium austauschen müsste. Dies ist aber auf jeden Fall ein Trugschluss und könnte für Pflanzen und Aquarienbewohner schnell gefährlich werden. Bei einem Wasserwechsel wird immer nur ein Teil des Wassers, das sich im Aquarium befindet, gegen frisches Wasser getauscht. Würde man das gesamte Wasser wechseln, würde man auch die vielen wichtigen Bakterien im Aquarium stark dezimieren und zudem nur noch über Wasser verfügen, das noch nicht die geeigneten Wasserwerte erreicht hat. Doch warum ist es überhaupt notwendig, einen Wasserwechsel durchzuführen? Diese Frage ist leicht beantwortet: Ein Aquarium ist ein geschlossenes System und unterscheidet sich somit von einem Fluss oder vom Meer bedeutend. Hier gibt es keine automatischen Zuflüsse. Lässt man das Wasser in einem Aquarium lange Zeit stehen, kann auch ein Filter nicht mehr verhindern, dass Schadstoffe langsam aber sicher überhandnehmen werden. Bedacht werden muss hierbei, dass Aquarienbewohner Kot absetzen, dass Pflanzenteile absterben und verwesen und dass auch bei einem sparsamen Füttern immer einzelne Futterreste im Aquarium verbleiben werden – all dies belastet das Wasser ungemein. Das Hinzuführen von frischem Wasser gewährleistet, dass die Konzentration von Schadstoffen akzeptabel bleibt und dass immer wieder neue Mineralien in das Aquarium gelangen.

Die richtige Dosis macht`s

Der Wasserwechsel

Passionierte Aquarianer sind zugleich oft Personen, die das Diskutieren über ihr Hobby lieben. Auch das Thema Wasserwechsel bleibt von solchen Diskussionen nicht verschont. Fragt man drei Aquarianer, wie sie es mit dieser wichtigen Arbeit halten, ist es sehr wahrscheinlich, drei unterschiedliche Antworten über dem Wasserwechsel zu bekommen. Für den Aquaristikneuling, der herausfinden möchte, wie oft er einen Wasserwechsel in seinem Aquarium durchführen und wie viel Wasser er dabei entnehmen und ersetzen sollte, ist dies oft verwirrend. Dass man auf die Frage, wie oft und wie umfangreich ein Wasserwechsel durchgeführt werden sollte, unterschiedliche Antworten erhält, verwundert allerdings nur im ersten Moment. Führt man sich vor Augen, dass jedes Aquarium ein ganz individuelles biologisches System ist, wird hingegen verständlich, dass man mit einer festen Reglung, die für jedes Aquarium Geltung besitzen soll, nicht allzu weit kommt.

Beachtet werden muss unter anderem, wie sich die Wasserwerte in dem entsprechenden Aquarium eingependelt haben, welche Filteranlage Verwendung findet, wie viele Tiere in dem Aquarium gehalten werden, wie groß das Aquarium ist und wie es um die Bepflanzung steht. Grenzwertige Wasserwerte, ein hoher Besatz und andere Faktoren mehr könnten somit Anlass sein, das Wasser in einem Aquarium relativ häufig zu wechseln. Auch hier ist also wieder die Beobachtungsgabe des Aquarianers gefragt: Er muss selbst herausfinden, wie oft sein Aquarium nach einem Wasserwechsel verlangt. Dabei darf er allerdings keineswegs so lange warten, bis erste Probleme wirklich sichtbar oder messbar werden. Zur groben Orientierung für den Neueinsteiger: Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Wasserwechsel eher jede Woche, jede zweite oder jede dritte Woche fällig wird, als nur alle paar Monate.

Die Frage danach, wie oft ein Wasserwechsel bei einem Aquarium durchgeführt werden sollte, ist allerdings nicht die einzige, die sich im Zuge dieser Thematik stellt. Wichtig ist es auch, der Frage nachzugehen, wie viel Wasser bei einem Wasserwechsel aus dem Aquarium entnommen und ersetzt werden sollte. Diese Frage ist allerdings wiederum auf das Engste damit verbunden, wie oft der Aquarianer einen Wasserwechsel durchführt. Tauscht er das Wasser nur recht selten aus, da sein Aquarium stabil läuft, wird er in der Regel dazu übergehen, bei den seltenen Wasserwechseln mehr Wasser auszutauschen. Plant er Wasserwechsel hingegen wöchentlich ein, könnte auch schon ein Wasserwechsel von einem Fünftel bis zu einem Drittel des gesamten Wassers ausreichend sein. Aber auch hier gilt, dass der individuelle Fall entscheiden sollte und es viele unterschiedlichen Ansichten zu diesem Thema gibt.

Problem Wassertemperatur beim Wasserwechsel

Wasser wechseln

Steigt man in die Praxis ein und möchte man einen ersten Wasserwechsel an seinem Aquarium durchführen, taucht auch schon eine weitere Frage auf. Wer sich mit den idealen Haltungsbedingungen von Aquarientieren und mit den Ansprüchen von Aquarienpflanzen auseinandergesetzt hat, wird schnell bemerkt haben, dass sowohl Tiere als auch Pflanzen individuelle Wassertemperaturen im Aquarium bevorzugen. Führt man nun aber einen Wasserwechsel durch, kann sich die Temperatur des Aquarienwassers schnell verändern. Manche Tiere und Pflanzen mögen solche Temperaturschwankungen im Aquarium nicht und reagieren auf diese sensibel. Was kann man also tun, um solche Temperaturschwankungen im Aquarium beim Wasserwechsel weitestgehend zu vermeiden? Hier bietet es sich an, das Wasser, das bei einem Wasserwechsel neu in das Aquarium eingebracht werden soll, vorab zu erwärmen bzw. einen zusätzlichen Heizer in das Aquarium zu geben, damit das neue Wasser schnell wieder die gewünschte Temperatur erreichen kann. Vermeiden sollte es der Aquarianer aber auf jeden Fall, einfach warmes Wasser aus der Leitung bei einem Wasserwechsel zu verwenden. Hat er Pech, ist warmes Leitungswasser mit Kupfer belastet, das für manch einen Aquarienbewohner zu einer tödlichen Gefahr werden kann. Auch bei Kaltwasserleitungen kann mitunter eine Kupferbelastung eintreten. Dementsprechend sollten Aquarianer sich zuvor – noch bevor sie ein Aquarium das erste Mal befüllen – erkundigen, welche Art von Wasserleitung in ihrem Zuhause verwendet wird. Ein weiteres Problem beim Wasserwechsel zeigt sich in der Praxis, wenn es an das Entfernen des alten Wassers aus dem Aquarium und an das Zuführen des neuen Wassers geht. Wie man hierbei vorgehen kann, erfahren Sie im Folgenden.

Problem Wechselprozess

Sprechen die hauseigenen Wasserleitungen nicht grundsätzlich dagegen, das in Bad oder Küche gezapfte Wasser für das Aquarium zu verwenden, kann das Aquarium also das erste Mal befüllt werden. Steht nach einiger Zeit der erste Wasserwechsel an, arbeitet man auch hierbei wie schon beim ersten Befüllen in der Regel mit einem Eimer und einem Schlauch. Bei allen Arbeiten am Aquarium, bei denen man mit Wasser hantiert, sollte man die Stromversorgung kurz ausschalten – schließlich sind Wasser und Strom eine sehr gefährliche Kombination. Beim Wasserwechsel wird das eine Ende des Schlauchs in das Aquarium gegeben, sodass es unter dem Wasserspiegel hängt. Am anderen Ende des Schlauchs saugt man mit dem Mund kurz das Wasser an, keinesfalls aber so lange, dass man Gefahr läuft, einen ordentlichen Schluck Aquarienwasser zu sich zu nehmen. Vermeiden kann man Letzteres, indem man einen durchsichtigen Schlauch verwendet, bei dem man die angesaugte Wassersäule im Blick behalten kann. Das Schlauchende, an dem man das Wasser angesaugt hat, gibt man in einen leeren und ausreichend großen Eimer, der tiefer steht als das Aquarium. Nun kann das Wasser eigenständig in den Eimer fließen. Wer bei diesem Abpumpen nicht die ganze Zeit neben dem Aquarium ausharren möchte, kann das Schlauchende im Aquarium auch so befestigen, dass es nur den beabsichtigten Wasseranteil absaugt. Allerdings ist es grundsätzlich nicht wirklich zu empfehlen, sich beim Wasserwechsel vom Aquarium zu entfernen. Nicht nur, dass sich eine Befestigung einmal lösen und somit Wasser auslaufen kann, beim Absaugen sollte der Aquarianer auch ein wachsames Auge darauf haben, dass nicht aus Versehen Pflanzenbestandteile oder sogar Aquarientiere angesaugt werden. Außerdem kann man das Schlauchende, das sich im Aquarium befindet, beim Absaugen auch so über den Bodengrund führen, dass größere Verschmutzungen abgesaugt werden – so hat man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Das alte Aquarienwasser entsorgt man nach dem Abpumpen am besten, indem man es in die Toilette gibt. Das Ausgießen in ein Waschbecken ist nicht unbedingt ideal, da das Wasser mitunter recht dreckig sein kann und sich Schmutzpartikel schnell in Sieben und Co. verfangen, sodass viel Putzarbeit vorprogrammiert ist. Auch beim Entsorgen des Wassers in der Toilette sollte man allerdings darauf achten, dass sich in dem Wasser keine Steine und keine sonstigen Elemente befinden, die zu einer Verstopfung der Leitung führen könnten. In einem zweiten Schritt muss man nun bei einem Wasserwechsel in einem Aquarium neues Wasser in das Becken geben. Zu diesem Zweck zapft man Wasser aus dem Wasserhahn in einen Eimer ab und lässt es zunächst ein wenig ruhen. Hierdurch wird verhindert, dass man gröbere Verschmutzungen des Leitungswassers, die sich im Laufe der Zeit am Eimerboden absetzen sollten, übersieht. Zudem kann sich das Wasser in dieser Zeit mitunter etwas erwärmen, wenn die Raumtemperatur dieses zulässt. Ist ein intensiveres Aufwärmen des Wassers von Nöten, kann man, wie oben beschrieben, einen zusätzlichen Heizer verwenden.

Möchte man das Wasser in das Aquarium füllen, sollte man auch hierbei behutsam mit einem Schlauch arbeiten. Würde man das Wasser hingegen einfach direkt aus dem Eimer in das Aquarium schütten, könnte der starke Wasserschwall die Einrichtung des Beckens in Mitleidenschaft ziehen – ganz zu schweigen davon, dass ein solches Vorgehen Tieren und Pflanzen schaden könnte. Soll das Wasser durch einen Schlauch in das Aquarium geleitet werden, muss man diesmal den Eimer höher positionieren als beim Entleeren des Beckens. Zu Hilfe kann man hier zum Beispiel einen Hocker oder eine kleine Tretleiter nehmen. Das Wasser wird dann wieder angesaugt und das Schlauchende, aus dem das Wasser fließt, ins Aquarium gegeben. Nach einem Wasserwechsel sollte man kontrollieren, ob man sauber gearbeitet hat: Schon kleine Wasserlachen an nicht gut einsehbaren Stellen – zum Beispiel hinter dem Aquarium – können schnell zu einem Problem werden. Dies gilt unter anderem vor allem auch deshalb, da das Equipment wie Filter und Heizung oft mit Strom betrieben wird.

Problem Wasserqualität für den Wasserwechsel

Selbstverständlich weist das Wasser, das man im Zuge eines Wasserwechsels frisch in ein Aquarium gegeben hat, nicht die gleichen Wasserwerte auf, wie das Wasser, das sich noch im Aquarium befindet. Manche Aquarianer greifen aus diesem und aus anderen Gründen mitunter auf Wasseraufbereiter zurück. Ob solche Aufbereiter sinnvoll sind oder nicht, wird unter Aquarianern ähnlich kontrovers diskutiert wie die Fragen danach, wie oft und wie umfangreich ein Wasserwechsel im Aquarium stattfinden sollte. Bevor man auf Chemie zurückgreift, sollte in jedem Fall geklärt sein, ob die Aquarienbewohner mit solchen Zusätzen zurechtkommen. Mitunter sind regelmäßige Wasserwechsel auch schon alleine ein Garant für gute Wasserwerte – der Aquarianer sollte somit immer lieber versuchen, die gewünschten Werte natürlich herzustellen.