Viele Aquarianer fragen sich bei dem Auftreten von Algen zunächst einmal, was sie falsch gemacht haben. Prinzipiell sind Algen in Spuren in jedem Aquarium vorhanden. Erst wenn sie in Mengen auftreten, die sogar optisch störend werden, herrscht Handlungsbedarf.

Dazu ist es sinnvoll, den tatsächlichen Grund für das unerwünschte Algenwachstum zu ermitteln, um diesem entgegenzuwirken. In den allermeisten Fällen ist einer der folgenden Gründe schuld. Wir stellen die 10 häufigsten Ursachen für Algen im Aquarium dar.

1. Einfahrzeit

Zu den häufigsten Ursachen von Algen im Aquarium gehört die Einfahrphase.

Algenwachstum ist in den ersten Wochen nach der Einrichtung eines neuen Aquariums völlig normal. Das ökologische Gleichgewicht mit all seinen chemischen und biologischen Zusammenhängen befindet sich nämlich zu Beginn noch nicht im Einklang.

Bakterien müssen sich erst im Aquarium ansiedeln und die Pflanzen müssen sich auf einen neuen Standort, neue Lichtverhältnisse und neue Wasserwerte einstellen. Zusätzlich sind viele Pflanzen geschwächt, weil sie in der emersen Form gekauft werden und erst auf ihre submersen Blätter umstellen müssen.

Diese empfindliche Phase nutzen Algen gnadenlos aus. Sie können sich nämlich weitaus schneller und effizienter auf neue Verhältnisse einstellen und gewinnen dadurch in den ersten Wochen die Oberhand.

Gut zu wissen!

Handelt es sich um das klassische Algenwachstum der Einfahrphase, sollte der Spuk nach einigen Wochen bzw. Monaten wieder vorbei sein. Verlieren Sie nur nicht die Geduld!

2. Zu hoher Besatz

Gerade Neulinge in der Aquaristik sind von dem reichhaltigen Angebot in den Zooabteilungen überfordert und wollen am liebsten alle Fische auf einmal pflegen. So geschieht es sehr oft, dass zu kleine Aquarien mit viel zu hohem Besatz bzw. mit viel zu großen oder ungeeigneten Fischen bestückt werden.

Foto: Cheng Wei / shutterstock.com

Das hat zur Folge, dass Sie Ihre Wasserwechsel bzw. Filterreinigungen massiv steigern müssten. Durch den hohen Grundumsatz des Besatzes reichert sich nämlich das Wasser schnell mit Nitrat an, was das Algenwachstum begünstigt. Meistens finden diese Maßnahmen aber nicht statt und die Algen haben freie Fahrt.

Beschränken Sie sich je nach Aquariengröße auf maximal zwei bis vier Fischarten. Halten Sie sich darüber hinaus an die empfohlene Gruppengröße (von Einzelgänger bis Schwarmfisch) bei den unterschiedlichen Fischarten.

Faustregel

Als gute Faustregel gilt, dass sie pro 2 Liter Wasser 1 cm Fischlänge im erwachsenen Zustand halten sollten.

Ein ähnliches Problem besteht übrigens bei großen Barschen bzw. Welsen, die für ihre großvolumigen Ausscheidungen bekannt sind. Nicht umsonst werden solche Arten nur in Großaquarien gepflegt.

3. Zu viel Futter

Eine weitere häufige Ursache für Algen im Aquarium geht meist Hand in Hand mit zu hohem Fischbesatz: Zu viel Futter! Aber auch bei mäßigem Besatz neigen gerade Anfänger dazu, es zu gut mit den Fischen zu meinen und viel zu viel zu füttern.

Unser Tipp!

Beobachten Sie unbedingt Ihre Fische während der Fütterung. Was nicht binnen weniger Minuten gefressen wird, ist zu viel. Reduzieren Sie daher notfalls die gefütterte Menge.

Die meisten Fischarten vertragen es problemlos, nur jeden zweiten Tag gefüttert zu werden. Das reduziert einerseits die Belastung des Wassers und führt zusätzlich dazu, dass sich die Fische an den natürlichen Futterquellen im Aquarium bedienen.

Futter und Ernährung der SalmlerFoto: topimages / shutterstock.com

Steigen Sie auch so oft wie möglich auf Lebend- oder Frostfutter um. Diese Futtersorten belasten das Wasser nämlich weitaus weniger als Trockenfutter wie Flocken oder Tabletten.

Wichtig!

Waschen Sie Lebend- oder Frostfutter unbedingt unter fließendem Wasser, bevor Sie es Ihren Fischen reichen.

4. Zu viel Licht

Direktes Sonnenlicht gilt geradezu als Garant für überhöhtes Algenwachstum. Gehen Sie daher sicher, dass Ihr Aquarium nicht direkt gegenüber einem Fenster steht und schirmen Sie dieses zusätzlich mit Vorhängen oder Möbelstücken ab.

Die meisten Aquarien sind heute mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet.

Faustregel

Eine Faustregel besagt, dass Sie für gutes Pflanzenwachstum 30 Lumen pro Liter Wasser bereitstellen sollten.

Auch Werte bis 50 Lumen pro Liter sind möglich. Dann aber sollten Sie die Pflanzen unbedingt mit CO2-Düngung unterstützten, ansonsten nutzen vorrangig die Algen das zusätzliche Licht für ihr Wachstum.

Auch eine zu hohe Lichtdauer begünstigt Algenwachstum. Reduzieren Sie die tägliche Lichtdauer auf 10 bis 12 Stunden oder versuchen Sie es in der Mitte des Tages mit einer dreistündigen Lichtpause. Um die Lichtdauer konstant zu halten, hilft Ihnen eine Zeitschaltuhr. Dazu eignen sich bereits billige Produkte aus dem Baumarkt.

5. Zu wenig Licht

Kurioserweise kann auch zu wenig Licht Algen zugutekommen. Dann sind es aber meist Kieselalgen, mit denen Sie zu kämpfen haben. Das geschieht besonders bei alten Lampen, bei zu geringer Lichtstärke oder zu kurzer Lichtdauer. Erhöhen Sie in so einem Fall die Lichtleistung oder steigen Sie gleich auf modernere Modelle um.

6. Falsche Düngung

Viele Aquarianer düngen einfach darauf los, ohne zu wissen, wie viel Nährstoffe bereits in Ihrem Aquarienwasser gelöst sind. Flüssige Universaldünger sind zwar ratsam, aber wenn sie nicht das gewünschte Pflanzenwachstum liefern, müssen Sie wichtige Parameter wie Eisen, Kupfer oder Magnesium bestimmen und notfalls einzeln nachdüngen. Dazu liefert der Handel mittlerweile eine Reihe an Spezialdüngern.

Flüssigdünger wird über Blätter aufgenommen

Nur in seltenen Fällen sind im Wasser zu wenig Nitrat oder Phosphat gelöst. Meistens ist eher das Gegenteil der Fall. Sollte hier aber dennoch ein Mangel herrschen, hilft ein sogenannter NPK-Dünger (Nitrat-Phosphat-Kalium), um diese Makronährstoffe nachzudüngen. Auch hier sollten Sie unbedingt die Werte immer mit Hilfe von Wassertest im Auge behalten.

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Ein wirksames Mittel gegen Algen ist eine Düngung von CO2. Das geschieht aber in den wenigsten Aquarien. Eine Düngung über Druckflaschen ist teuer, jene mit Bio CO2 unzuverlässig und aufwendig. Eine Anschaffung lohnt sich aber allemal. Die Auswirkungen auf Algen- und Pflanzenwachstum sind häufig drastisch. Das gilt besonders bei leistungsstarker Beleuchtung.

7. Zu wenig Pflanzen

Wer nur wenig und dann auch noch langsam wachsende Pflanzen in seinem Aquarium pflegt, hat eher mit Algen zu kämpfen als Aquarianer mit dichtem Pflanzenwuchs. Daher haben auch besonders häufig Barschaquarien mit ihrem kargen Pflanzenwuchs ein Algenproblem.

Stocken Sie unbedingt Ihr Aquarium mit schnellwachsenden und anspruchslosen Pflanzen auf. Dazu gehören viele Stängelpflanzen, Moose und Schwimmpflanzen. Halten Sie davon eine größere Menge, können Sie daneben auch langsam wachsende oder große Solitärpflanzen pflegen.

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8. Mangelnde Hygiene

Gewöhnen Sie sich einen regelmäßigen Wasserwechsel an. Dieser sollte ca. alle zwei Wochen stattfinden und dabei werden ein Drittel bis die Hälfte des Wassers getauscht. Das Frischwasser sollte gut temperiert sein und dieselbe Härte wie das Aquarienwasser aufweisen.

Auf dem Bild sieht man einen Mann beim Aquarium WasserwechselFoto: hedgehog94 / shutterstock.com

Saugen Sie beim Wasserwechsel auffällige Mulmansammlungen, Futterreste und abgestorbene Pflanzenteile ab.

Wichtig!

Warten Sie mit dem Entfernen von verstorbenen Tiere aber bitte nicht bis zum Wasserwechsel, sondern holen Sie diese sofort aus dem Aquarium, da sonst das Wasser unnötig belastet wird.

Reinigen Sie Ihren Filter bitte nicht während des Wasserwechsels, um zu viele Schwankungen im ökologischen Gleichgewicht zu vermeiden.

Auch wenn die Filterreinigung bei weitem nicht so oft notwendig wie ein Wasserwechsel ist, sollten Sie diese dennoch einmal alle ein bis drei Monate vornehmen. Wechseln Sie dabei aber nie das ganze Filtermaterial auf einmal und waschen Sie die Schwämme nur oberflächlich aus, um noch genügend Bakterien zu erhalten.

9. Zu viel Hygiene

Wer jetzt denkt, dass er sein Aquarium extra sauber halten möchte, der wird auch enttäuscht sein.

Schon gewusst?

Unangetastete Mulmecken sind im Aquarium durchaus notwendig, um den Bakterien und Kleinstlebewesen genug Lebensraum und Nahrungsgrundlage zu geben.

Wer ständig den Großteil des Wassers wechselt, dabei gründlich den Bodengrund bis zur Bodenscheibe absaugt und gleichzeitig auch noch den Filter penibel reinigt, gibt den chemischen und biologischen Vorgänge im Aquarium nie die Möglichkeit, ins Gleichgewicht zu gelangen. Solche Bedingungen nutzen Algen eiskalt aus.

10. Falsche Nährstoffverhältnisse

Praktisch alle oben genannten Gründe bringen das Zusammenspiel an im Wasser gelösten Pflanzennährstoffe aus dem Lot bzw. reichern zu viel von den falschen Nährstoffen an, während bei anderen ein Mangel herrscht. Das trifft auf Überbesatz, zu viel Futter, falsche Düngung, falsche Hygiene und unzureichendem Pflanzenbewuchs zu.

Die zwei größten Übeltäter für übermäßiges Algenwachstum sind Nitrat und Phosphat. Diese gelangen durch zu viel Futter und zu viel organischem Abfall ins Aquarium und werden entweder von den Pflanzen verstoffwechselt oder von Ihnen beim Wasserwechsel wieder aus dem Aquarium entfernt.

Nehmen Sie daher die Wasserwechsel ernst und schaffen Sie gleichzeitig für Ihre Pflanzen ein passendes Umfeld. Das geschieht in Form von Düngung (inklusive CO2) und der richtigen Beleuchtung.

Wenn Sie diese häufigsten Ursachen für Algen im Aquarium kennen und die Tipps konsequent einhalten, geht es den Algen langsam aber stetig an den Kragen.

Aquarienpflanzen für AnfängerFoto: Grigorev Mikhail / shutterstock.com

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