Kaum eine Algenart in Süßwasseraquarien ist so einfach zu bekämpfen und wird so gerne von den Aquarienbewohnern gefressen wie Kieselalgen.

Ihr Auftreten ist auch seltener Grund zur Sorge. Besteht sie aber länger in einem Ihrer Becken, sollten Sie sich doch näher mit dem Thema befassen und vor allem die Ausgangswerte Ihres Wassers wissen.

Zunächst ist auf jeden Fall Entwarnung angesagt. Kieselalgen sind nämlich für Ihre Aquarienbewohner nicht schädlich.

Woran man Kieselalgen erkennt

Kieselalgen werden aufgrund ihrer Färbung umgangssprachlich auch gerne als Braunalgen bezeichnet. Mit diesen sind sie aber nicht näher verwandt. Braunalgen gibt es nämlich nur im Salzwasser, Kieselalgen hingegen auch im Süßwasser.

Gut zu wissen!

Die Algen sind einzellig und wachsen nicht am Untergrund fest. Stattdessen lagern sie sich als brauner Belag auf dem Untergrund oder an rauen Oberflächen ab.

Besonders häufig sieht man Kieselalgen als braunen, flächigen Belag auf dem Bodengrund.

Algen im Aquarium nach 30 Tagen

Unser Tipp!

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie es mit Kieselalgen oder Blaualgen zu tun haben, nehmen Sie einfach einen Teil des Belags in die Hand und reiben diesen zwischen den Fingern. Fühlt er sich rau und nicht schleimig an, handelt es sich um die Kieselalge.

Besonders häufig treffen Sie Kieselalgen übrigens in frisch eingerichteten und schwach beleuchteten Aquarien an.

Bekämpfung von Kieselalgen

Eine chemische Bekämpfung empfiehlt sich bei dieser Algenart überhaupt nicht.

Mechanische Entfernung

Kieselalgen sind nur sehr locker mit dem Untergrund verbunden. Sie lassen sich daher problemlos beim Wasserwechsel absaugen. Führen Sie dazu am besten den Schlauch möglichst dicht über den Bodengrund entlang ohne diesen aber mit einzusaugen.

Für eine tiefergehende Reinigung empfiehlt sich auch der Einsatz einer Mulmglocke.

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Änderung der Nährstoffverhältnisse

Halten Sie unbedingt vor allem den Phosphatgehalt niedrig. Dieser kommt selten von Überdüngung, sondern eher von einem zu dichten Fischbesatz oder zu hoher Dosierung bei der Fütterung. Versuchen Sie am besten diese Faktoren niedrig zu halten und greifen Sie zu hochwertigeren Futtermitteln.

Unser Tipp!

Spülen Sie Frost- und Lebendfutter unbedingt ab, bevor Sie es dem Aquarienwasser zugeben.

Das Foto zeigt Apfelschnecken im AquariumFoto: Arunee Rodloy / shutterstock.com

Algenfresser

Kieselalgen werden von vielen Fischen und Wirbellosen gerne gefressen und stellen für viele Arten in der freien Natur sogar den Großteil der Ernährung dar. Das gilt insbesondere für Barsche aus dem Malawi- und Tanganjikasee.

Aber auch in klassischen Gesellschaftsaquarien, die an eine südamerikanische oder südostasiatische Wohngemeinschaft angelehnt sind, werden Kieselalgen gerne gefressen.

Das ist insbesondere bei diversen Wels- und Barbenarten der Fall. Auch Schnecken und Garnelen verzehren Kieselalgen sehr gerne.

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Änderung der Lichtverhältnisse

Sollten es Ihre Bewohner zulassen, können Sie natürlich auch die Beleuchtungsstärke erhöhen. Hier heißt es aber die richtige Balance zu finden, um nicht im Gegenzug andere Algenarten zu fördern.

Eine Erhöhung der Lichtstärke empfiehlt sich daher immer in Kombination mit einer CO2-Düngung, um Ihren Aquarienpflanzen den entscheidenden Vorteil gegenüber Algen zu geben.

Foto: BLUR LIFE 1975 / shutterstock.com

Warten

Klingt skurril, ist aber besonders in der Einfahrphase oft das wirksamste Mittel. Bevor Sie groß in Ihren Wasserwerten herumpfuschen, warten Sie erst einmal die ersten drei Monate ab.

Bis dahin sind Kieselalgen in der Regel wieder verschwunden. Erst wenn sie länger bestehen, sollten Sie größere Maßnahmen ergreifen.

Vorbeugung

Wollen Sie Kieselalgen während der Einfahrphase gar keine Chance geben, fügen Sie dem Aquarienwasser bei Errichtung des Beckens am besten Starterbakterien oder Mulm aus einem gesunden Becken hinzu. Auf diese Weise kommt der Bakterienstoffwechsel schneller in Gang und entzieht den Kieselalgen die nötige Grundlage für ihr Silikatgehäuse.

Sollten Sie in Ihrem Leitungswasser erhöhte Silikatwerte feststellen, nutzen Sie einen Filter, der Silikate ausreichend entfernt.

Achtung!

Achtung, eine Osmoseanlage alleine ist nicht in der Lage Silikate zu entfernen!

Diese kann uns aber an anderer Stelle helfen. Sofern es die Bedürfnisse Ihrer Tiere und Pflanzen zulassen, sollten Sie das Aquarienwasser möglichst weich mit einem niedrigeren pH-Wert wählen. Diese Bedingungen behagen Kieselalgen nämlich weniger.

PH Wert im AquariumFoto: Lothar Drechsel / shutterstock.com

Bringen Sie außerdem an Ihrem Aquarium einen UV-C-Klärer an, werden generell Algensporen abgetötet. Darüber hinaus empfiehlt sich wie bei allen Algen eine genaue Dosierung von Düngemitteln ohne zu überdüngen, ein maßvoller Fischbesatz und keine übergroßen Futtermengen.

Dauerhafte Gegenmaßnahmen

Schon gewusst?

Kieselalgen tendieren weniger als andere Algenarten dazu, hartnäckig zu sein oder wiederaufzutauchen. Haben Sie sie also einmal beseitigt, hat sich die Sache in der Regel erledigt.

Daher empfehlen sich vor allem Hygienemaßnahmen, die ohnehin in jedem Aquarium gelten sollten und allen Algenarten den Kampf ansagen:

  • regelmäßige Wasserwechsel
  • Entfernung von übermäßigem Mulm und abgestorbenen Pflanzenteilen
  • regelmäßige Reinigung des Filters
  • kein Überbesatz
  • maßvolle Fütterung
Honigguarami Haltung und FutterFoto: Ian Grainger / shutterstock.com

Sorgen Sie zusätzlich für eine dichte Bepflanzung bei idealer Beleuchtung und Düngung, sollten Kieselalgen auch in Zukunft keine Chance mehr haben.

Wollen Sie dennoch auf Nummer sichergehen, investieren Sie am besten in einen UV-C-Klärer. Dieser ist ein wirksames Mittel gegen gleich mehrere Algenarten.

Ursachen im Aquarium

Wie bei praktisch allen Algenarten ist auch ein deutlicher Zuwachs von Kieselalgen auf ein Ungleichgewicht an Nährstoffen im Aquarienwasser zurückzuführen.

In einem gut eingefahrenen Aquarium nämlich werden die im Wasser gelösten Silikate schnell von Bakterien verstoffwechselt. Daher finden Kieselalgen besonders in frisch aufgestellten Aquarien ihren Lebensraum, wo dieses Gleichgewicht noch nicht hergestellt ist.

Pflanzenpflege beim Aquarium einfahren

Treten diese Algen im eingefahrenen Aquarium auf, sollten Sie den Silikatgehalt in Ihrem Aquarium überprüfen. Zusätzlich erhöht ein Phosphatgehalt von über 0,25 mg/l die Wahrscheinlichkeit für Kieselalgen.

Dass Kieselalgen unter schwacher Beleuchtung bzw. in schattigen Ecken besonders häufig anzutreffen sind, hat womöglich nichts damit zu tun, dass sie diese Bedingungen besonders gerne haben. Vielmehr dürfte der Grund sein, dass andere, lichthungrigere Algen in diesen Bereichen keine Konkurrenz mehr darstellen.

Biologie von Kieselalgen

Kieselalgen sind einzellige Algen, die auch Diatomeen genannt werden. Unter dem Mikroskop ist diese Algenart ausgesprochen hübsch anzusehen, da sie sich dort in den schönsten geometrischen Formen präsentiert. Im braunen Verband ist sie hingegen bei weitem nicht so attraktiv.

Auf dem Bild sieht man Kieselalgen im Aquarium stark vergrößertFoto: SrjT / shutterstock.com

Den Namen trägt die Alge im Übrigen daher, dass sie sich ihr Silikatgehäuse aus Kieselsäure bauen. Kieselsäure und Silikat sind dabei Synonyme für dieselbe Substanz. Hat die Kieselalge keinen Zugriff darauf, stirbt sie.

Schon gewusst?

Aufgrund ihrer geringen Größe kommen Kieselalgen nicht nur im Salz- und Süßwasser vor, sondern generell überall, wo Wasser in Zusammenhang mit Kieselsäure vorkommt. Das kann also auch in Moospolstern oder feuchten Waldböden der Fall sein.

Was würde gut in ihr Aquarium passen?

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