Aquarienpflanzen – Mehr als bloße Dekoration für Ihr Aquarium

Pflanzen gehören eigentlich in jedes Aquarium: Sie werten ein Becken nicht nur optisch auf, sondern erbringen auch ganz besondere Leistungen, die wichtig für den Erhalt des biologischen Systems in einem Aquarium sind. Aquarienpflanzen stellen manch einen Aquarianer aber auch vor Probleme: Schnell tauchen Fragen danach auf, wie man passende Pflanzen für sein Aquarium am besten auswählt, wie man ein Becken mithilfe der Pflanzen strukturieren und gestalten kann, sowie danach, welche Ansprüche Aquarienpflanzen stellen und wie man sie pflegen muss. Basisfragen dieser Art möchten wir im Folgenden beantworten, damit auch Ihr Aquarium mit gesunden Pflanzen ausgestattet werden kann. Zunächst werden wir aber einmal grundsätzlich darstellen, warum Pflanzen in einem Aquarium eine derart wichtige Rolle einnehmen.

Aquarienpflanzen

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Die Nützlichkeit von Aquarienpflanzen

Aquarienpflanzen spielen aus mindestens vier Gründen eine wichtige Rolle, wenn man ein Aquarium einrichten möchte, das stabil läuft und Bewohnern wie Fischen, Schnecken oder Wirbellosen einen guten Lebensraum bietet. Der erste Grund ist in dem Angebot an Rückzugsmöglichkeiten zu finden, den Pflanzen in einem Aquarium den Tieren offenbaren. Insbesondere feinfiedrige Aquarienpflanzen bieten kleineren Aquarienbewohnern Schutz und Ruhe. Dieses Angebot an Rückzugsmöglichkeiten kann besonders wichtig sein, wenn man in einem Aquarium unterschiedliche Arten hält. Der zweite Grund, warum die Bepflanzung eines Aquariums sinnvoll ist, ist eng mit dem ersten Grund verwandt: Pflanzen stellen für viele Aquarienbewohner auch einen perfekten Laichgrund dar. Die abgelegten Eier der Tiere sind in einem Dickicht aus Pflanzen recht gut geschützt, sodass eine ausreichende Bepflanzung sich durchaus auch positiv auf die Zuchtbemühungen auswirken kann.

Pflanzen im Aquarium

Der dritte Grund, der für die Verwendung von Aquarienpflanzen spricht, mag manch einen Aquarianer zunächst zusammenzucken lassen: Aquarienpflanzen sind auch eine gute Nahrungsquelle im Aquarium, die von manch einem Aquarienbewohner gerne genutzt wird. Zur Beruhigung sei dabei aber gesagt, dass es viele Aquarienbewohner gar nicht auf die Pflanzen an sich absehen, sondern vielmehr auf die Mikroorganismen, die sich insbesondere bei feinfiedrigen Pflanzen sehr gut ansammeln können. Aquarienbewohner, die Aquarienpflanzen in diesem Kontext gerne als Nahrungsquelle nutzen, sind zum Beispiel Garnelen. Selbstverständlich gibt es aber auch Aquarientiere, welche den Pflanzen im Aquarium sehr zusetzen können. Hier kommt es darauf an, dass der Aquarianer im Vorfeld die Verhaltensweisen seiner Tiere kennenlernt und das Aquarium entsprechend einrichtet.

Der vierte und letzte Grund, den wir an dieser Stelle anführen möchten, um die Nützlichkeit von Aquarienpflanzen zu verdeutlichen, liegt in der positiven Beeinflussung der Wasserwerte durch Pflanzen. Aquarienpflanzen bauen diverse Schadstoffe ab, die in jedem Aquarium entstehen, und sind besonders wichtig, wenn es um die Sauerstoffproduktion geht. Ganz nebenbei können sie auch noch in einem weiteren Sinne das biologische Gleichgewicht in einem Aquarium sichern: Sind ausreichend Aquarienpflanzen in einem Becken vorhanden, haben unerwünschte Algen in der Regel sehr viel schlechtere Chancen, sich ungehindert zu verbreiten.

Strukturierung und Auswahl von Aquarienpflanzen

Genauso wie es eine nahezu unendlich erscheinende Auswahl an Gartenpflanzen gibt, gibt es auch eine enorme Vielfalt an Pflanzen, die der Aquarianer nutzen kann, um sein Aquarium zu gestalten und stabil zu halten. Wichtig ist bei der Auswahl der passenden Aquarienpflanzen immer, dass sich der Aquarianer mit Begriffen wie Vordergrundpflanze, Mittelgrundpflanze, Hintergrundpflanze und Solitärpflanze auseinandergesetzt hat. Diese Begriffe deuten bereits an, dass man ein Aquarium mit Pflanzen strukturieren kann. Optisch vorteilhaft ist es dabei, kleinere bzw. klein bleibende Pflanzen im Vordergrund zu platzieren und mittleren und großen Pflanzen den Mittel- und Hintergrund zuzuweisen. Durch diese Art der Bepflanzung erhält das Aquarium eine optische Tiefe und die Pflanzen versperren nicht den Blick in das Becken.

Aquarium mit Pflanzen gestalten

Viele Aquarienpflanzen können in Gruppen gepflanzt werden – mitunter ergibt sich bei so einer Bepflanzung zum Beispiel ein dichter Pflanzenteppich im Aquarium, der besonders hübsch anzusehen ist. Andere Pflanzen wiederum werden im Aquarium als Solitärpflanzen eingesetzt: Sie sind zumeist relativ groß, werden aus diesem Grund häufiger im rechten oder linken Hintergrund platziert und dienen dort als besonderer Blickfang. Die Größe und Wuchsgeschwindigkeit sind allerdings nur zwei wichtige Kriterien bei der Auswahl von Aquarienpflanzen. Wer sicher gehen möchte, dass die Pflanzen im eigenen Becken gedeihen, muss auch die Ansprüche der einzelnen Aquarienpflanzen kennen und prüfen, ob die ausgewählten Pflanzen sich für die angestrebten Einsatzzwecke auch wirklich eignen. Mehr zu dieser Thematik erfahren Sie im Folgenden.

Ansprüche von Aquarienpflanzen

Auch Aquarienpflanzen sind Lebewesen, die gut versorgt werden müssen, damit sie gesund bleiben. Dabei ist darauf zu achten, dass Aquarienpflanzen unterschiedliche Ansprüche hinsichtlich ihres Licht- und Nährstoffbedarfs sowie in Bezug auf die Wasserwerte stellen können. Manche Pflanzen benötigen wenig Licht, manche Pflanzen leiden, wenn beispielsweise Schwimmpflanzen an der Wasseroberfläche treiben und hierbei verhindern, dass viel Licht zum Bodengrund vordringen kann. Manche Pflanzen gedeihen prächtig, ohne dass der Aquarianer im großen Maße eingreifen muss, bei anderen ist eine regelmäßige Düngung notwendig. Viele Pflanzen müssen zudem regelmäßig beschnitten bzw. ausgedünnt werden, damit sie einen ansehnlichen Wuchs entwickeln und kräftig bleiben. Neueinsteiger sollten zunächst Aquarienpflanzen wählen, die recht anspruchslos sind, um eine Überforderung zu verhindern. Zudem sollte die Auswahl an Pflanzen auch zu dem geplanten Besatz mit Tieren passen.

Gestaltung eines Aquariums durch Aquarienpflanzen

Aquarium mit Pflanzen gestalten

Oben haben wir bereits angedeutet, dass sich durch die geschickte Kombination von Vorder-, Mittel- und Hintergrundpflanzen sowie Solitärpflanzen eine sinnvolle Strukturierung im Aquarium umsetzen lässt. Diese Strukturierung kommt nicht selten auch den Aquarienbewohnern entgegen, die das Aquarium unter sich in verschiedene Reviere aufteilen. Größe und Wuchs der Pflanzen sind aber nicht die einzigen Merkmale, die man bei einer Gestaltung eines Aquariums mit Pflanzen beachten sollte. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die farbliche Gestaltung. Aquarienpflanzen weisen keineswegs immer denselben Grünton auf: Vielmehr gibt es viele unterschiedliche Abstufungen, sodass diverse grüne Farbtöne verfügbar sind, die kombiniert ansehnliche Kontraste entstehen lassen können. Darüber hinaus gibt es sogar Aquarienpflanzen, die rötliche Blätter aufweisen: Sie werden gerne als besondere Blickfänge im Aquarium eingesetzt.

Ebenfalls sollte man als frischgebackener Aquarianer wissen, dass man Aquarienpflanzen nicht immer auf die klassische Art und Weise einpflanzen kann/muss. Manche Pflanzen weisen keine Wurzeln auf, sodass sie zusätzlich befestigt werden müssen, wenn sie am Bodengrund verweilen sollen. Mitunter können solche Pflanzen aber auch als Schwimmpflanzen genutzt werden. Einige Aquarienpflanzen eignen sich auch hervorragend zum Aufbinden auf Dekorationsgegenstände wie Steine und Wurzeln. Gestaltungsmaßnahmen dieser Art sind in der Regel relativ einfach umzusetzen, erzeugen aber einen sehr aufwendigen und anspruchsvollen Eindruck.

Möglichst viele Pflanzensorten in einem Aquarium?

Eigentlich kann man es mit Pflanzen in einem Aquarium kaum übertreiben, da sie wie oben angesprochen viele wichtige Dienste in dem künstlichen biologischen System erbringen. Dennoch sollten insbesondere Personen, die das Hobby Aquaristik gerade erst für sich entdeckt haben, nicht den Fehler begehen, im Fachhandel möglichst viele unterschiedliche Pflanzen zu erwerben. Zwar ist die Auswahl ohne Frage verführerisch, es spricht aber auch einiges dafür, bei der Anzahl unterschiedlicher Pflanzensorten maßzuhalten. Zum einen ist es insbesondere bei Anfängern nicht gewährleistet, dass sich der Aquarianer mit jeder Pflanzenart ausreichend auseinandersetzen kann, zum anderen erschwert die parallele Pflege vieler unterschiedlicher Pflanzenarten auch das neue Hobby. Jede Pflanze hat ihre eigenen Ansprüche: Ein biologisches Klima im Aquarium zu erzeugen, das vielen unterschiedlichen Pflanzen entspricht, ist enorm schwierig. Nicht selten müssen einzelne Aquarienpflanzen bei diesem Versuch hintenanstehen und wenig ideale Bedingungen in Kauf nehmen. Besser ist es also, vor allem zu Beginn eine kleine Auswahl unterschiedlicher Pflanzen auszusuchen, die ähnliche Ansprüche stellen und sich somit relativ unkompliziert in einem gemeinsamen Aquarium pflegen lassen. Wer sich für die Aquaristik dauerhaft begeistern kann, wird auch später noch die Gelegenheit bekommen, auf andere Pflanzen umzusteigen bzw. sein Aquarium mit weiteren Pflanzen aufzuwerten.

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