Trotz Aquarium in den Urlaub fahren

Als Aquarianer fährt man immer mit einem etwas mulmigen Gefühl in den Urlaub. Man stellt sich die Fragen:

Wir werden häufig von aufgebrachten Helfern kontaktiert, die mit der Situation überfordert sind und den Aquarianer nicht erreichen können oder wollen. Daher wollen wir im Folgenden auf die häufigsten Probleme eingehen und Wege aufzeigen, wie man diese vermeiden kann. Dieser Leitfaden richtet sich daher an den Aquarianer und nicht an den Helfer.

Aquarium vor dem Urlaub

Wer kümmert sich um das Aquarium während des Urlaubs?

Verbringt man nur ein langes Wochenende am Urlaubsort, dann kann man das Aquarium und die Bewohner problemlos einige Tage alleine lassen. Ist ein längerer Urlaubsaufenthalt geplant, so ist es zu empfehlen, dass man einen Nachbarn, Freund oder Kollegen bittet, gelegentlich nach dem Aquarium zu sehen.

Unbestritten eignet sich ein Helfer, der selbst Aquarianer ist besser, als jemand, der wenig Wissen in diesem Bereich hat. Allerdings ist selbst bei einem erfahrenen Aquarianer-Helfer eine detaillierte Übergabe notwendig. Jeder Aquarianer hat sein eigenes Vorgehen, wie er mit dem Becken umgeht, beispielsweise welcher Anteil Wasser bei einem Teilwasserwechsel ausgetauscht wird, wie die Filterreinigung erfolgt und wie die Aquarienbewohner gefüttert werden. Das Ökosystem im Aquarium hat sich darauf eingestellt und sich daran gewöhnt. Es ist daher unbedingt zu empfehlen alles zusammen mit dem Helfer einmal durchzugehen und diese auch in einem kleinen Leitfaden oder einer Checkliste zu dokumentieren.

Die häufigsten Probleme und deren Vermeidung während dem Urlaub

Falsche Fütterung

Die mit Abstand häufigste Ursache für Schwierigkeiten ist die falsche Fütterung der Fische und anderen Aquarienbewohner. Wie auch der Aquarianer hat auch der Helfer die Angst, das die Fische zu wenig Futter bekommen und verhungern. Man erlebt es gerade bei unerfahrenen Helfern das ein Vielfaches an Fischfutter in das Wasser gegeben wird, als die Fische benötigen. In einigen Fällen haben wir es auch schon erlebt das die Fische mit dem falschen Futter, wie beispielsweise Dosenmais, gefüttert wurden.

Auch wenn zu viel Futter im ersten Augenblick nicht gefährlich erscheint, so kann das nicht aufgenommene Futter verderben und das Wasser stark belasten. Dies ist die häufigste Ursache für das Sterben der Fische.

Abhilfe kann man mit einem automatischen Futterautomaten schaffen, in dessen Kammern man die richtige Menge Futter einfüllen kann. Dieser gibt das Futter dann zu festgelegten Intervallen frei und kann so vollautomatisch die gewohnte Menge an Futter in das Aquarium einbringen. Alternativ sind Portioniertüten zu empfehlen, die man mit dem jeweiligen Datum beschriftet und die gewohnte Futtermenge einfüllt. So kann der Helfer einfach den Inhalt der Tüte in das Aquarium leeren.

Aquarienfilter defekt oder verstopft

Der Funktionsausfall des Aquarienfilters ist eine große Gefahr. Fällt die Filterung und Umwälzung weg, so können die Schadstoffe im Wasser nicht mehr optimal abgebaut werden, die Pflanzen werden nicht mehr richtig mit Wasser umströmt und können das Wasser nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff anreichern. Bei einem vollständigen Funktionsausfall erhöht sich zudem der Nitritwert im Wasser, worauf Fische sehr empfindlich reagieren und schnell sterben.

Solche Schwierigkeiten treten nicht ausschließlich bei einem Defekt des Aquarienfilters auf, sondern können auch durch eine Verstopfung des Filters hervorgerufen werden. Diese kann schon durch ein ungünstig gelegenes Pflanzenblatt an der Ansaugöffnung des Filters entstehen.

Hier kann man mit Hilfe eines zweiten Aquarienfilters Abhilfe schaffen. Hier reicht bereits ein winziger Innenfilter mit geringer Filterleistung aus, den man zusätzlich in das Aquarium hängt. Diesen lässt man dauerhaft mitlaufen, so kann dieser den Ausfall des Hauptfilters abfedern.

Heizstab defekt

Auch der Defekt des Heizstabes kann zu einem Schaden führen und die Beckenbewohner innerhalb Stunden töten. Hier können zwei unterschiedliche Defekte auftreten. Beim vollständigen Ausfall des Heizstabes kühlt das Aquarienwasser nach und nach auf Zimmertemperatur ab. Dies ist, je nach Besatz, die nicht ganz so schlimme Variante. Drastischer ist ein Defekt der Regelung, die dazu führt das der Heizstab dauerhaft auf maximaler Stufe läuft und nicht mehr regelt. Dadurch wird das Wasser teilweise weit über 30 Grad erwärmt und die meisten Beckenbewohner sterben in kurzer Zeit.

Abhilfe kann man hier schaffen indem man den normalen Heizstab durch zwei sehr kleine Heizstäbe ersetzt. Dabei sollte man die Heizleistung der Heizstäbe so wählen, dass ein einzelner Heizstab im Dauerbetrieb die Solltemperatur des Aquarienwassers nur knapp erreichen kann. Durch diese Konfiguration kann sowohl abgefangen werden das einer der kleinen Heizstäbe vollständig ausfällt, aber auch das eine Regelung ausfällt und der Heizstab im Dauerbetrieb das Aquarium zu sehr erhitzt.

Leuchtstoffröhre fällt aus

Was der Helfer meist sehr schnell feststellt ist ein Defekt der Beleuchtung des Aquariums. Bei größeren Aquarien mit mehreren Flammen ist der Ausfall einer Röhre nicht dramatisch. Bei Aquarien mit nur einer Röhre kann der Ausfall dieser und somit der kompletten Beleuchtung, dramatische Folgen haben.

Abhilfe: Aus diesem Grund sollte man dem Helfer eine zweie Röhre bereitlegen und diesem den Austausch erläutern. So kann dieser problemlos die Röhre tauschen und die Beleuchtung wieder sicherstellen.

Schon mit den hier vorgestellten Maßnahmen lassen sich die Probleme, die beim Aquarium während der Urlaubszeit entstehen können, deutlich reduzieren. Nicht nur für den Aquarianer selbst wird der Urlaub entspannter, sondern auch der Helfer ist beruhigt wenn er weis das die meisten Risiken abgesichert sind.