Jamaikakärpfling
- lat. Poecilia melanogoster -

Haltung: einfach
Zucht: einfach
Größe: bis 6cm
Temperatur: 22 bis 26°C
PH: 7,5 bis 8,5
GH: 20 bis 30°dGH
KH:

Der Jamaikakärpfling - Poecilia melanogoster

Der Jamaikakärpfling, auch Dreifarbiger Jamaikakärpfling, Blaukärpfling oder Schwarzbauchkärpfling genannt, kommt in den kleineren Fließgewässern und ihren Überschwemmungsbereichen ausschließlich auf der Karibikinsel Jamaika, nach anderen Angaben aber auch in Haiti vor.

Form und Färbung des Jamaikakärpflings

Auffallendstes Merkmal des Jamaikakärpflings sind etwa 7 schmale, schwarze Querbinden am Hinterleib. Der Körper ist verhältnismäßig lang gestreckt und schlank mit einem fast kreisrunden Querschnitt. Geschlechtsreife Fische werden dann zunehmend flacher. Der Kopf ist dagegen relativ klein und läuft spitz zu. Der Jamaikakärpfling hat eine dunkel bläulich glänzende Körperfarbe mit schwarz gesäumten Flossen und einem gelblichen Binnenfläche auf der Schwanzflosse, und zwar bei beiden Geschlechtern. Bei den Männchen ist die blaue Grundfärbung allerdings etwas intensiver. Der Jamaikakärpfling ist eine der farbenprächtigsten Wildformen unter den lebendgebärenden Zahnkarpfen. Er wurde bereits Anfang des 20.Jahrhunderts in Deutschland eingeführt und war anfangs recht beliebt, da er leicht zu halten und zu züchten ist. Bei den Zoohändler gilt er aber als „Ladenhüter“, der mit den farbintensiven Zuchtsorten von Platy, Schwertträger oder Guppy nicht mithalten kann; das liegt aber daran, dass meist nur die unscheinbaren, oliv- bis graubraunen Jungfische angeboten werden.

Die Weibchen haben unter den Lebendgebärenden Zahnkarpfen den weitaus größten Trächtigkeitsfleck, der die Hälfte des Bauchs einnehmen kann. Die Männchen sind an dem allen Lebendgebärenden Zahnkarpfenmännchen eigenen Gonopodium, der zum Begattungsorgan umgewandelten Flossenstrahlen der Afterflosse, zu erkennen.

Haltung des Jamaikakärpflings im Aquarium

Der Jamaikakärpfling ist ein friedlicher Gruppenfisch, gut geeignet für das Gesellschaftsbecken ab 80cm Länge. Man kann die Jamaikakärpflinge gut mit Segelkärpflingen oder Platys zusammenhalten, da sie sich mit beiden Arten nicht kreuzen können. Abgesehen von einer genügend großen Freifläche in der oberen Wasserzone zum Schwimmen sollte das Aquarium dicht bepflanzt sein. Das Aquarium muss gut abgedeckt sein, denn bei ihrem rasanten Paarungsverlauf schnellen sich die Fische immer wieder über die Wasseroberfläche hinaus oder die Weibchen versuchen der heftigen Balz der Männchen durch einen Sprung aus dem Wasser zu entfliehen. Aus gleichem Grund sollte das Becken auch genügend Versteckmöglichkeiten bieten, größere Steine und Wurzeln, hinter denen sich die Weibchen den Männchen zeitweilig entziehen und zur Ruhe kommen können. Der Jamaikakärpfling ist Allesfresser; braucht zum Gedeihen vor allem auch pflanzliche Kost und Algenaufwuchs zum Abweiden. Man füttert ihn mit Fischtrockenfutter mit einem hohen Anteil an pflanzlichen Bestandteilen und Lebendfutter (Salinenkrebschen Artemia oder Wasserflöhen). Fehlt ausreichende pflanzliche Kost, dann verblassen die Fische und die Weibchen sind weniger fortpflanzungsfreudig. Auf Jamaika kommen diese Kärpflinge ausschließlich in Süßgewässer vor; im Aquarium lassen sie sich aber auch an Brackwasserverhältnisse gewöhnen.

Nachzucht des Jamaikakärpflings unter Aquarienbedingungen

Die Nachzucht im Aquarium verläuft unproblematisch. Das optimale Geschlechterverhältnis für erfolgreiche Nachzuchten liegt bei 2 Männchen zu 6 Weibchen. Die Weibchen haben individuelle Fortpflanzungsperioden, die zwischen 25 und 35 Tagen liegen. Pro Wurf werden bis zu 60 Junge zur Welt gebracht. Die Jungfische wirken bei der Geburt mit einer Körperlänge von mehr als einem halben Zentimeter schon relativ kompakt und robust und sind auch verhältnismäßig unkompliziert aufzuziehen. Ist das Becken dicht mit feinfiedrigen Wasserpflanzen bepflanzt, dann können auch die Jungen im großen Becken bleiben. Bereits mit fünf Monaten sind die Jamaikakärpflinge geschlechtsreif.