Zwerg-Schwertträger
- lat. Xiphophorus pgymaeus -

Haltung: mittel
Zucht: schwierig
Größe: bis 5cm
Temperatur: 18 bis 24°C
PH: 6,8 bis 7,9
GH:
KH:

Der Zwerg-Schwertträger - Xiphophorus pgymaeus

Seit einigen Jahren sind Nano-Becken en Vogue. Und mit den Zwerg-Garnelen hielten auch Minifische aus der Familie der Barben und Bärblinge (z.B. der Moskitobärbling, der Perlhuhnbärbling und die Bitterlingsbarbe) Einzug in diese Mini-Unterwasserwelten. So ist es kein Wunder, dass man auch in anderen Zierfisch-Gruppen nach klein bleibenden und leicht zu pflegenden Aquarienfischen Ausschau hielt. Der Zwergschwerträger ist eine dieser Arten, die lange Zeit in Vergessenheit geraten waren und jetzt eine Renaissance erleben. So ist der Zwergschwertträger jetzt wieder regelmäßig in den Becken der Züchter und Aquariengeschäfte und läuft inzwischen fast seiner großen Schwesterart, dem Schwertträger (Xiphophorus helleri) den Rang ab. Denn zumindest den Wildformen anderer Schwertträgerarten steht der Zwergschwertträger in Färbung und Verhalten keineswegs nach. Trotz seiner geringen Größe muss man sich jedoch darüber im Klaren sein, dass der Zwergschwertträger für das Nanobecken völlig ungeeignet ist.

Lebensraum des Zwerg-Schwertträgers

Der Zwergschwertträger stammt aus dem Einzugsgebiet des Rio Axtla im Westen Mexikos. Er besiedelt vor allem schnellfließende Gewässer, die aber trotzdem zwischen Felsen und Geröll eine dicke Mulmschicht ablagern. Dort ist der Zwergschwertträger mit dem Papageienplaty, dem Spitzmaulkärpfling und einigen anderen Vertretern der Lebendgebärenden Zahnkarpfen vergesellschaftet, offensichtlich ohne dass es zu Bastardierungen kommt.

Merkmale, Form und Färbung des Zwerg-Schwertträgers

Die Männchen des Zwergschwertträgers haben eine langgestreckte Körperform, die Weibchen sind wesentlich gedrungener im Körperbau. Die Grundfärbung des Körpers ist hell grau-braun, während die Bauchunterseite weißlich ist. In den letzten Jahren angebotene Zwergschwertträger-Männchen haben stattdessen eine deutliche gelbe Körperfarbe; ob es sich dabei um eine Zuchtform, eine besondere Rasse oder Mutante der Wildform handelt, ist unklar. Charakteristisch für beide Geschlechter ist eine rote bis dunkel rotbraune Zickzackbinde, die sich vom Auge bis zur Basis der Schwanzflosse zieht, sowie wie eine Marmorzeichnung dicht unter dem Rücken. Der für den Schwertträger (X.helleri) typische, schwertförmige Fortsatz der Schwanzflosse ist bei den Männchen des Zwergschwertträgers nur angedeutet und beschränkt sich auf wenige mm. Die Rückflosse der Männchen hat eine bogenförmig verlaufende Reihe kleiner, dunkler Punkte und einen dünnen, schwarzen Rand.

Haltung des Zwerg-Schwertträgers im Aquarium

Auch wenn der Zwergschwertträger im Vergleich zu seiner großen Schwesterart nur halb so groß wird, in einem zu kleinen Aquarium würden die Fische verkümmern und bald eingehen. Dieser lebhafte Fisch braucht ein langgestrecktes Becken mit viel Freiraum zum Schwimmen; das Aquarium sollte eine Länge von 80cm oder mehr haben. Außerdem ist für eine gute Filterung und Belüftung, sowie eine starke Wasserströmung zu sorgen; der Zwergschwertträger stammt schließlich aus schnellfließenden, sauerstoffreichen Bächen. Aus dem gleichem Grund darf die Wassertemperatur nicht zu hoch sein. 24°C ist das Maximum, bei höheren Temperaturen gehen die Zwergschwertträger bald ein. Die Zwergschwertträger sind Allesfresser; allerdings dürfen die Futterbrocken nicht zu groß sein. Als Lebendfutter bietet man ihnen daher am besten Wasserflöhe und Artemia, denn Mückenlarven können sie kaum bewältigen. Außerdem füttert man sie regelmäßig mit handelsüblichem Trocken- oder Granulatfutter, welches einen hohen Anteil an pflanzlichen Komponenten haben sollte.

Nachzucht des Zwerg-Schwertträgers unter Aquarienbedingungen

Will man regelmäßig Nachzuchten bekommen, dann muss das Aquarium stellenweise dicht bepflanzt werden und der Zwergschwertträger im Schwarm gehalten werden. Fortpflanzungsbereite Weibchen haben einen deutlich sichtbaren, relativ großen Trächtigkeitsfleck. Das Geschlechterverhältnis sollte bei mindestens 4:10 Männchen zu Weibchen liegen. Denn offensichtlich brauchen es die Weibchen als Stimulanz, dass sie gleichzeitig von mehreren Männchen umworben werden. Die Weibchen bringen etwa jeden Monat zwischen 5 und 15 Jungfische zur Welt. Dabei muss die Wassertemperatur unbedingt unterhalb von 24°C gehalten werden, sonst verkümmern die Männchen und bleiben zeugungsunfähig. Ist das Becken dicht bepflanzt, dann können die Jungfische im großen Becken bleiben, denn die Zwergschwertträger stellen ihren Jungen kaum nach.