Pflege einfach
Wuchshöhe 65 cm
Vermehrung Ausläufer, Stecklinge

Verbreitung des Gottesgnadenkrauts

Das Gottes-Gnadenkraut ist zwar in fast ganz Europa weit verbreitet und sein Vorkommen reicht bis nach Zentralasien, aber in Mitteleuropa stark in seinem Bestand gefährdet und steht daher in Deutschland unter Naturschutz. Es darf daher nicht an seinen natürlichen Standorten aus der Natur entnommen werden.

Der wissenschaftliche Artname officinalis deutet daraufhin, dass dies Gnadenkraut früher als Heilpflanze genutzt wurde. Die Pflanze ist jedoch in allen Teilen durch einen hohen Glykosid-Gehalt stark giftig und wird daher heute – zumindest in der Schulmedizin – nicht mehr für Heilzwecke verwendet.

Das Gottes-Gnadenkraut siedelt sich in erster Linie auf offenen Bodenflächen an, die durch Weidetiere gestört sind und häufig überschwemmt werden, vor allem solche Plätze in der Röhrichtzone, an durch Trittbelastung gestörten Seeufern, auf Feuchtwiesen oder in periodisch trockenfallenden Tümpeln und Teichen.

Das Gottes-Gnadenkraut wird jedoch als emerse Pflanze seit langem in Gärtnereien gezüchtet und im Gartenfachhandel angeboten. In Deutschland kommt nur das Gottes-Gnadenkraut Gratiola officinalis vor; weltweit sind es jedoch mehr als 20 Gratiola-Arten, einige davon stammen aus den Tropen und dürfen sich mindestens ebenso gut für einen Platz im Warmwasseraquarium eignen.

Aussehen des Gottesgnadenkrauts

Das Gottes-Gnadenkraut ist eine mehrjährige, krautartige Stängelpflanze, die bis zu 45cm, in Einzelfällen bis zu 60cm hoch werden kann. Als emerse Sumpfpflanze breitet es sich mit Hilfe seiner Ausläufer aus. Die kräftigen Stängel haben an der Basis einen runden Querschnitt, in der oberen Hälfte sind sie dagegen eher vierkantig.

Die Landform hat kreuzgegenständige Laubblätter von schmal-lanzettartiger Form mit einem glatten oder schwach gesägten Rand. Die hellgrünen Blätter sind punktuell mit eingesenkten Drüsenhaaren besetzt. Die submerse Unterwasserform des Gottes-Gnadenkrauts hat dagegen runde Blätter, die denen der Fettblätter der Gattung Bacopa ähneln.

Die Pflanze blüht außerhalb des Wassers oder oberhalb der Wasseroberfläche zwischen Juli und August. Die zwittrigen Blüten haben lange Stiele, mit denen sie einzeln in den Blattachseln stehen. Die Kronblätter sind zu einer gelben Röhre verwachsen, während die einzelnen Petalen eine weißliche bis hell-rosa Färbung haben, über der zum Teil eine rötliche Äderung zu sehen ist. Aus der mit dem Wind oder durch Insekten bestäubten Blüte entwickelt sich eine braune, tropfen- bis kugelförmige, kleine Kapselfrucht, in der die bis zu 8mm großen Samen heranreifen.

Haltungsbedingungen des Gottesgnadenkrauts im Aquarium

Das Gottes-Gnadenkraut ist als Aquarienpflanze noch wenig bekannt, weil sie an ihren natürlichen Standorten ebenso wie in den Gärtnereien emers wächst. Versuche interessierter deutscher Aquarianer haben jedoch gezeigt, dass das Gottes-Gnadenkraut auch auf Dauer submers als Aquarienpflanze kultiviert werden kann. Zu ähnlich positiven Ergebnissen kommen Hobby-Aquarianer aus den USA, die Gratiola aurea und andere nordamerikanische Gnadenkraut-Arten mit Erfolg als Aquarienpflanzen pflegen. Über die Kulturbedingungen und Milieuansprüche liegen allerdings noch keine Angaben vor.

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