Zwergkärpfling
- lat. Heterandria formosa -

Haltung: einfach
Zucht: einfach
Größe: bis 3,6cm
Temperatur: 13 bis 25°C
PH: 6,5 bis 7,5
GH: 10 bis 15°dGH
KH: 7 bis 15°dKH

Der Zwergkärpfling - Heterandria formosa

Der Zwergkärpfling kommt im Südosten der USA vor. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von North Carolina über Florida bis nach Texas. Er besiedelt langsame Fließgewässer und pflanzenreiche Tümpel und andere stehende Kleingewässer. Dabei dringt er auch bis in die Brackwassermündungen vor.

Zwergkärpfling-Weibchen
Foto: Brian Gratwicke, Creative Coomons Attr. 2.0 Generic

Merkmale, Form und Färbung des Zwergkärpflings

Der Zwergkärpfling ist der kleinste Vertreter der Lebendgebärenden Zahnkarpfen. Das Männchen wird nur 2cm groß und hat im Verhältnis dazu ein relativ langes Gonopodium (der zum Begattungsorgan umgewandelten Afterflosse). Erwachsene Männchen haben einen abgeflachten Körper, Weibchen haben dagegen einen fast kreisrunden Körperquerschnitt. Auf hellem Körpergrund ist eine auffallend, schwarze Längsbinde zu sehen, die beim Weibchen verhältnismäßig breit ist und beim Männchen eher eine zickzackförmige Gestalt hat. Diese Längsbinde reicht vom Kiemendeckel bis zum Ansatz der Schwanzflosse. Beide Geschlechter haben einen horizontal verlaufenden, dunkeln Augenstrich. Die untere Hälfte der Rückenflosse ist ebenfalls schwarz gefärbt.

Haltung des Zwergkärpflings im Aquarium

Der Zwergkärpfling ist ein verhältnismäßig anspruchsloser, leicht zu haltender Vertreter der Lebendgebärenden Zahnkarpfen. Man hält ihn am besten in einer kleinen Gruppe von 10 bis 15 Individuen in einem kleinen Artbecken, dessen Wassertemperatur möglichst unter 25°C bleiben sollte. Der Zwergkärpfling hält sich gerne im Schatten der Pflanzen oder in Spalten und Zwischenräumen zwischen Steinaufbauten oder Moorkienwurzeln auf. Das Weibchen des Zwergkärpflings bewegt sich nur langsam fort. Man hat den Eindruck, als „schleiche“ es etwas ängstlich immer im Schutz enger Landmarken entlang. Oder es steht unter den Blättern einer Schwimmpflanze. Die Männchen bilden dagegen selbst im kleinsten Aquarium eigene Reviere, die sie dann auch verbissen gegen andere Männchen verteidigen, wobei es meist bei Drohgebärden und harmlosen Rempeleien bleibt. Je dichter ein Revier mit Wasserpflanzen besetzt ist, so begehrter ist es bei dem Männchen. Die Männchen ziehen also nicht wie Weibchen im Aquarium umher, sondern hocken inmitten ihres Territoriums, um vorbeiziehenden Weibchen aufzulauern, um sie fast überfallmäßig anzubalzen und in ihr Revier zu locken. Das Geschlechterverhältnis von Männchen zu Weibchen sollte bei etwa 1:3 liegen.

Die Wassertemperatur sollte im Aquarium 25°C nicht überschreiten und einen ausgeprägten Tag-/Nachtrhythmus aufweisen. Unter Umständen kann man daher auf eine Aquarienheizung verzichten und die Zwergkärpflinge unter Kaltwasserbedingungen zwischen 15 und 22°C halten. Trotz ihrer geringen Körpergröße überwältigen die Weibchen der Zwergkärpflinge auch größere Beutetiere wie rote Zuckmückenlarven, Tubifex und große Wasserflöhe. Bevorzugt wird wurmförmige Nahrung, Futter am Boden wird dagegen ignoriert. Die wesentlich kleineren Männchen ziehen entsprechend kleinere Lebendnahrung vor. Zusätzlich wird mit handelsüblichem Trockenfutter für Zierfische gefüttert.

Nachzucht des Zwergkärpflings unter Aquarienbedingungen

Auch die Fortpflanzung der Zwergkärpflinge unter Aquarienbedingungen ist unproblematisch. Geschlechtsreife, ausgewachsene Weibchen können sogar täglich bis zu 5 Junge bekommen. Das kann sich über drei Wochen hinziehen, dann wird eine Pause von etwa 10 Tagen eingelegt und der Fortpflanzungszyklus beginnt von neuem. Das liegt daran, dass die Weibchen bis zu acht unterschiedlich weit entwickelte Bruten in sich tragen. Diese ganz spezielle Fortpflanzungsstrategie kann eine Anpassung an die besonderen Lebensbedingungen in den Kleingewässern sein, die von den Zwergkärpflingen besiedelt werden. Die Population hat so größere Überlebenschancen als wenn nur alle 4 Wochen bis zu 50 Jungfische auf einmal abgesetzt würden. Eine weitere Besonderheit im Entwicklungszyklus der Jungfische, die so nur bei den Zwergkärpflingen vorkommt, ist das Phänomen, dass die Eier kaum Dottermaterial enthalten. Stattdessen werden die Embryonen über die Pseudoplacenta der Mutter mit Nährstoffen versorgt.