Schwertträger
- lat. Xiphophorus helleri -

Haltung: einfach
Zucht: einfach
Größe: bis 15cm
Temperatur: 18 bis 30°C
PH:
GH:
KH:

Der Schwertträger - Xiphophorus helleri

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des sogenannten Grünen Schwertträgers reicht von der mexikanischen Halbinsel Yucatan bis in den Nordosten Guatemalas. Schon in diesem großen Verbreitungsgebiet gibt es Populationen der Wildform mit ganz unterschiedlichen Zeichnungsmustern, die aber so stark variieren können, dass sie nicht als eigenständige Rassen oder Unterarten gelten können.

Schwertträger
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Merkmale, Form und Färbung des Schwertträgers

Charakteristisch für diesen Schwertträger ist bei den Männchen der von der Schwanzflosse gebildete Schwertfortsatz, der etwa 2/3 der Körperlänge ausmacht. Dieses Schwert ist schwarz eingefasst. Die Schwertträger sind seitlich stark abgeflacht mit einem langgestreckten Körperbau. Die Ausgangsform aller Zuchtprodukte ist der Grüne Schwertträger. Er wird jedoch seltener angeboten als die diversen Zuchtsorten, allen voran der Rote Schwertträger, entstanden aus einer Kreuzung des Grünen Schwertträgers mit roten Platys. Das Männchen hat das für Lebendgebärende Zahnkarpfen typische Gonopodium, die Weibchen sind – abgesehen von der gedrungenen Körperform – an ihrem Trächtigkeitsfleck zu erkennen.

Alle Zuchtformen des grünen Schwertträgers gehen auf Kreuzungen mit dem Platy (Xiphophorus maculatus) oder dem Papageienplaty (Xiphophorus variatus) zurück. Dabei wurde nicht wie bei den Hochzuchtguppys das Augenmerk auf unterschiedliche Flossenformen gerichtet, sondern auf die Herauszüchtung stabiler Farben und Farbmuster. Man unterscheidet zunächst einmal drei Körpergrundfarben, dabei dominiert Rot im Erbgang über der Wildfarbe des Grünen Schwertträgers, sowie über Gelb und Weiß, und Gelb dominiert seinerseits über weiße Zuchtsorten.

Rote Schwertträger kommen in drei Spielarten vor: Rot, Rotgelb und Rotgrau. Rotgraue Schwertträger sind nach der Geburt in den ersten Tagen erst einmal vollkommen grau; die Rotfärbung setzt dann langsam von Schwanzstiel her ein. Rotgraue Schwertträger waren die Ausgangsbasis für den sogenannten Berliner Schwertträger, da auf ihr die für diese Sorte typische Fleckenmuster besser zur Geltung kommt als auf Stämmen mit rein roter oder rotgelber Grundfärbung. Rotgraue Schwertträger sind auch die Basis für schwarze Schwertträger, da nur diese Exemplare den gewünschten Schuppenglanz entwickeln.

Einfarbig Rote Schwertträger sind züchterisch dagegen nur über eine Kreuzung aus rotgrauen mit gelben Stämmen zu erreichen. Schwertträger mit grauer Körpergrundfarbe entsprechen der Wildform des Grünen Schwertträgers. Obwohl farblich nicht sehr interessant, müssen sie gelegentlich zur Blutauffrischung in die Hochzuchtformen eingekreuzt werden. Stämme mit einer graugrünen Grundfarbe mit grünem Glanz der Schuppen bildeten die Ausgangsbasis für die Zucht des sogenannten Hamburger Schwertträgers, der eine schwarze Körperfarbe hat mit einem blaugrünen Spiegel, wobei die Flossen farblos bleiben.

Schwertträger mit einer rein gelben Grundfärbung werden benutzt, um die Garben anderer Stämme wieder aufzufrischen. So macht die Einkreuzung durch eine gelbe Grundfarbe das Rot leuchtender. Schwertträger mit einer weißen Körpergrundfarbe sind nur selten zu sehen. Sie werden z.B. mit dem Platy gekreuzt, aus der die Sorte Blutendes Herz, ein Platy mit einem Muster auf weißer Körperfarbe hervorgeht.

Farbige Zeichnungsmuster haben die Schwertträger-Sorten Dorsalrot, Caudalrot und –gelb, Rote Kehle mit Rotem Kopf oder Exemplare mit Blauen Zonen. Schwarze Zeichnungsmuster werden in Anlehnung an die Zuchtformen des Platys mit Halbschwarz-längs und Halbschwarz-quer, Schwarz, Mond, Wagtail und Nadel bezeichnet.

Später hat man dann doch Schwertträger mit von der Wildform abweichenden Flossenformen heraus gezüchtet: Den Fahnenflosser mit einer stark verbreiterten und verlängerten Rückenflosse und den Lyraflosser mit einer oberen und unteren schwertartigen Verlängerung der Schwanzflosse – ähnlich dem Doppelschwert unter den Guppys.

Haltung des Schwertträgers im Aquarium

Der Schwertträger ist ein äußerst temperamentvoller Vertreter der Lebendgebärenden Zahnkarpfen. Daher benötigt die Art einen entsprechend großen Freiraum zum Schwimmen und ihre lebhafte Balz. Bei ihrer stürmischen Balz erweisen sich die Schwertträger-Männchen auch als perfekte, blitzschnelle Rückwärtsschwimmer! Im Übereifer können sie auch schon einmal über die Wasseroberfläche hinausschießen. Das Aquarium muss daher eine Mindestlänge von 1m und eine gut schließende Abdeckscheibe haben. Die Wassertemperatur sollte stets etwas schwanken, da diese keine gelichmäßig hohe Temperatur auf Dauer vertragen. Die Extremwerte von 18 und 30°C dürfen aber dabei nicht überschritten werden! Abgesehen davon sind die Schwertträger robust und ein pflegeleichter Anfängerfisch, der sich auch gut fürs Gesellschaftsbecken eignet. Man kann ihn mit Lebendgebärenden anderer Gattungen wie dem Guppy oder Molly zusammen halten, aber nicht mit anderen Vertretern aus der Gattung der Schwertträger und Platys (Xiphophorus), auch nicht mit verschiedenen Zuchtformen des Grünen Schwertträgers, da sie untereinander kreuzen können, was zu weniger prachtvollen Schwertträgern führt. Die Schwertträger sind Allesfresser und daher nicht wählerisch bei der Nahrungsaufnahme. Neben dem handelsüblichen Zierfischfutter bietet man ihnen Wasserflöhe, Tubifex und Mückenlarven als Lebendfutter, gelegentlich auch etwas Grünkost in Form von Salat und Fischfutter mit einem hohen Anteil an pflanzlichen Bestandteilen an.

Nachzucht des Schwertträgers unter Aquarienbedingungen

Geschlechtsreife, ausgewachsene Schwertträger-Weibchen können etwa alle 4 Wochen bis zu 200 Jungfische absetzen. Mitunter ist zu beobachten, dass einige Weibchen des Schwertträgers ihren Laichfleck verlieren, ein Gonopodium, jenes aus der Afterflosse entstandene Begattungsorgan, und sogar einen Schwertfortsatz bilden und damit zu zeugungsfähigen Männchen werden. Schwertträgermännchen können sich dagegen nicht zu Weibchen umwandeln. Die Schwertträger-Weibchen sollte man kurz vor der Geburt der Jungfische in ein separates, dicht bepflanztes oder mit einem Laichrost bestücktes Aufzuchtbecken umsetzen, da sie sonst ihren Jungen nachstellen.