Segelkärpfling
- lat. Poecilia velifera -

Haltung: einfach
Zucht:
Größe: bis 20cm
Temperatur: 23 bis 28°C
PH: 7,5 bis 8,5
GH: 15 bis 30°dGH
KH:

Der Segelkärpfling - Poecilia velifera

Der Segelkärpfling lebt in den Süß- und Brackgewässern der mexikanischen Halbinsel Yucatan.

Segelkärpfling – Männchen
Foto: Massysmith, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Merkmale, Form und Färbung des Segelkärpflings

Der Segelkärpfling verdankt seinen Namen der segelförmig verbreiterten Rückenflosse, die bei den Männchen besonders ausgeprägt ist. Diese Rückenflosse fängt bei den Männchen bereits vor dem Brustflossenansatz an und reicht fast bis auf die Höhe der Schwanzflossenbasis. Das Segelkärpfling-Männchen kann – im Gegensatz zum Breitflossenkärpfling – seine Rückenflosse bei Erregung bis über die Maulspitze hinaus nach vorne klappen. Wie bei den Lebendgebärenden Zahnkarpfen üblich, sind auch bei den Segelkärpflingen die Männchen farbenprächtiger, schlanker und kleiner als die Weibchen. Die Wildform der Segelkärpflinge ist grünlich gefärbt, Zuchtsorten gibt es gescheckt, schwarz, weiß, orange und als Albino in Weiß mit roten Augen.

Unter den schwarz gefärbten Black Mollys gibt es breit- und hochflossige Zuchtsorten, die sich am Ansatzpunkt der Rückenflosse und deren Ausdehnung unterscheiden und sich eindeutig dem Spitzmaulkärpfling oder dem Segelkärpfling zuordnen lassen.

Haltung des Segelkärpflings im Aquarium

Der Segelkärpfling ist ein sehr lebhafter Aquarienfisch, der viel Freiraum zum Schwimmen benötigt. Am besten hält man ihn in kleinen Gruppen. Die Männchen können allerdings untereinander ziemlich zänkisch sein. Die Fische halten sich vor allem in den oberen und mittleren Wasserbereichen auf, brauchen aber auch Versteckmöglichkeiten hinter Steinaufbauten, unter Moorkien- oder Mangrovenwurzeln und zwischen robusten, breitblättrigen Wasserpflanzen. Ähnlich wie beim Breitflossenkärpfling empfehlen sich auch für das Wohlbefinden des Segelkärpflings ein geringer Salzzusatz (ca. 0,2% Salinität) und eine gute Filterung verbunden mit klarem, sauberem und sauerstoffreichem Wasser. Als Bewohner schnellfließender Gewässer braucht der Segelkärpfling außerdem eine starke Strömung im Aquarium, gegen die er dann anschwimmen kann. Den Segelkärpfling füttert man neben handelsüblichem Trockenfutter und Grünkost (überbrühtem, klein geschnittener Kopfsalat) mit Tubifex, roten Mückenlarven, Wasserflöhen, Hüpferlingen und vergleichbarem Lebendfutter.

Nachzucht des Segelkärpflings unter Aquarienbedingungen

Wie andere Vertreter aus der Familie der Poecilidae sind auch Segelkärpfling-Weibchen lebendgebärend, d.h. die Eihülle platzt beim Geburtsvorgang auf und ein fertig entwickelter Jungfisch schlüpft mit dem Schwanzstiel voran aus dem Mutterleib. Die Weibchen können alle 4 bis 6 Wochen mehr als 100 Junge bekommen. Die Überlebenschance für diese Jungfische ist jedoch nicht groß. Sie müssen sich vor den Nachstellungen der Elterntiere verstecken; dazu ist ein stark veralgtes Aquarium von Vorteil, denn die Algen und die zwischen den Algenfäden treibenden Mikroorganismen dienen den jungen Segelkärpflingen als Futter in den ersten Lebenstagen. Die Temperatur im Aufzuchtbecken sollte nicht zu hoch sein und vor allem nicht zu gleichmäßig temperiert sein, sonst entwickeln sich die Männchen zu schnell zu unfruchtbaren Zwergenmännchen. Normalerweise werden die Männchen erst nach 18 Monaten geschlechtsreif, davor gleichen sie im Aussehen unfruchtbaren Weibchen.

Man hat festgestellt, dass sich im Artbecken von den vielen Jungfischen stets nur eines zu einem dominanten, geschlechtsreifen Männchen entwickelt. Erst wenn dieses heraus gefangen wurde, rückte ein anderes Männchen gewissermaßen nach. Nur in sehr großen Becken mit vielen Versteckmöglichkeiten und optischen Reviermarken kam es zu solchen Einschränkungen nicht.

Im Überschneidungsbereich der Verbreitungsgebiete von Breitflossenkärpfling und dem Segelkärpfling gibt es Stämme, bei denen nur Weibchen vorkommen. In ihrem Aussehen gleichen sie einer Zwischenform beider Arten. Sie paaren sich zwar mit Männchen beider Arten, es werden aber immer nur weibliche Jungfische geboren. Kreuzt man beide Arten aber unter Aquarienbedingungen, dann werden weibliche und männliche Tiere geboren.