Zunächst noch hübsch anzusehen können Fadenalgen sehr schnell zur regelrechten Plage im Aquarium werden. Daher verpassen viele Aquarianer den Punkt, möglichst früh dagegen anzugehen.

Dabei haben Sie gar nicht so viel falsch gemacht, wenn Sie diesen Algentyp in Ihrem Aquarium vorfinden. Fadenalgen fühlen sich nämlich bei sehr ähnlichen Bedingungen wohl wie die von uns gepflegten Wasserpflanzen.

Woran man Fadenalgen erkennt

Wie der Name schon sagt bilden Fadenalgen lange grüne Fäden aus. Diese sind meist nicht mit dem Untergrund verwachsen, sondern verheddern sich an Pflanzen oder Dekorationsgegenständen. Die freien Enden schweben dann in der Strömung.

Bei einem noch leichten Befall sieht das durchaus attraktiv aus. Fadenalgen weisen nämlich eine sattgrüne Färbung auf. Tun Sie aber nichts dagegen, erreichen Fadenalgen irgendwann einen Punkt, an dem sie sich explosionsartig vermehren und unschön werden.

Fadenalgen im Aquarium

Bekämpfung von Fadenalgen

Sind die Fadenalgen bereits da, gibt es eine Reihe an Möglichkeiten, gegen diese vorzugehen. Bevor Sie den Algen aktiv den Kampf ansagen sollten Sie so viele davon händisch entfernen, wie Ihnen möglich ist.

Fadenalgen lösen sich in der Regel leicht vom Untergrund, zerfallen aber auch gerne, wenn man sie zu schnell anfasst. Bewährt hat sich der Einsatz von Holzstäbchen, um die die Fadenalgen vorsichtig gewickelt werden.

Unser Tipp!

Kleinere Dekorationsgegenstände können Sie zur Gänze aus dem Aquarium holen und unter fließendem Wasser wieder sauber schrubben.

Zu viel Nährstoffe

Haben Sie bei Ihren Wassertest zu viel Nitrat oder Phosphat im Wasser festgestellt, sollten Sie die Ursachen dafür finden und diese beseitigen. Befinden sich diese Nährstoffe bereits in Ihrem Leitungswasser, hilft nur der Einsatz von schnell wachsenden Pflanzen, die viel Nitrat und Phosphat aus dem Wasser binden.

Grünalgen in Büschelform

Ist die Nährstoffquelle aber im Aquarium selber zu finden, können Sie diese gut bekämpfen. Entfernen Sie regelmäßig abgestorbene Pflanzenteile, machen Sie häufiger großvolumige Wasserwechsel und reduzieren Sie Ihren Fischbesatz.

Auch die Futtermenge können Sie reduzieren. Am besten greifen Sie öfter mal zu Frost- oder Lebendfutter statt Flocken und Tabletten, da diese das Wasser nicht zu sehr belasten.

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Zu viel Licht

Ist Ihr Aquarium zu viel direktem Sonnenlicht ausgesetzt, müssen Sie dieses mit Vorhängen oder Klebefolie davor beschützen. Die Beleuchtungsdauer im Aquarium selber können Sie reduzieren.

Alternativ hat sich auch der Einsatz einer Mittagspause bewährt. Dabei wird die Beleuchtungszeit in der Mitte für zwei bis vier Stunden unterbrochen.

Unser Tipp!

Um die Beleuchtung stets gleichmäßig zu aktivieren, sollten Sie zu einer Zeitschaltuhr greifen.

Alternativ können Sie auch Ihren Pflanzen helfen, das vorhandene Licht besser zu nutzen. Das gelingt Ihnen durch den Einsatz von CO2-Düngung. Am besten greifen Sie zu einer Anlage mit Druckventil, da sich dort die CO2-Verteilung besonders genau steuern lässt.

Fressfeinde

Harnischwelse - L-WelseFoto: GooZell / shutterstock.com

Es gibt durchaus Tiere, die Fadenalgen zum Fressen gerne haben. Nicht alle davon sind für jedes Aquarium geeignet, daher seien sie hier nur als Liste aufgeführt:

Flaggenbuntbarsche, Rüsselbarben, Harnischwelse, Amanogarnelen, Rennschnecken, Geweihschnecken.

Entscheiden Sie sorgfältig, ob einer dieser Algenfresser überhaupt in Ihr Becken passt und ob Sie den Tieren dauerhaft eine artgerechte Haltung bieten können. Sie müssen nämlich auch versorgt werden, wenn Sie Ihr Algenproblem in den Griff bekommen haben.

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Algenmittel?

Fadenalgen sind relativ einfach mit konservativen Methoden zu bekämpfen, weswegen ein Einsatz von chemischen Algenmitteln vermieden werden sollte. Zusätzlich sind Fadenalgen für Ihre Aquarienbewohner nicht schädlich.

Stattdessen könnten Sie mit chemischen Mitteln Ihre Wasserwerte empfindlich ändern und das nur für einen optischen Vorteil.

Sie können aber sehr wohl mit gezielter Düngung das Nährstoffverhältnis in Ihrem Aquarienwasser in geregelte Bahnen lenken. Ein weiterer effektiver Wirkstoff gegen Fadenalgen ist Salicylsäure, wie sie auch in Aspirin zu finden ist.

Werfen Sie aber bitte nicht Ihre Kopfschmerztabletten ins Aquarium. Der Stoff komm natürlich in Weidenrinde vor und kann über diese ins Aquarienwasser eingebracht werden.

Bei hartnäckigem Fall hat sich auch der Einsatz eines UV-C-Klärer bewährt. Dieser greift in die Wasserwerte nicht ein, sondern bestrahlt das Aquarienwasser mit UV-C-Strahlung. Dadurch werden die Sporen von Fadenalgen schon im mikroskopisch kleinen Stadium abgetötet und können sich daher nie zu ausgewachsenen Algen entwickeln.

Vorbeugung

Am besten achten Sie darauf, dass Fadenalgen erst gar nicht die Chance haben, in Ihrem Aquarium aufzukommen. Sie können bereits in der Einfahrphase darauf achten, genügend algenfressende Wirbellose wie Amanogarnelen oder Rennschnecken einzusetzen.

Das Foto zeigt eine Garnele, die Fadenalgen frisstFoto: Pavaphon Supanantananont / shutterstock.com

Zusätzlich sollte das Licht zu Anfang nur maximal sechs Stunden an sein, bis die Pflanzen angewachsen sind. Im Laufe der nächsten Wochen können Sie diese Dauer bei gleichzeitiger Zugabe von CO2 auf zehn bis zwölf Stunden steigern.

Greifen Sie am Anfang zu schnellwachsenden Pflanzen wie Hornkraut oder Wasserfreund. Diese sind gerade in der Einfahrphase die beste Konkurrenz zu Fadenalgen.

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Über die nächsten Monate können Sie diese nach und nach mit Ihrer Wunschbepflanzung ersetzen. Vermeiden Sie aber Becken, die nur von langsam wachsenden Pflanzen wie Javafarn oder Anubias bewohnt werden.

Halten Sie zusätzlich stets mit Tröpfchentests Ihre Wasserwerte im Auge. Besonders im Fokus sollten hier Nitrat, Phosphat und Kalium stehen. Am besten düngen Sie dann nur genau jene Nährstoffe, die den Pflanzen fehlen.

Wichtig!

Vermeiden Sie Komplettdünger in unbekannter Zusammensetzung.

Dauerhafte Gegenmaßnahmen

Haben Sie Ihren Fadenalgenbefall im Griff, sollten Sie dennoch nicht auf der faulen Haut liegen. Algen gelten als besonders hartnäckig und widerstandsfähig und ergreifen jedes Schlupfloch, um wiederzukommen.

Behalten Sie daher stets Wasserwerte und Düngung im Blick, passen Sie ihre Beleuchtung und Heizung an die Jahreszeit an und nehmen Sie regelmäßige Pflegemaßnahmen wie Wasserwechsel, Wechsel des Filtermaterials oder Abschrubben der Scheiben sehr ernst.

Auf dem Bild sieht man einen Mann beim Aquarium WasserwechselFoto: hedgehog94 / shutterstock.com

Ursachen im Aquarium

Besonders häufig haben Sie in der Einfahrphase mit Fadenalgen zu tun. Dann ist nämlich das biologische Gleichgewicht mit all seinen nützlichen Mikroorganismen noch nicht eingerichtet und die Algen nutzen dies zu Ihrem Vorteil.

Ein solcher Algenbefall geht oft von selber nach einigen Wochen bis Monaten zurück. Dazu ist es aber wichtig, von Anfang an auf eine dichte Bepflanzung zu setzen.

Auch im laufenden Aquarium können Fadenalgen entstehen. Das geschieht vor allem dann, wenn im Wasser zu viele Nährstoffe gelöst sind bzw. die Bedingungen zu gut sind, als dass die Pflanzen sie für sich alleine beanspruchen können.

Übeltäter sind hier vor allem zu hohe Nitrat- und Phosphatwerte, eine zu intensive oder lange Beleuchtung und zu wenig im Wasser gelöstes Kohlendioxid.

Selbst wenn Sie nichts an Ihrer Technik, Düngung oder Routine im Wasserwechsel ändern, können Fadenalgen durch geänderte Bedingungen entstehen. Das passiert zum Beispiel bei erhöhten Temperaturen im Sommer oder bei blitzartiger Vermehrung von Fischen oder Wirbellosen.

Biologie von Fadenalgen

Es gibt weiche, glitschige Fadenalgen, die bei Berührung schnell zerfallen, und eine härtere Variante, die sich drahtig anfühlt. Sie alle gehören zu den Grünalgen, die den höheren Pflanzen sehr ähnlich sind und daher auch ähnliche Bedingungen vorfinden wollen.

Das Foto zeigt die Struktur einer FadenalgeFoto: PRILL / shutterstock.com

So benötigen sie beispielsweise ebenso CO2 und Licht, da sie genauso wie höhere Pflanzen von Photosynthese abhängig sind. Durch das dafür notwendige Chlorophyll erscheinen sie daher in ihrer attraktiven grünen Farbe.

Um Ihre Tiere müssen Sie sich bei einem Fadenalgenbefall daher keine Sorgen machen. Genauso wie höhere Pflanzen sind auch Fadenalgen für Ihre Aquarienbewohner nicht schädlich.

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