Platy
- lat. Xiphophorus maculatus -

Haltung: einfach
Zucht: einfach
Größe: bis 6cm
Temperatur: 20 bis 25°C
PH: 7,0 bis 8,0
GH:
KH:

Der Platy - Xiphophorus maculatus

Der Platy besiedelt vor allem den Rio Coatzacoalos und den Rio Papaloapan und deren Einzugsgebiet mit Überschwemmungstümpel und sumpfigen Weihern. Das gesamte Verbreitungsgebiet des Platys reicht von Ost-Mexico bis Honduras und Belize. Er kommt aber auch weiter südlich in Guyana vor. Obwohl dieses Verbreitungsgebiet sehr weit gestreut ist und einige völlig selbständige Populationen zur Folge hat, ist bisher völlig unklar, ob es sich dabei um geographisch von einander isolierte Rassen oder auch genetisch fixierte Unterarten handeln könnte.

Der Platy
© studiophotopro - Fotolia.com: Im Bild zu sehen sind drei Zuchtformen des Platy: Albino (vorne), Rot (Mitte) und Tuxedo (hinten)

Merkmale, Form und Färbung des Platys

Die Wildform des Platy ist einförmig hell mit einem dunkleren Fleck auf dem Kiemendeckel oder dunklen Punkten in der oberen Körperhälfte dicht unter der Rückenflosse. Der Platy ist seitlich abgeflacht, die Weibchen werden mit zunehmendem Alter hochrückig. Die Männchen sind meist etwas intensiver gefärbt als die Weibchen.

Neben dieser Wildform werden ist erster Linie farbigere Zuchtsorten in Aquarien gehalten. Als Standards gelten folgende Sorten: Die einfarbigen Stämme Albino, Gelb und Rot (in leuchtendem Rot als Koralle bezeichnet), zweifarbige Exemplare Gefleckt und Liniert, der Tuxedo-Platy (mit breiter schwarzer Längsbinde zwischen Kiemendeckelhinterrand und Schwanzflossenbasis und gelb-oranger Grundfärbung), Halbschwarz (die hintere Körperhälfte ist schwarz, die vordere hell, aber oft mit zusätzlichen schwarzen Punkten), Schwarz (dieser Platy ist zwischen Kiemendeckelhinterrand und Schwanzbasis schwarz bis auf eine schmale Partie in der unteren Körperhälfte, Bucht, Kopf und Flossen), die Sorte Mond (Körpergrundfärbung hell mit Ausnahme zweier schwarzer Flecken auf der Schwanzflosse und bei der Sorte Mond-Gelb zusätzlich mit einer schwarzen Querbinde vor der Schwanzflossenbasis). Die sogenannte Zuchtsorte Nadel hat eine helle Körpergrundfärbung, nur die Ober- und Unterkante der Schwanzflosse ist schwarz. Eine der ersten Zuchtprodukte war der Wagtail-Platy, bei dem die Körpergrundfarbe von hell-gelb bis kirsch-rot reicht und die Flossen, bzw. die Flossenstrahlen schwarz gefärbt sind. Schließlich gibt es Stämme mit einer etwas länger ausgezogenen Rückenflosse, die sogenannten Fahnenflosser, häufig in Kombination mit Mond, Nadel oder Wagtail-Farbarrangements. Dann gibt es schließlich noch den Spitzflosser, bei dem die mittleren Schwanzflossenstrahlen stark verlängert sind.

Schwarze Zuchtsorten wie der Wagtail sind in der Regel durch Einkreuzungen von Platy mit dem Schwertträger (Xiphophorus helleri) entstanden. Diese Fische neigen zu Wucherungen vor der Basis der Schwanzflosse. Es handelt sich dabei um Melanome, einen bösartigen Farbtumor. Man hat nun festgestellt, dass solche Krebsformen bei den Fischen nur dann entstehen, wenn Platys und Schwertträger unter Aquarienbedingungen zusammen gehalten werden. In der Natur, in ihrem Ursprungsgebiet, kommen beide Fischarten häufig ebenfalls zusammen vor, bilden auch Hybridformen, aber die im Labor beobachteten Tumore treten dabei nicht auf. Also müssen bestimmte Umwelteinflüsse bei der Bildung der Tumore eine Rolle spielen. Diese Zusammenhänge zu erforschen, hat auch der humanitären Krebsforschung in Deutschland neue Impulse gegeben.

Haltung des Platys im Aquarium

Der Platy ist ein friedlicher, geselliger und recht lebendiger Fisch, den man am besten in kleinen Gruppen im Artbecken oder Gesellschaftsaquarium (ab 80cm Länge) hält. Will man den Platy sortenrein erhalten, dann sollte man auf keinen Fall verschiedene Zuchtformen und Farbspiele zusammensetzen oder ihn mit anderen Arten der Gattung Xiphophorus (Schwertträger und Papageienplaty) zusammenhalten, da sie sich untereiander leicht kreuzen und dann mitunter unfruchtbare Bastarde hervorbringen können. Der Platy braucht ausreichend Schwimmraum, aber auch eine stellenweise dichte Bepflanzung des Aquariums. Er ist Allesfresser; man kann ihn daher mit handelsüblichem Trockenfutter für Zierfische füttern, Lebendfutter wie Wasserflöhe, Tubifex, Mückenlarven, zusätzlich braucht er wie alle Arten der Familie der Lebendgebärenden einen hohen Anteil an pflanzlicher Nahrung in Form von Algen, Salatstückchen oder einem speziellen Fischfutter für Lebendgebärende (z.B. Tetraphyll).

Nachzucht des Platys unter Aquarienbedingungen

Platys gehören zu den Lebendgebärenden (Familie Poecilidae), d.h. die Jungen schlüpfen direkt bei der Geburt, d.h. wenn das Weibchen die Eier entlässt. Das optimale Geschlechterverhältnis von Männchen zu Weibchen liegt wie bei vielen anderen Arten dieser Familie bei 3:7. die Männchen sind leicht am Gonopodium (die zum Begattungsorgan umgestaltete Afterflosse der Männchen), die Weibchen an ihrem Laichfleck zu erkennen. Die Tragzeit der Weibchen beträgt je nach Wassertemperatur 24 bis 30 Tage. Wird der Laichfleck dunkel, dann dauert es noch etwa 1 Woche bis zur Geburt. Pro Wurf können bis zu 80 Jungfische schlüpfen. Die Jungfische sind bereits voll entwickelte Miniausgaben ihrer Eltern. Sie haben keinen Dottersack wie die Fischlarven z.B. der Eilegenden Zahnkarpfen und müssen sich bereits in den ersten Tagen selbständig ernähren. Daher schwimmen sie sich sofort frei auf der Suche nach feinem Staubfutter u. ä. verwertbaren Nahrungspartikeln. Im Gegensatz zu Guppys stellen Platys ihren Jungen kaum nach. Um das Wachstum der jungen Platys zu fördern, sollte die Wassertemperatur anfangs nicht zu hoch liegen, da sich sonst frühreife Zwergenmännchen entwickeln.