Roter Neon
- lat. Paracheirodon axelrodi -

Haltung: einfach
Zucht: schwierig
Größe: bis 5cm
Temperatur: 23 bis 27°C
PH: 5,5 bis 6,5
GH: 5 bis 10°dGH
KH: 0 bis 5°dKH

Der Rote Neon

Der Rote Neon hat sein natürliches Verbreitungsgebiet im Einzugsgebiet von Rio Negro und Orinoko in Südamerika. Dort besiedelt er die klaren, sogenannten Schwarzgewässer der Überschwemmungszonen. Er bildet dabei große Gruppen bis zu Schwärmen, die zusammen durch die überschwemmten Uferwälder –oft fernab vom eigentlichen Fließgewässer- streifen. Nach Deutschland gelangten die ersten Importe des Roten Neon im Jahre 1956.

Der Honigguarami
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Merkmale, Form und Färbung des Roten Neons

Rote Neon haben – wie die meisten Salmler auch – eine Fettflosse. Die leuchtend blau irisierende Längsbinde reicht vom Maul bis auf Höhe dieser Fettflosse. Die untere Körperhälfte unterhalb des blauen Längsstreifens ist vollständig intensiv rot gefärbt –im Gegensatz zum „einfachen“ Neonfisch, dessen Rotfärbung nur die hintere Körperhälfte unterhalb des blauen Neonstreifens ausfüllt. Die Rückenpartie ist dunkelbraun gefärbt, die Bauchunterseite silbern. Sichere äußere Geschlechtsmerkmale sind nicht zu erkennen; die Weibchen des Roten Neon sind meist etwas dicker und größer als die Männchen.

Haltung des Roten Neons im Aquarium

Der Rote Neonfisch ist einer der beliebtesten und am häufigsten gepflegten Salmler. Da die Zucht aber immer noch recht schwierig ist und auch nur mit jungen Fischen gelingt, stammen die im Zoofachhandel angebotenen Roten Neon immer noch zu einem großen Teil aus Wildfängen. Sie werden zu Millionen in ihrem Ursprungsgebiet gefangen, mehr oder weniger schlecht zwischen gehältert und kommen dann ziemlich gestresst in Mitteleuropa an. Daher gilt der Rote Neon im Gegensatz zu anderen Salmlern wie dem Neonfisch immer noch als Problemfisch. Hält man ihn artgerecht in den ersten Wochen mit weichem, leicht saurem Wasser und gutem Futter, so erweist er sich als ausdauernder und robuster Zierfisch und kann 5 und mehr Jahre alt werden.

Mit den zu Millionen gefangenen Roten Neon gelangen immer wieder auch Beifänge in den Handel, oft gleichgroße oder winzig kleine Arten, die man sonst kaum regulär im Zoofachhandel bekommen kann, z.B. den mit weniger als 2cm Länge, winzig kleinen Zwergpfeilsalmler (Odontocharacidium aphanes), oder auch sehr kleine Zwergbuntbarscharten. Da die Roten Neon in einem jungen Stadium gefangen werden, entsprechen diese Beifänge in etwa der Größe der jungen Roten Neon und werden daher vor Ort auch nicht aussortiert. Dazu wäre der Arbeitsaufwand viel zu hoch.

Am besten kommt der Rote Neonfisch zur Geltung, wenn man ihn in einem kleinen Schwarm von etwa 100 Individuen hält. Dazu muss das Aquarium natürlich entsprechend groß sein, auch wenn der Einzelfisch mit weniger als 4cm klein bleibt. Eine Beckenlänge von wenigstens 1,20 erscheint dafür angemessen. Neonfische halten sich vor allem in den mittleren und unteren Wasserschichten auf. Daher ist es von Vorteil, wenn das Licht gedämpft ist – etwa durch eine Schwimmpflanzendecke. Der Bodengrund sollte ebenfalls dunkel sein. Eine stellenweise dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Wasserpflanzen (z.B. Cabomba) sollte ebenso wenig fehlen wie ein ausreichend großer Freiraum zum Schwimmen. Wenn man dann erlebt, wie der ganze Schwarm der Roten Neonfische koordiniert durchs Aquarium schwimmt und dann gelichzeitig wendet und die rot-blauen Neonfarben synchron aufblitzen, dann kann man die Faszination nachvollziehen, die der Rote Neon bei seiner Entdeckung im Amazonasgebiet ausgelöst hat.

Der Rote Neon ist ein überaus friedlicher Fisch, der sich mit anderen Friedfischen gut vergesellschaften lässt. So bildet er zum Beispiel mit dem Zitronensalmler gemeinsame Schwärme. Besonders sinnvoll ist aber natürlich eine Vergesellschaftung mit Zierfischen, die andere Wasserschichten beleben oder andere ökologische Nischen besetzen. Das können zum Beispiel Beilbauchsalmler sein, die sich fast ausschließlich dicht unter der Wasseroberfläche aufhalten oder Panzerwelse (Corydoras), die die Bodenzone bevorzugen. Oder friedliche Zwergbuntbarsche (Apistogramma). Man liest immer wieder, dass man die kleinen Neonfische nicht mit den viel größeren, räuberischen Skalaren oder gar Diskusfischen zusammen halten sollte. Fakt ist jedoch, dass es immer wieder gelingt, Skalare und Diskusfische, wenn sie von klein auf mit Schwärmen kleiner Neonfische und ähnlichen Salmler zusammen aufgezogen werden, mit diesen Zierfischen zusammen zu halten, ohne dass sie den Buntbarschen als beute zum Opfer fallen.

Gefüttert werden die Roten Neonfische mit Futter kleiner Größe; das kann Trocken- oder Frostfutter sein, aber auch kleineres Lebendfutter wie Wasserflöhe, Cyclops u.ä.

Nachzucht des Roten Neons unter Aquarienbedingungen

Die Nachzucht des Roten Neon unter „normalen“ Aquarienbedingungen ist schwierig. Eine der Voraussetzungen für eine gelungene Zucht ist extrem weiches und saures Schwarzwasser. Rote Neon sind Freilaicher und brauchen ein Ablaichbecken mit Büscheln aus feinfiedrigen Wasserpflanzen. Sie sind außerdem Dämmerungslaicher, die sich nur in stark abgedunkelten Aquarien fortpflanzen.