Kletterfisch
- lat. Anabas testudineus -

Haltung: mittel
Zucht: mittel
Größe: 10 bis 23cm
Temperatur: 22 bis 30°C
PH: 6,5 bis 7,5
GH: 5 bis 15°dGH
KH:

Der Kletterfisch

In seiner asiatischen Heimat besiedelt der Kletterfisch in Schwärmen auch kleinste Gewässer, da er, wenn diese auszutrocknen drohen, mit seinen kräftig entwickelten Brustflossen auch längere Strecken über Land wandern kann, um die nächste Wasserstelle zu erreichen. Im Aquarium ist der Kletterfisch eher ein zänkischer Einzelgänger. Da er zudem bis zu 25cm groß wird, ist der Kletterfisch eher für große Schauaquarien in Gesellschaft mit ähnlich robusten, Fischarten geeignet. Der Kletterfisch ist ein Freilaicher, Schaumnester werden nicht gebaut. Die ölhaltigen Eier schwimmen an die Wasseroberfläche und können abgeschöpft werden. Die Jungfische wachsen allerdings sehr rasch bis zur Geschlechtsreife von 12cm heran und benötigen Unmengen an Futter.

Kletterfisch
Kletterfisch Anabas testudineus (Foto: Haplochromis, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Verbreitung und Lebensraum des Kletterfisches

Der Kletterfisch ist in weiten Teilen Südostasiens verbreitet. Man findet ihn in Sri Lanka, Indien, Indonesien, Thailand, Kambodscha, Vietnam bis Südchina. Da er in Asien auch als Speisefisch gezüchtet und ausgesetzt wird, ist sein ursprüngliches, natürliches Verbreitungsgebiet kaum noch einzugrenzen. Sie können selbst kleinste Tümpel und Wasseransammlungen besiedeln.

Merkmale, Form und Färbung des Kletterfischs

Der asiatische Kletterfisch sieht auf den ersten Blick südameriaknischen Buntbarschen ähnlich. Er hat einen lang gestreckten, nur wenig hohen Körper mit einem relativ breiten Kopf und Vorderkörper, nach hinten zu wird er schmäler. Die Brustflossen, die er zur Fortbewegung über Land nutzt, sind groß und kräftig entwickelt. Ältere Kletterfische sind relativ einfarbig. Attraktiver sind die Jungfische des Kletterfisch gefärbt. Ihr Körper weist mehre Längs- und Querreihen von dunkleren Punkten und Tüpfeln auf, besonders deutlich sind sie auf dem Schwanzstiel. Die Kletterfische haben je einen zusätzlichen dunklen Fleck auf dem Kiemendeckel und auf der Schwanzwurzel. Die Iris ist rötlich gefärbt. In die gleiche Familie der Kletterfische (Anabantidae) gehören die Buschfische und die Gattung Sandelia, die in Afrika vorkommen, während Anabas testudineus der einzige asiatische Vertreter der Gruppe ist.

Biologie und Verhalten des Kletterfischs

Diese Labyrinthfische werden Kletterfische genannt, da sie dank ihrer kräftig entwickelten Brustflossen, Kiemendeckel und Schwanzstiel aus einem austrocknenden Gewässer herausklettern und sich dann über Land bis zur nächsten Wasserstelle fortbewegen können. Diesen Biotopwechsel nehmen sie in der Dämmerung und Nacht vor, da dann die Luftfeuchtigkeit höher ist und ihr Labyrinthorgan nicht so schnell austrocknet.

Haltung des Kletterfischs im Aquarium

Will man Kletterfische im Aquarium halten, dann muss das Aquarium mindestens 130 bis 150cm groß sein. Außerdem muss es ausbruchssicher mit einer Glasscheibe abgedeckt sein, damit die Kletterfische nicht heraus springen können. Zur Bepflanzung reicht eine Schwimmpflanzendecke. Kletterfische sind relativ aggressiv gegen andere Aquarienbewohner, kleine Fische würden als Beute angesehen. Man kann ihn deshalb auch nur mit ähnlich großen, robusten Fischarten zusammen halten. Der Kletterfisch wird daher heutzutage in erster Linie in öffentlichen Schauaquarien gepflegt, obwohl er einst zu den ersten Aquarienfischen überhaupt gehörte. Die Wasserwerte spielen eine untergeordnete Rolle. Das heißt aber nicht, dass ein regelmäßiger Wasserwechsel überflüssig wäre.

Nachzucht des Kletterfischs unter Aquarienbedingungen

Zur Zucht des Kletterfischs verwendet man ein ebenfalls großes Aquarium, wobei ein Wasserstand von 25cm ausreichend ist. Die Wassertemperatur wird auf Werte zwischen 26 und 28°C erhöht. Die Kletterfische sind Freilaicher, ein Schaumnest wird daher nicht angelegt. Die ölhaltigen Eier steigen nach dem Ablaichen zur Wasseroberfläche auf. Nun kann man sie entweder abschöpfen und in ein Aufzuchtbecken umsetzen oder die Elterntiere heraus fangen und ins Schauaquarium zurücksetzen. Nach einem Tag schlüpfen die Larven. Sobald ihr Dottersack aufgezehrt ist, müssen die Jungfische intensiv gefüttert werden. Dabei stehen sie regelrecht in einer Futterwolke aus feinstem Staubfutter, klein gebliebenem Eigelb oder Nanoplankton. Bald kann man dann zu Artemia-Nauplien als Nahrungsangebot übergehen, da die Jungfische sehr schnell wachsen. Bereits bei einer Körperlänge von 12cm wird die Geschlechtsreife erreicht.