Honiggurami
- lat. Colisa chuna -

Haltung: einfach
Zucht: mittel
Größe: bis 4,5cm
Temperatur: 23 bis 27°C
PH: 6,0 bis 7,0
GH: 3 bis 15°dGH
KH:

Der Honiggurami

Der Hoinggurami besiedlet die pflanzenreichen Uferzonen und Überschwemmungsgebiete der großen Flusssysteme von Baramaputra, Ganges und Hooghley River. Er gehört zu den kleinsten Labyrinthfischen; man hält ihn am besten paarweise in einem Nanoaquarium. Das Männchen des Honigguramis ist zur Fortpflanzungsnest prachtvoll gefärbt. Es legt ein für seine Verhältnisse ein sehr großes Schaumnest, das aber auch sehr schnell wieder zerfließen kann. Danach entfaltet das Männchen ein etwas merkwürdiges Balzritual, um das Weibchen zum Nest zu locken und zur Eiablage zu bewegen. Es wird geraten, das Nest nach dem Ablaichen vorsichtig aus dem Ablaichbecken heraus zu schöpfen und in ein separates Aufzuchtbecken umzusetzen.

Der Honigguarami
Männchen des Honig-Guramis (Foto: SELF2, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Verbreitung und Lebensraum des Honigguramis

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Honigguramis erstreckt sich über die Flussebenen des Bramaputras, des Ganges und Jamunas bis zum Hooghly-River, d.h. er kommt nur im Nordosten Indiens und in der Nachbarregion von Bangladesh vor. Dort besiedelt er die pflanzenreichen Uferbereiche und Überschwemmungszonen.

Merkmale, Form und Färbung des Honigguramis

In der älteren Aquarienliteratur wird der Honiggurami noch unter seinem jetzt ungültigen wissenschaftlichen Namen Colisa sota geführt. In Assan wird der Honiggurmai Chuna kholsia genannt, daraus ist der Artname Colisa chuna gebildet worden (VIERKE 1978). Das Männchen ist während der Fortpflanzungszeit leuchtend braungelb gefärbt, das Weibchen bleibt dagegen bis auf einen dunklen Längsstreifen, der aber auch verblassen kann, unscheinbar. Die Kopfpartie des Männchen unterhalb der Augen, die Brust, der untere Bauchbereich und und der Hartstrahlenbereich der Afterflosse sind tintenblau-schwarz gefärbt. Der Hartstrahlenbereich der Rückenflosse hat dagegen eine zintronengelbe Farbe. Wie alle Arten der Gattung Colisa, so ist auch beim Honiggurami der zweite Bauchflossenstrahl fadenförmig verlängert – im Gegensatz zu den Trichogaster-Arten, die einen fadenförmig verlängerten ersten Bauchflossenstrahl haben. Von dominanten Artgenossen unterdrückte Honig-Gurami-Männchen können ebenfalls eine blasse, unscheinbare Farbe annehmen und sind dann schwer von den Weibchen zu unterscheiden. SCHRÖDER (1979) beobachtete sogar einen umgekehrten Fall, bei dem ein Weibchen, welches bereits einmal abgelaicht hatte, sich farblich in ein „Männchen“ umfärbte. Immer wieder tauchen in den Aquarien der Zoogeschäften vollständig rot gefärbte Exemplare auf; es bleibt nach KOKOSCHA(2998) unklar, ob es sich dabei um echte Zuchtsorten handelt, oder ob diese Fische lediglich mit Farbfutter versorgt wurden oder die Farbe gar injiziert ist.

Biologie und Verhalten des Honigguramis

Der Honiggrumai ist ein ruhiger, etwas scheuer Vertreter der Labyrinthfische, man kann ihn gut mit in den unteren Wasserzonen lebenden kleinen Fischarten vergesellschaften. Man sollte ihn aber nicht mit dem Zwergfadenfisch oder anderen Colisa-Arten zusammen halten, dies würde permanenten Stress für beide Seiten bedeuten.

Haltung des Honigguramis im Aquarium

Der Honiggurami ist nicht ganz so leicht zu pflegen wie andere Fadenfischarten. Er fühlt sich in einem kleine, dicht bepflanzten Artbecken am wohlsten, kommt aber auch fürs Gesellschaftsbecken zusammen mit ruhigen, kleinen Fischarten oder Zwerggarnelen in einem Nanobecken infrage. Als Bodengrund wählt man eine etwa 3 bis 5cm hohe Schicht aus feinem Kies, die einige Büschel aus hochwachsenden, feinfiedrigen Wasserpflanzen eingesetzt werden. Eine stellenweise dichte Decke aus Schwimmpflanzen ist ebenso sinnvoll. Eine dunkle Aquarienrückwand gibt den Honigguramis weitere Sicherheit und lässt die Farben des Honiggurami-Männchens erst richtig zum Leuchten bringen. Die Wasserwerte sind für die Pflege nicht entscheidend, solange das Aquarienwasser nicht zu alkalisch und hart ist. Eine Wassertemperatur um 25°C ist optimal. In der Nahrung ist der Honiggurmai nicht wählerisch, wichtig ist, dass das angebotene Futter nicht zu groß ist. Hält man mehrere Honiggurami-pärchen in einem Aquarium, dann braucht jedes Männchen ein eigenes Revier mit einer Mindestfläche von 30 x 30cm.

Nachzucht des Honigguramis unter Aquarienbedingungen

Zur Zucht des Honiggurmais sollte der Wasserstand auf die Hälfte abgesenkt, die Durchlüftung abgestellt und die Wassertemperatur auf 28 bis 30°C erhöht werden. Damit die Luft über der Wasseroberfläche nicht abkühlt, wird das Aquarium mit einer Glasscheibe abgedeckt. Die Luft über dem Wasser sollte sogar 2 bis 3 Grad höher sein als die Wassertemperatur. Manchmal baut das Männchen des Honigguramis nur ein kleines Nest aus wenigen Schaumblasen, die dann auch schnell wieder zerfließen können. Verwendet es dagegen auch Pflanzenreste oder legt das Nest unter einem größeren Schwimmblatt an, das wird es in der Regel größer (bis zu 40cm Durchmesser!) angelegt und bleibt auch stabil. Das Balzritual des Männchens fällt nach VIERKE (1978) etwas aus dem sonst bei Labyrinthfischen beobachteten Rahmen: Das Männchen jagt zuerst das Weibchen, dann stellt es sich ihm in die Quere und zwar in senkrechter Körperhaltung mit dem Kopf nach oben. Dann schwimmt er demonstrativ unter das Schaumnest, um dann gleich darauf wieder seien „Stehauf-Männchen-Haltung“ einzunehmen. Auf diese Weise versucht das Männchen schließlich das Weibchen ans Nest zu locken, um sich mit ihm zu paaren. MEYER (1989) empfiehlt, das Nest nach dem Ablaichen vorsichtig abzuschöpfen und in ein separates Aufzuchtbecken zu überführen, welches einen Wasserstand von nur 10cm haben sollte. Nach 1 bis 1 ½ Tagen schlüpfen die Larven. Bereits nach einem weiteren Tag ist der Dottersack aufgezehrt und die Jungfische verlassen das Nest. Dann werden die Fische zunächst mit sehr kleinen Zooplankton gefüttert, später kann man dann allmählich zu Artemia-Nauplien als Futterangebot übergehen.

Literatur

KOKOSCHA, M. (1998). Labyrinthfische.- E.Ulmer Verlag(Stuttgart), 95 S.
MEYER, R. (1989): BI-Lexikon Aquarienfische.- VEB Bibliographisches Institut (Leipzig), 415 S.
SCHRÖDER, P. (1979): Geschlechtsumwandlung bei Labyrinthfischen?- Makropode 2/79: S.9.
VIERKE,J. (1978): Labyrinthfische und verwandte Arten.- Engelbert Pfriem Verlag (Wuppertal-Elberfeld), 228 S.