Panzerwelse Corydoras im Überblick

Die Panzerwelse sind mit mehr als 150 Arten in den Gewässern Mittel- und Südamerikas verbreitet. Die meisten Arten sind gesellig, friedlich und leicht zu pflegen. Auch die Zucht gelingt bei den meisten Arten, wenn die Rahmenbedingungen erfüllt sind. Obwohl sie mit Hilfe ihrer akzessorischen Darmatmung auch belastete, sauerstoffarme Gewässer besiedeln können, muss im Panzerwelsaquarium absolute Sauberkeit herrschen, das gilt insbesondere für die Ablaich- und Aufzuchtbecken.

Zur Nomenklatur der Panzerwelse

Die Gattung Corydoras ist mit mehr als 150 bekannten Arten die größte Gruppe unter den Panzer- und Schwielenwelsen der Familie Callichthyidae.

Der Barima-Panzerwels

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Verbreitung und Lebensraum der Panzerwelse

Die Panzerwelse der Gattung Corydoras kommen ausschließlich in Mittel- und Südamerika vor. Das Verbreitungsgebiet reicht von Trinidad bis Argentinien. Sie besiedeln langsam fließende und stehende Gewässer mit schlammig-sandigem Untergrund. Da solche Gewässer oft mit sauerstoffzehrenden organischen Abbauprodukten belastet sind, was sich vor allem in den Tropen auf den ohnehin schon niedrigen Sauerstoffgehalt fatal auswirkt, haben die Panzerwelse im Laufe ihrer Stammesgeschichte zusätzlich eine Darmatmung entwickelt. Von Zeit zu Zeit schwimmen sie an die Wasseroberfläche, nehmen atmosphärische Luft auf, um über die Darmschleimhaut ihren Sauerstoffbedarf zu decken. Die Temperaturansprüche der Panzerwelse sind je nach Breitengrad und Höhenlage ihrer Heimatgewässer sehr unterschiedlich. Gegenüber Wasserhärte und pH-Wert zeigen die Panzerwelse meist eine große Toleranzbreite (2 bis 25°dGH bei optimal 5 bis 10°dGH, pH-Werte zwischen 6 und 8, optimal 7).

Merkmale, Form und Färbung der Panzerwelse

Den Namen Panzerwelse verdanken sie der starken knochenartigen Panzerung ihrer Haut. Die Knochenplatten liegen wie Dachziegel übereinander. Gegenüber anderen Gattungen der Callichthyiden wirken Corydoras-Arten gedrungener mit ihrem stark gerundeten Kopfprofil, der zur Schwanzflosse abfallenden Rückenlinien und ihrer flachen Bauchunterseite. Am Wulst der Oberlippe sind zwei Paar Barteln zu sehen. Die Rückenflosse der Panzerwelse hat in der Regel eine dreieckige Form. Mit Hilfe des ersten, harten Flossenstrahls können die Panzerwelse ihre Rückenflosse wie ein Segel aufstellen. Alle Panzerwelse haben eine Fettflosse, die durch einen stachelartigen Strahl aufgehalten wird. Im Vergleich zu den Salmlern ist die Fettflosse der Panzerwelse relativ groß. Panzerwelse können auch sehr gut unter Wasser „hören“. Mit den Karpfenfische, Salmler und anderen Welsfamilien gemeinsam haben sie einen sogenannten Weberschen Apparat. Dabei wird der Schal vom Ohrlabyrinth über mehrere kleine Knöchelchen auf die Schwimmblase als Resonanzkörper übertragen und verstärkt.

Haltung der Panzerwelse im Aquarium

Die Panzerwelse der Gattung Corydoras gehören seit langem zu den beliebtesten Aquarienfischen. Denn sie sind ausgesprochen friedlich, gesellig und nehmen mit fast jedem Futter vorlieb. In der Natur treten Panzerwelse in großen Schwärmen auf. Im Aquarium reicht ihnen eine Gruppe von 6 bis 10 Tieren, um sich wohl zu fühlen. Das müssen sich auch nicht unbedingt Panzerwelse einer einzigen Art sein, auch Vertreter von zwei oder drei Arten schließen sich zu einer Gruppe zusammen. Als friedliche Bodenfische kann man sie gut mit Fischen der mittleren und oberen Wasserzonen zusammen halten. Dazu eignen sich zum Beispiel die meisten Salmlerarten, Skalare und Zwergbuntbarsche oder Fische aus der Gruppe der lebendgebärenden Zahnkarpfen.

Der Bodengrund im Aquarium sollte weich sein, aus Sand oder Feinkies bestehen, der nicht gebrochene, sondern abgerundete Kanten hat, damit die Panzerwelse sich beim Herumwühlen ihre Barteln nicht verletzen. Neben genügend Freiraum dicht über dem Boden zum Herumschwimmen muss man ihnen auch Unterschlupfmöglichkeiten bieten, beispielsweise flache, hohl aufliegende Steine oder Wurzeln. Dorthin verkriechen sie sich um zu Ruhen und um ihre Umgebung zu beobachten. Auch Wasserpflanzen sollten im Panzerwelsbecken nicht fehlen. Als Solitärpflanzen eignen sich breitblättrige Pflanzen wie das Speerblatt Anubias spec, auf Wurzeln oder Steine aufsitzender Javafarn. Auch das Nixkruat (Najas guadelupensis), das auch wenn es von den Panzerwelsen ausgebuddelt wird, freischwimmend weiterwächst. Oder das Hornkraut Ceratophyllum spec., das als Stängelpflanze keine Wurzeln bildet. Es kann einfach in den Boden gesteckt und mit einem Stein beschwert werden, damit es nicht nach oben an die Wasseroberfläche treibt. Dies Hornkraut eignet sich ebenso wie das Nixkraut als Pflanzenverstecke für die Jungwelse im Aufzuchtbecken.

Nachzucht der Panzerwelse unter Aquarienbedingungen

Die Nachzucht vieler Panzerwelsarten ist bereits gelungen. Andere Arten, besonders aus Wildfängen und Neuimporten, bereiten Probleme bei der Zucht unter normalen Aquarienbedingungen. Erste Voraussetzung für die Nachzucht ist der richtige Gruppenansatz paarungsbereiter Panzerwelse mit einem Geschlechterverhältnis von Männchen zu Weibchen mit 5:3 oder 3:1. Die Laichbereitschaft wird durch eine kräftige, proteinreiche Fütterung (Mückenlarven) gefördert. Zudem unterstützen der täglichen Teilwasserwechsel und ein vorübergehendes Absenken der Wassertemperaturen um etwa 5°C mit anschließender Erhöhung auf die Ausgangswerte. Das Ablaich- und Aufzuchtbecken sollte auf mittlere Wasserwerte zwischen 5 und 10°dGH, pH 7 und Wassertemperaturen zwischen 26 und 30°C eingestellt werden.

Seit langem bei uns nachgezüchtete Arten lassen sich das ganze Jahr zum Ablaichen bringen. Wildfänge und Neuimporte dagegen sind auch im Aquarium auf die Laichsaison ihrer Heimatgewässer fixiert. Je nachdem, wann dort die Regenzeit einsetzt, kann dies südlich des Äquators zwischen Dezember und März, nördlich des Äquators von August bis Oktober sein.

In der Regel ist es das Panzerwelsweibchen, welches durch rastloses Hin- und herschwimmen den Männchen seine Laichbereitschaft anzeigt. Das Männchen stellt sich daraufhin dem Weibchen quer in den Weg und klemmt mit Hilfe seiner Brustflossen die Barteln des Weibchens ein. Dann drückt das Männchen seinen Kopf in die Flanke des Weibchens und stößt eine Wolke von Sperma ab. Das Weibchen faltet seien Brustflossen zu einer Tasche und legt ein oder mehrere Eier hinein. Dann lassen die beiden Partner voneinander ab. Alle Panzerwelse sind Substratlaicher. Das Weibchen putzt eine glatte Unterlage blank und klebt seine Eier darauf. Da Panzerwelse Laichräuber sind, muss man jetzt die Pärchen herausfangen oder die Eier in ein Aufzuchtbecken umsetzen. Die klebrigen Eier lassen sich vorsichtig von der Unterlage abkratzen und in das Aufzuchtbecken setzen. Noch besser gelingt das, wenn man eine kleine Glasscheibe schräg an die Innenwand des Ablaichbeckens lehnt und diese so dem Weibchen als Laichsubtrat anbietet. Die Eier kann man dann direkt mit der Glasscheibe ins Aufzuchtbecken umsetzen. Das Wasser im Aufzuchtbecken muss peinlichst sauer und möglichst keimfrei sein. Da die Eier leicht verpilzen, sollte man ein keimhemmendes, leicht desinfizierendes Mittel in geringer Konzentration ins Aquarium geben. Die jungen Fischlarven schlüpfen innerhalb einer Woche. Nach weiteren 2 Tagen ist dann der Dottersack aufgezehrt. Sobald die Fische zu schwimmen beginnen, muss man sie mit Infusorien, Nauplien von Cyclops oder Artemia füttern. Der sandig weiche Bodengrund sollte frei von Mulm und Futterresten gehalten werden. Ein Teil des Wassers muss täglich gewechselt werden. Unter diesen Bedingungen werden die Jungwelse dann auch rasch und ohne große Verluste heranwachsen.

Literatur

MAYLAND, H.J. (2002): Süßwasser-Aquarium (Bassermann Verlag), S.S.191-194.
MEYER, R. 1989): BI-Lexikon Aquarienfische (Leipzig), S.140ff.
SCHÄFER, F. (2003). Mein Panzerwels (Verlag A.C.S, Rodgau), Kap. Zucht und Aufzucht, S.68..
STERBA, G. ((1990): Süßwasserfische der Welt. (Stuttgart), S.402ff.