Übersicht der Afrikanische Killifisch-Arten

Familie der Prachtkärpflinge Nothobranchiidae

Gattung Aphyosemion

Aphysemion, das heißt wörtlich übersetzt kleiner Fisch mit Fahne. Die Prachtkärpflinge dieser Gattung sind im tropischen Westafrika verbreitet. Die zahlreichen Arten, Unterarten, geographischen Rassen, Formenkreise und Standortvarietäten bereiten den Systematikern unter den Fischspezialisten immer wieder Kopfzerbrechen und führen zu zahlreichen Umbenennungen und Ausgliederungen in eigene Gattungen.

Das macht es selbst erfahrenen Killifisch-Spezialisten nicht immer leicht, die von ihnen gepflegten Aphyosemion-Arten sicher einzuordnen. Hinzu kommt, dass sich die Weibchen, die wesentlich schlichter gefärbt sind als die Männchen, untereinander sehr ähneln.

Im Allgemeinen haben die Aphyosemion-Arten einen schlanken Körperbau, der dem hechtähnlichen Typus nahekommt. Dazu trägt die leicht abgeflachte Stirn und das breite, nachoben gerichtete Maul bei.

Die Männchen haben farbenprächtige, teilweise spitz ausgezogene Flossen. Die Flossen der Weibchen sind meist weniger bunt und haben eine abgerundete Form.

Trotz des oberständigen Maules sind die Aphyosemion keine ausgesprochenen Oberflächenfische. Sie halten sich genauso regelmäßig in der Mitte oder dicht über dem Gewässerboden auf. Ohnehin haben die von Aphysemion-Arten besiedelten, seichten Gewässer keine stabilen horizontalen Zonen. Die Aphysemion kommen in den unterschiedlichsten Kleingewässern vor, die, je nach Saison, ganz verschiedene Wasserverhältnisse und Temperaturen aufweisen.

Vielen dieser Kleingewässer gemeinsam ist jedoch, dass sie außerhalb der Regenzeiten austrocknen. Aphysosemion-Arten haben ihren Entwicklungszyklus solchen temporären Gewässern angepasst. Viele Prachtkärpflinge sind ausgesprochene Saisonfische, die rasch aufwachsen, die Geschlechtsreife erreichen, sich fortpflanzen und kurze Zeit darauf eingehen. Ihre Eier können lange Trockenperioden im feuchten Schlamm überdauern, um dann kurz nach dem ersten Regenguss zu schlüpfen.

Je nach Gewässertyp kann man zwischen Haftlaichern und Bodenlaichern unterscheiden.

Die Weibchen der Haftlaicher legen ihre Eier an und zwischen feinfiedrige Wasserpflanzen ab. Die Eier blieben daran mit ihren kurzen Klebefäden haften. Die Embryonen dieser Gelege entwickeln sich relativ rasch und schlüpfen in wenigen Wochen.

Bodenlaicher legen die Eier dagegen am Bodengrund ab. Im Aquarium bietet man ihnen dazu z.B. langfaserigen Torf. Nach der Eiablage werden die Gelege zusammen mit dem Laichsubstrat leicht entwässert und können dann über viele Monate im feuchten Torf aufbewahrt werden.

Ist die Embryonalentwicklung abgeschlossen, dann schlüpft der Nachwuchs nach einem kühlen Wasseraufguss innerhalb weniger Stunden. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es Arten, deren Embryonen sich sowohl ohne Ruhepause im Wasser, als auch im sogenannten Trockenansatz in einem feuchten Substrat entwickeln können.

Gattung Diapteron

Zur Gattung der Diapteron gehören 4 bis 5, nur wenige cm große Killifisch-Arten, die eng begrenzte Verbreitungsgebiete im Kongo und in Gabun haben. Von ihnen sind jedoch nur 2 in der Aquaristik von Bedeutung.

Diapteron-Arten lassen sie sich morphologisch von den Aphyosemion-Arten an der Stellung der Flossen unterscheiden. Bei den Diapteron-Arten liegen Rücken- und Afterflosse etwa auf gleicher Höhe.

Die Männchen sind intensiv blau und rot gefärbt und haben auf der Schwanz- und der Afterflosse orange gefärbte Streifen. Die Weibchen sind dagegen relativ schlicht gefärbt.

Sie sind nicht-annuelle Haftlaicher. Die Pflege und die Zucht gelten als schwierig. Die Jungfische neigen zu Kannibalismus und müssen rechtzeitig nach Größenklassen getrennt werden.

Gattung Callopanchax

Die Fische der Gattung Callopanchax werden im Deutschen ebenfalls Prachkärpflinge genannt, was zu Verwechslungen mit den Prachtkärpflingen der Gattung Aphyosemion führen kann.

Diese Killifsche kommen in den Küstenregionen von Sierra Leone, Guinea oder Liberia vor. Sie besiedeln dabei vor allem kleinere Gewässer und Sümpfe, die außerhalb der Regenzeit regelmäßig trockenfallen. Als Saisonfische sind sie an diese extremen Lebensbedingungen optimal angepasst.

Die Weibchen sind Bodenlaicher. Die Eier können im feuchten Schlamm meist einige Monate überdauern, bis erneut Regen fällt. Dann schlüpfen die Jungfische innerhalb weniger Stunden und sind bereits nach kaum mehr als 2 Monaten geschlechtsreif. Entsprechend kurz ist ihr Lebensalter in freier Wildbahn. Im Aquarium, also bei ausdauerndem Wasserstand, können sie allerdings bis zu 2 Jahre alt werden.

Bisher sind 5 Callopanchax-Arten bekannt. Nur drei von ihnen sind auch aquaristisch von Bedeutung und in der Tabelle aufgeführt. Der Callopanchax monroviae, der Callopanchax occidentalis und der Callopanchax toddi.

Gattung Epiplatys

Epiplatys, das bedeutet „oben flach“ und weist auf die gerade Kopf-Rücklinie mit dem oberständigen Maul hin, die diese Hechtlinge, als ausgesprochene Oberflächenfische, ausweisen.

Die Epiplatys lauern meist im Schutz von Schwimmpflanzen oder im Schatten der Uferböschung auf Anflugnahrung und andere Beute, die auf die Wasseroberfläche fällt oder sich dicht darunter aufhält. Das sind z.B. Mückenlarven, die mit ihrem Atemrohr kopfunter an der Wasserfläche hängen.

Die Hechtlinge sind vor allem im Westen Afrikas von Senegal bis Nordangola im Süden und östlich bis zum Südsudan verbreitet. Sie besiedeln Bäche und andere Kleingewässer des Regenwaldes und auch in der offenen Savanne.

Wie bei Killifischen üblich, sind auch bei diesen Hechtlingen die Geschlechter stark differenziert. Die Weibchen sind in der Regel kleiner und unscheinbarer gefärbt, als die Männchen.

Die Weibchen sind Haftlaicher und heften jeweils nur einige wenige Eier pro Tag an feinfiedrige Wasserpflanzen, wie z.B. das Javamoos.

Die Embryonalentwicklung im Ei dauert rund 2 Wochen. Nach mehr oder weniger als einem halben Jahr sind die Fische bereits geschlechtsreif. Im Aquarium liegt die Lebensdauer bei 1 bis 2 Jahren.

Gattung Fundulopanchax

Die Vertreter der Gattung Fundalopanchax sind eng mit den Aphyosemion-Arten verwandt. Sie wurden aus der Gattung Aphyosemion ausgegliedert und sind in der älteren Aquarienliteratur noch unter dem alten Gattungsnamen aufgeführt. Das Verbreitungsgebiet liegt im tropischen Westafrika.

Gattung Nothobranchius

Die Prachtgrundkärpflinge der Gattung Nothobrachius sind im Gegensatz zu den westafrikanischen Aphyosemion- und Diapteron-Arten in Zentral- und vor allem Ostafrika verbreitet. Die Gewässer dieser Savannengebiete sind einem jahreszeitlichen Wechsel von Regen- und Trockenzeiten ausgesetzt. Daran sind diese annuellen Saisonfische hervorragend angepasst.

Sie sind Bodenlaicher, deren Eier über viele Monate im Dauerzustand im noch feuchten Bodenschlamm der ausgetrockneten Gewässer ausharren können, bis die Brut nach den ersten heftigen Regenfällen innerhalb weniger Stunden schlüpft. Die Notobranchiud-Arten müssen allerdings mit extremen Unterschieden in den Wassertemperaturen, die von 0 bis 40°C reichen können, zurechtkommen.

Luft-Nothobranchius-Arten haben im Vergleich zu anderen Killifischen eine deutlich gerundetere Körperform, die Männchen wirken sogar etwas bullig. Die Männchen aller Nothobranchius-Arten sind sehr farbenprächtig, während die Weibchen schlicht und unauffällig gefärbt sind.

Als Laichsubstrat wird in der Regel faseriger Torf gewählt. Nach der Eiablage wird der Torf herausgenommen, etwas entwässert und dann in halb-feuchtem Zustand aufbewahrt,bis die Embryonalentwicklung im Ei abgeschlossen ist. Das kann je nach Art zwischen 2 und 6 Monate dauern. Danach wird das Laichsubstrat mit kühlem Wasser aufgegossen und der Nachwuchs schlüpft nach wenigen Stunden.

Die Jungfische wachsen sehr schnell heran und sind bereits nach wenigen Wochen geschlechtsreif. Die Haltung und die Zucht der Nothobranchius unter Aquarienbedingungen gelten als unproblematisch und einfach.

Familie der Aplocheilidae

Gattung Pachypanchax

Die Killifische haben mit der Gattung Aplocheilus ihren Verbreitungsschwerpunkt in Asien. Lediglich die Gattung Pachypanchax ist mit mehreren Arten vor den Küsten Südostafrikas, auf Madagaskar und mit einer Art auf den Seychellen vertreten.

Der Tüpfel-Hechtling Pachypanchax playfairii kommt in den Fließgewässern und nur während der Regenzeit in wasserführenden Sumpflöchern der Zentralen Seychellen-Inseln vor.

Auf Sansibar wurde die Art ausgesetzt und ist dort inzwischen ebenfalls weit verbreitet. Von den madagassischen Arten ist lediglich der Madagaskar –Hechtling Pachypanchax omalonotus aquaristisch von Bedeutung.

Diese Hechtlinge sine Haftlaicher. Die Weibchen legen die Eier an Wasserpflanzen ab. Die Eientwicklung ist bereits nach rund 2 Wochen abgeschlossen.

Leuchtaugenfische

Die Leuchtaugenfische Afrikas gehören zur Unterfamilie Procatopodinae mit mehr als 80 Arten aus 8 Gattungen. Sie sind sowohl im tropischen, als auch im subtropischen Afrika verbreitet.

Es handelt sich in der Mehrzahl um Schwarmfische, die dicht unter der Wasseroberfläche auf Nahrungssuche gehen. Während die adulten Leuchtaugenfische vorwiegend in der Freiwasserzone umherziehen, halten sich die Jungfische eher in ruhigen, geschützten Buchten versteckt.

Kennzeichnend für alle Arten ist ihre leuchtende oder irisierende Iris. Es ist anzunehmen, dass sie sich im trüben Wasser daran erkennen und zusammenhalten, denn der übrige Körper ist relativ farblos.

Lediglich der Tanganjikaleuchtaugenfisch bildet da eine Ausnahme. Die meisten Arten gehören zur Gattung Aplocheilichthys.

In der Aquaristik führen die Leuchtaugenfische im Vergleich zu den eigentlichen Killifischen eher ein Schattendasein, da sie nicht sehr farbenprächtig sind und obendrein noch schwierig zu pflegen und zu züchten sind.

Gattung Aplocheilichthys

Diese Gattung umfasst mit ca. 50 Arten die Leuchtaugenfische im engeren Sinne. Sie sind je nach Art in West-, Zentral-, Südost-Afrika oder im Nilgebiet verbreitet. Es handelt sich um relativ kleine Arten, deren Flanken bei schräg einfallendem Licht metallisch irisierend sind.

Auffallend ist die hell leuchtende Iris der Augen. Meist bleiben der Körper und die Flossen durchsichtig oder sind höchstens leicht pastellfarben gefärbt. Es handelt sich um schlanke Fische mit abgerundeten Flossen.

Gattung Lamprichthys

Der Tanganjika-Leuchtaugenfisch ist der einzige Vertreter der Gattung Lamprichthys. Er lebt in Schwärmen in der Freiwasserzone des Tanganjikasees, laicht aber an der Felsküste ab.

Die Weibchen drücken die Eier in Risse und Spalten zwischen die Felsen. Die Brut schlüpft nach 3 bis 6 Wochen und kann im Aquarium relativ leicht aufgezogen werden.

Ein Salzzusatz im Aquarium fördert die Widerstandskraft und Farbenpracht der Fische.

Gattung Micropanchax

Die Leuchtaugenfische der Gattung Micropanchax gehören, zusammen mit dem Tanganjika-Leuchtaugenfisch Lamprichtys tanganicanus und einigen anderen kleineren Gattungen, zur Unterfamilie der Procatopodinae.

Zur Gattung Micropanchax zählen 9 Arten, von denen der Blaue Leuchtaugenfisch Micropanchax macrophthalmus am häufigsten im Aquarium gehalten wird.

Die Populationen können je nach Fundort ganz unterschiedlich gefärbt werden. Manche Stämme werden daher auch eher als Roter Leuchtaugenfisch bezeichnet.

Gattung Poropanchax

Diese Gattung der afrikanischen Leuchtaugenfische umfasst 6 Arten, von denen der im Weißen Nil lebende Poropanchax normani am weitesten verbreitet ist und am meisten auch im Aquarium gepflegt wird.

Die Poropanchax-Arten sind, bis auf die leuchtenden Augen, relativ farblos. Die Männchen unterscheiden sich von den Weibchen vor allem durch die längeren Flossen.

Die Weibchen des Poropanchax normani sind Haftlaicher, die die Eier im Aquarium an Javamoos oder anderen feinfiedrigen Wasserpflanzen ablegen.

Weitere interessante Informationen

Die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den einzelnen Gattungen sind immer noch nicht restlos geklärt. Man nimmt heutzutage aber allgemein an, dass die Ahpyosemion und die Fudlopanchax eng mit miteinander verwandt sind und mit den Nothobranchius einen gemeinsamen Ast im Stammbaum der westafrikanischen Killifische bilden, während die Callopanchax und die Epiplatys den anderen Zweig darstellen.

Seit Ende der 1990-ziger Jahre werden die Killifische auch molekulargenetisch untersucht, womit die leidige Namensdiskussion und die Umbenennung und Ausgliederung einzelner Gattungen endlich ein Ende finden dürfte.

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